Murat Emirs Antwort an Bahçeli zur Parteienfinanzierung
Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Murat Emir erklärte in einer Stellungnahme zum Vorschlag des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli bezüglich einer 'staatlichen Finanzierung für eine neue Partei', dass die Umsetzung dieses Vorschlags nach der aktuellen Gesetzeslage nicht möglich sei. Emir betonte die Bedeutung ethischer Werte und äußerte Kritik an Bahçeli.
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Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), Murat Emir, beantwortete nach einer internen Fraktionssitzung in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) Fragen von Journalisten. Emir wurde auf die Äußerungen des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli angesprochen, wonach es "ethisch wäre, der neuen Partei, die sich von der CHP abgespalten hat, einen Anteil an der staatlichen Parteienfinanzierung zuzuweisen".
Emir kommentierte das Thema unter Verweis auf den geltenden gesetzlichen Rahmen: "Im Rahmen der derzeitigen gesetzlichen Bestimmungen ist dies nicht möglich, aber Herr Bahçeli ist Teil der Cumhur-Allianz. Sollte es bisher ein solch aufrichtiges Anliegen geben, wäre es sehr einfach, entsprechende Schritte einzuleiten. Dies kann geprüft werden, aber das Thema hat eine Dimension, die über das Finanzielle hinausgeht", erklärte er.
Der CHP-Politiker Emir wies zudem darauf hin, dass versucht werde, seine Partei zu spalten, und dass Parteimitglieder aufgrund verschiedener Verleumdungen inhaftiert seien. Er kritisierte die Doppelmoral in den Gerichtsverfahren. "Während versucht wird, die CHP zu spalten und Teile des CHP-Personals aufgrund von Verleumdungen im Gefängnis festgehalten werden – ganz zu schweigen von Bahçelis Forderung, die Prozesse im TRT zu übertragen, während Herrn İmamoğlu nicht einmal erlaubt wurde, 14 Stunden lang seine Verteidigung vorzutragen –, wurde nichts unternommen. Wir möchten natürlich die uns zustehende staatliche Unterstützung erhalten, aber wir sind der Ansicht, dass es weitaus wichtigere ethische Werte gibt, über die wir vor dem Geld sprechen müssen. Wir erlauben uns den Vorwurf, dass es wünschenswert gewesen wäre, wenn Herr Bahçelis Intervention bei jenen Themen Priorität gehabt hätte", äußerte er seinen Unmut.
WAS HATTE BAHÇELİ GESAGT?
Der MHP-Vorsitzende Devlet Bahçeli hatte in einer kürzlich getätigten Erklärung geäußert: "Da aus der CHP eine neue Partei hervorgeht, wäre es in einer solchen Situation ethisch vertretbar, von den 1 Milliarde 815 Millionen Lira, die 2026 aus der Staatskasse an die CHP gezahlt werden, einen Anteil entsprechend der Anzahl der Abgeordneten, die von der CHP zur neuen Partei gewechselt sind, an diese zu übertragen."