Parlamentskalender für Rahmengesetz beschleunigt: Gerüchte über „keine Öcalan-Regelung“ in den Kulissen

Es heißt, die AKP strebe an, den Entwurf diese Woche in die TBMM einzubringen und noch vor der Sommerpause zu verabschieden; im Entwurf sei kein Artikel zu Öcalan enthalten.

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Der Zeitplan für den im Rahmen des „Lösungsprozesses“ in der TBMM zur Sprache gekommenen Rahmengesetzentwurf soll vorgezogen worden sein. Informationen aus den Parlamentskulissen zufolge war der ursprüngliche Plan der AKP, den Entwurf vor der Sommerpause des Parlaments bei der Parlamentspräsidentschaft einzureichen und die Beratungen auf den Oktober zu verschieben, wenn das neue Legislativjahr beginnt.

Aufgrund der Haltung der MHP und der DEM-Partei, die Regelung nicht zu verzögern, sollen die Vorbereitungen jedoch beschleunigt worden sein. Es wird angestrebt, den Entwurf noch in dieser Woche bei der Parlamentspräsidentschaft einzureichen und ihn vor der Sommerpause durch die Generalversammlung zu bringen.

ZEITPLAN VORGEZOGEN

In AKP-Kreisen ist die Rede davon, dass intensiv daran gearbeitet wird, den Entwurf innerhalb des aktuellen Arbeitskalenders zu verabschieden. Sollten sich die Beratungen in die Länge ziehen oder der Prozess in der Generalversammlung nicht abgeschlossen werden können, kamen auch Gerüchte über eine Sondersitzung im August auf. Parteiquellen geben jedoch an, dass das vorrangige Ziel darin bestehe, die Regelung vor der Sommerpause abzuschließen, und dass die Option einer Sondersitzung nur als „Plan B“ mit geringer Wahrscheinlichkeit in Betracht gezogen werde.

Das in den Kulissen am häufigsten genannte Thema zum Inhalt des Entwurfs ist, dass es keine Regelung für den Anführer der Terrororganisation, Abdullah Öcalan, gebe. Demnach werde der Text keinen Artikel enthalten, der den rechtlichen Status von Öcalan ändern oder seine physische Freiheit betreffen würde.

Es heißt zudem, dass ein Großteil der Forderungen, die die DEM-Partei seit langem äußert, im Entwurf nicht berücksichtigt wurde. Die Delegation der DEM-Partei hatte vor der Beschleunigung der Vorbereitungen Kontakte zum stellvertretenden AKP-Vorsitzenden Efkan Ala und dem MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli geknüpft und anschließend ein etwa fünfstündiges Treffen mit Öcalan auf der Insel İmralı abgehalten.

Die stellvertretende Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Gülistan Kılıç Koçyiğit, sagte in einer Fernsehsendung, dass sie immer noch keine Kenntnis vom Entwurfstext hätten. Koçyiğit bewertete die Situation wie folgt: „Wir sind nicht die Adressaten dieses Themas; das sind diejenigen, die die Waffen niederlegen, und Abdullah Öcalan. Ohne den Willen derjenigen, die die Waffen niederlegen, kann es kein Rahmengesetz geben.“

PUNKTE IM ENTWURF

Quellen der AKP zufolge wird das Rahmengesetz nicht als umfassendes Lösungspaket, sondern als erster rechtlicher Schritt des Prozesses vorbereitet. Im Entwurf ist geplant, den Mechanismus der effektiven Reue für Organisationsmitglieder, die nicht direkt an Straftaten beteiligt waren, neu zu regeln. Obwohl diese Bestimmungen in der geltenden Gesetzgebung bereits vorhanden sind, wird darauf hingewiesen, dass der Mechanismus bisher faktisch nicht angewendet werden konnte, da keine Reuebekundungen eingegangen seien.

Ein weiteres in den Kulissen diskutiertes Thema betrifft die Organisationsmitglieder in Kandil. Demnach ist vorgesehen, dass einigen Personen das Leben in Drittstaaten ermöglicht wird, die Einreise in die Türkei jedoch verboten bleibt. AKP-Kader argumentieren, dass der Text frei von Bestimmungen gehalten werde, die den Eindruck einer „Generalamnestie“ oder eines „Öcalan-Deals“ erwecken könnten.

Auch Parlamentspräsident Numan Kurtulmuş hat im Rahmen der Vorbereitungen für das Rahmengesetz eine Reihe von Gesprächen mit politischen Parteien begonnen. Kurtulmuş traf sich mit Vertretern der MHP, der DEM-Partei, der Yeni Yol Partisi sowie mit Kemal Kılıçdaroğlu, der durch ein Gerichtsurteil wieder auf den Vorsitzendenstuhl der CHP zurückgekehrt ist. Es wurde berichtet, dass die Gespräche unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden und danach keine umfassenden Erklärungen abgegeben wurden.

Die DEM-Partei erklärte in einer Stellungnahme zu ihrem Treffen mit Kurtulmuş, dass das Gesetz den Charakter eines „Grundgesetzes“ haben müsse. In der Erklärung wurde auf die Bedeutung des Status von Öcalan sowie der Gewährleistung seiner Arbeits- und Kommunikationsbedingungen hingewiesen; es wurde betont, dass die Regelung die kurdische Frage von der Ebene des Konflikts auf eine rechtliche und politische Ebene heben müsse.

Es wird erwartet, dass Kurtulmuş seine Kontaktrunde heute mit Treffen mit den Delegationen der AKP und der İYİ-Partei abschließt. In den Parlamentskulissen wird davon ausgegangen, dass die İYİ-Partei das Rahmengesetz offen ablehnen wird, während die anderen Parteien dem Fortschreiten des Prozesses aus unterschiedlichen Gründen positiv gegenüberstehen.