Kein Dementi: Devlet Bahçeli soll PKK-Anführer Öcalan ein Gedicht von Cahit Sıtkı Tarancı geschickt haben
Es wurde bekannt, dass der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli dem Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, das Gedicht „Memleket İsterim“ (Ich wünsche mir ein Land) von Cahit Sıtkı Tarancı geschickt hat.
12punto
Der Journalist Ruşen Çakır behauptete am 11. Juli, dass der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli Abdullah Öcalan ein Gedicht geschickt habe. Der Behauptung zufolge sandte Bahçeli an Öcalan das Gedicht „Memleket İsterim“ von Cahit Sıtkı Tarancı.
Öcalans Einschätzungen zu diesem Gedicht und zu Bahçeli waren ebenfalls bemerkenswert. Laut Çakır äußerte sich Öcalan wie folgt: „Es gibt keine Staatsmänner. Nach Atatürk ist Bahçeli der einzige Staatsmann. Bahçeli hat mir ein Gedicht geschickt. Er hat diesen wertvollen Aufruf getätigt. Bahçeli sagte: ‚Ich grüße den Architekten des Prozesses mit Respekt.‘ Ich habe seine Hand ergriffen und sie nicht in der Luft hängen lassen. Hätte ich sie nicht ergriffen, wäre die Geschichte falsch verlaufen.“
KEIN DEMENTI, NEUE BESTÄTIGUNGEN
Während von Seiten der MHP oder Bahçelis kein Dementi zu dieser Behauptung kam, äußerten sich auch andere Journalisten ähnlich zu dem Thema. Am 5. August berichtete auch Fatih Altaylı in seiner Kolumne über dieselben Informationen. Altaylı bestätigte, dass Bahçeli Öcalan ein Gedicht geschickt habe.
Ein weiterer bemerkenswerter Vorstoß kam von dem Journalisten Ertuğrul Özkök. In seiner Kolumne bei 10haber schrieb Özkök, dass das Gedicht, welches Bahçeli an Öcalan geschickt habe, das Werk „Memleket İsterim“ von Cahit Sıtkı Tarancı sei.
DER VOLLSTÄNDIGE TEXT DES GEDICHTS WURDE BEKANNT
Das im Zentrum der Diskussionen stehende Gedicht „Memleket İsterim“ von Cahit Sıtkı Tarancı lautet wie folgt:
Ich wünsche mir ein Land
Der Himmel blau, der Zweig grün, das Feld gelb;
Ein Land der Vögel und der Blumen.
Ich wünsche mir ein Land
Ohne Sorgen im Kopf, ohne Sehnsucht im Herzen;
Ein Ende dem Bruderkrieg.
Ich wünsche mir ein Land
Ohne Unterschied zwischen Reich und Arm, ohne Du und Ich;
Dass jeder an Wintertagen ein Zuhause hat.
Ich wünsche mir ein Land
Wo das Leben so aufrichtig ist wie das Lieben;
Wenn es eine Klage gibt, dann nur über den Tod.