Hüseyin Çelik reagiert auf Ermittlungen gegen Davutoğlu: Politische Kritik darf nicht mit Beleidigung gleichgesetzt werden

Der ehemalige Bildungsminister Hüseyin Çelik erklärte, dass die gegen Ahmet Davutoğlu eingeleiteten Ermittlungen Anlass zur Sorge hinsichtlich der Meinungsfreiheit geben.

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Der ehemalige Bildungsminister Hüseyin Çelik hat auf die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoğlu wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ aufgrund früherer politischer Bewertungen reagiert.

In einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account betonte Çelik, dass die scharfe Kritik eines Politikers, der als Außenminister und Ministerpräsident gedient hat, an den Handlungen der Regierung, der Verwendung öffentlicher Mittel, dem Verständnis von Leistungsprinzipien oder politischen Entscheidungen in erster Linie als Teil des politischen Diskurses bewertet werden sollte.

Çelik betonte, dass Kritik in der demokratischen Politik natürlich sei. Er erklärte, dass die Meinungsfreiheit zwar nicht grenzenlos sei, die Rechtsordnung jedoch sorgfältig zwischen politischer Kritik und Beleidigung unterscheiden müsse.

„Dass die Grenzen der Kritik gegenüber Politikern, die öffentliche Macht ausüben, weiter gefasst sind, gehört zu den Grundannahmen eines demokratischen Rechtsstaates. Auf die Worte eines Politikers antwortet man mit Politik; sind die Behauptungen falsch, werden sie mit Dokumenten widerlegt; sind sie ungerechtfertigt, wird innerhalb der Politik darauf reagiert.“

— Hüseyin Çelik

Çelik wies darauf hin, dass die strafrechtliche Verfolgung politischer Äußerungen, die vor Jahren getätigt wurden, „berechtigte Sorgen“ hinsichtlich der Unabhängigkeit der Justiz und der Meinungsfreiheit aufwerfe. Er merkte an, dass die Türkei keine Atmosphäre brauche, in der Politiker bei ihren Äußerungen ständig die Staatsanwaltschaft fürchten müssten.

Çelik erklärte, dass Davutoğlus Äußerungen politisch als scharf oder kontrovers empfunden werden könnten, dies jedoch von der Verteidigung des Rechts auf politische Kritik getrennt betrachtet werden müsse. Er betonte die Notwendigkeit eines Rechtsstaates, in dem Debatten innerhalb der Politik geführt werden und die Justiz zu allen Parteien den gleichen Abstand wahrt.