Prof. Dr. Duran Bülbül fordert „Saubere Hände“: „Wenn die Korruption um 50 % sinkt, erzielen die Sozialversicherung und der Haushalt einen Überschuss“

Der Finanzprofessor und 12punto-Autor Prof. Dr. Duran Bülbül bewertete in einer Erklärung gegenüber 12punto die Kabinettsumbildung.

12punto

Der Finanzprofessor Dr. Duran Bülbül erklärte in einer exklusiven Stellungnahme gegenüber 12punto, dass die Türkei im Kampf gegen die Korruption in eine neue Phase eingetreten sei. Bülbül bezeichnete die Einbeziehung des politischen Willens in die „Saubere Hände“-Kampagne und die rechtlichen Bemühungen von Justizminister Akın Gürlek als einen „Prozess der wirtschaftlichen Aufklärung“ und unterbreitete radikale Vorschläge für institutionelle Reformen.

Der renommierte Finanzprofessor und Dozent Prof. Dr. Duran Bülbül äußerte sich kritisch zum Kampf gegen Korruption und Verschwendung, die die öffentlichen Ressourcen der Türkei auszehren. Bülbül betonte, dass der Kampf für saubere Hände, den Justizminister Akın Gürlek bereits seit Längerem auf Basis rechtlicher Normen führt, durch das Ministeramt nun zu einem „politischen Willen“ geworden sei, und definierte diesen Prozess als eine lebenswichtige Schwelle für den wirtschaftlichen Wohlstand der Türkei.

„FÜR EINE SAUBERE GESELLSCHAFT REICHEN GEMEINDEN NICHT AUS“

Prof. Dr. Bülbül erklärte, dass der Umfang des als „Operation Saubere Hände“ bezeichneten Prozesses erweitert werden müsse, und warnte:

„Es zeigt sich, dass dieser Kampf nicht mehr nur rechtlicher Natur ist, sondern ein Prozess, bei dem auch ein politischer Wille für eine saubere Gesellschaft und saubere Politik gezeigt wird. Diese Operation sollte sich nicht nur auf die Gemeinden beschränken; sie muss alle allgemeinen, privaten und lokal verwalteten Institutionen mit eigenem Budget umfassen. Mit der Koordination der Ministerien für Justiz und Inneres hat eine neue Ära der Aufklärung begonnen.“

4 KRITISCHE VORSCHLÄGE ZUR KORRUPTIONSBEKÄMPFUNG

Bülbül erklärte, dass der durch Korruption verursachte Schaden für die türkische Wirtschaft zu „Verarmung und Degeneration“ führe, und schlug vier konkrete Strukturreformen zur Lösung vor:

1. Ein Ministerium für Kommunalverwaltung sollte gegründet werden.

2. Eine Behörde zur Korruptionsbekämpfung und Verhinderung von Verschwendung sollte ins Leben gerufen werden.

3. Eine unabhängige interne Revisionsbehörde sollte zur Kontrolle der Gemeinden geschaffen werden.

4. Das Rechnungshofgesetz sollte geändert werden, um die Erstellung von Berichten über „öffentliche Schäden“ für kommunale Tochtergesellschaften (Unternehmen), die zu Zentren der Korruption geworden sind, zur Pflicht zu machen.

„1 LIRA AUSGABE FÜHRT ZU 70 KURUS VERLUST“

Prof. Dr. Bülbül legte den Effizienzverlust bei den öffentlichen Ausgaben in der Türkei anhand von Zahlen dar und sagte:

„Während weltweit 1 Lira an öffentlichen Ausgaben 2 Lira an öffentlichen Einnahmen generiert, fließen in unserem Land leider 70 Kurus von jeder ausgegebenen Lira in die Korruption; es können nur 30 Kurus an Ressourcen geschaffen werden. Wenn wir die Korruption nur um 50 % reduzieren könnten, würden die Sozialversicherungsanstalt (SGK) und unser Haushalt einen Überschuss erzielen. Das bedeutet bessere Renten, bessere Schulen, Krankenhäuser und Parks.“

„AUCH DIE OPPOSITION UND GEWERKSCHAFTEN MÜSSEN UNTERSTÜTZEN“

Bülbül betonte, dass dieser Kampf nicht nur die Sache der Regierung, sondern der gesamten Gesellschaft sein müsse, und schloss seine Worte wie folgt: „Dieser von Justizminister Akın Gürlek eingeleitete Prozess der ‚Sauberen Hände‘ ist ein Prozess für eine saubere Gesellschaft und saubere Politik und der einzige Weg für die Türkei, die Falle des mittleren Einkommens zu durchbrechen und in die Liga der entwickelten Länder aufzusteigen. Daher ist es unerlässlich, dass neben der politischen Führung auch die Opposition, Gewerkschaften und Berufsverbände diesen Kampf unterstützen.“