Kabotaj-Gesetz wird 100: Cem Gürdeniz betont die Bedeutung als „Rückgrat des Blauen Vaterlands“
Der Admiral im Ruhestand Cem Gürdeniz erklärte, das Kabotaj-Gesetz sei die Antwort der Republik auf die Unabhängigkeit in den Meeren, und äußerte mahnende Worte.
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Das Kabotaj-Gesetz, das die Souveränitätsrechte der Türkei in der Schifffahrt festlegt, ist anlässlich seines 100. Jahrestages erneut in den Fokus gerückt. Das Gesetz, das die Grundlage für die Feierlichkeiten zum „Tag der Kabotage und Schifffahrt“ am 1. Juli bildet, reserviert kommerzielle maritime Aktivitäten, insbesondere den Güter- und Personentransport entlang der türkischen Küsten, für die türkische Flagge und türkische Staatsbürger.
Der Admiral im Ruhestand Cem Gürdeniz erklärte, das Gesetz sei eine der stärksten Antworten der Republik auf die Kapitulationen, die während der osmanischen Zeit den maritimen Bereich dominierten. Gürdeniz bewertete das Gesetz wie folgt: „Das Kabotaj-Gesetz ist der Beginn des türkischen Bestrebens zur Seemacht und das rechtliche sowie strategische Fundament einer unabhängigen Schifffahrt.“
BETONUNG DER UNABHÄNGIGKEIT AUF DEN MEEREN
Gürdeniz zufolge waren die den Ausländern gewährten Kapitulationen einer der Hauptgründe für den Niedergang des Osmanischen Reiches im maritimen Bereich. Gürdeniz führte aus, dass ein weitreichender Bereich – von den Häfen über die Handelsflotte und Werften bis hin zum Seehandelsrecht – im Laufe der Zeit unter die Kontrolle von Ausländern geraten sei, und betonte, dass ein Staat, der seine Souveränität auf den Meeren verliere, auch seine wirtschaftliche Unabhängigkeit weitgehend einbüße.
Gürdeniz erinnerte daran, dass die Kapitulationen mit dem Vertrag von Lausanne abgeschafft wurden, und erklärte, dass das Kabotaj-Gesetz diese Unabhängigkeit auf den Meeren faktisch umgesetzt habe. Er unterstrich, dass das Gesetz die nationale Souveränität bei der Seeschifffahrt und den kommerziellen maritimen Aktivitäten entlang der türkischen Küsten zur Grundlage mache.
Gürdeniz argumentierte, dass der schützende Geist des Kabotage-Regimes heute durch verschiedene Praktiken untergraben werde. Zu den von ihm in diesem Zusammenhang genannten Punkten gehören die Privatisierung von Häfen, die zunehmende ausländische Finanzkontrolle in strategischen Häfen, die Aufhebung des staatlichen Monopols bei Schleppdiensten sowie die Beschäftigung von ausländischem Personal in bestimmten Bereichen.
Gürdeniz betonte, dass die Kabotage nicht nur eine wirtschaftliche Regelung sei: „Die Kabotage ist der rechtliche Ausdruck der Souveränität auf den Meeren und das Rückgrat des Blauen Vaterlands (Mavi Vatan). Wenn die Kabotage schwächer wird, schwächt sich die Entwicklung zur Seemacht ab; wenn die Entwicklung zur Seemacht schwächer wird, schwächt sich auch die wirtschaftliche und strategische Kraft ab, auf der das Blaue Vaterland beruht.“