Papst-Protest von der Yeniden Refah: 'Atatürk hat dies nicht gestattet'
Vor dem geplanten Besuch von Papst Leo XIV. in İznik hat die Yeniden Refah Partisi in Bursa eine Presseerklärung abgegeben, um ihren Protest auszudrücken.
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Vor dem Türkei-Besuch von Papst Leo XIV. versammelten sich Mitglieder der Yeniden Refah Partisi am Ufer des İznik-Sees, um eine Presseerklärung abzugeben. Die Erklärung fand in der Nähe des archäologischen Geländes statt, auf dem sich die Überreste der Hagios-Neophytos-Basilika befinden. Obwohl der Personenschutz des Präsidenten die Erklärung zunächst verhindern wollte, konnte sie nach einer kurzen Diskussion dennoch abgehalten werden.
Der Provinzvorsitzende der Yeniden Refah Partisi in Bursa, Mehmet Kaygusuz, erklärte, dass der Besuch des Papstes nicht lediglich als touristische Aktivität betrachtet werden könne. Kaygusuz sagte: "Der Türkei-Besuch des Oberhaupts der katholischen Kirche, Papst Leo XIV., unter dem Vorwand des 1700. Jahrestages des Ersten Konzils von Nicäa, kann nicht als einfache 'Pilgerreise' oder 'touristische' Aktivität akzeptiert werden."
In der Erklärung wurde die zeitliche Planung und der Inhalt des Besuchs kritisiert und darauf hingewiesen, dass die in den offiziellen Erklärungen des Vatikans verwendete Sprache eine politische Agenda verfolge. Es wurde betont: "Die zeitliche Planung und der Inhalt dieses Besuchs zeigen deutlich, dass er eine rein politische und diplomatische Agenda verfolgt." Zudem wurde angeführt, dass die Priorisierung offizieller politischer Kontakte gegenüber religiösen Zeremonien im Besuchsprogramm des Papstes ein Beweis dafür sei, dass der Besuch auf einer diplomatischen Grundlage stattfinde.
"DIE ROTEN LINIEN VON ATATÜRK"
In der Erklärung wurde daran erinnert, dass der Gründer der Republik Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, im Jahr 1925 eine ähnliche Veranstaltung nicht gestattet hatte, und es wurde hinzugefügt: "Dass diese rote Linie, die unsere Vorfahren und Atatürk gezogen haben, heute ignoriert wird, ist inakzeptabel." Darüber hinaus wurde die symbolische Nutzung der alten Kirche und der Ayasofya-Orhan-Moschee in İznik kritisiert; dies sei Teil des Bestrebens, auf türkischem Boden ein Zentrum für einen ökumenischen Dialog zu schaffen.
Als kritischster Punkt des Besuchs wurde hervorgehoben, dass der Vatikan das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel als 'ökumenisch' bezeichnet. Es wurde betont, dass dieser Ausdruck die grundlegende Struktur der Republik Türkei missachte. In der Erklärung hieß es: "Die Behauptung, der Patriarch von Konstantinopel sei das geistliche Oberhaupt aller orthodoxen Christen, ist ein Unsinn ohne jegliche rechtliche Grundlage."
Die Yeniden Refah Partisi forderte die Regierung dazu auf, die roten Linien der nationalen Souveränität zu schützen, und erklärte, dass solche Besuche darauf abzielten, gesellschaftliche Desinformation zu verbreiten und die nationale Einheit zu schädigen. "Es darf nicht zugelassen werden, dass die Republik Türkei für ein solches politisches Manöver instrumentalisiert wird", hieß es.