Reaktion auf Tom Barracks 'Monarchie'-Äußerung auch von İmamoğlu: „Dass die Regierung ihn als Gesprächspartner akzeptiert, ist ein Zeichen von Schwäche“
Ekrem İmamoğlu reagierte scharf auf Tom Barracks Äußerungen zum „starken Führungsstil“ und zur Monarchie auf dem Antalya Diplomacy Forum; er betonte, dass diese Aussagen nicht mit der Demokratie vereinbar seien und gegen diplomatische Gepflogenheiten verstießen.
12punto
Der Istanbuler Oberbürgermeister Ekrem İmamoğlu äußerte seine Kritik an der Rede, die der US-Botschafter in Ankara, Tom Barrack, auf dem Antalya Diplomacy Forum hielt. Barracks Äußerungen, in denen er sich distanziert gegenüber der Demokratie äußerte und zudem Monarchie sowie Konzepte einer „starken Führung“ lobte, lösten in der politischen Welt Debatten aus.
İmamoğlu teilte auf seinem Social-Media-Account folgende Erklärung mit:
„Ich habe die jüngsten Erklärungen des US-Botschafters in Ankara aufmerksam verfolgt. Die Äußerungen, die Botschafter Barrack auf dem Antalya Diplomacy Forum getätigt hat, verstoßen gegen alle diplomatischen Gepflogenheiten. Dieser Ansatz, der sich von der Demokratie distanziert und Modelle der Monarchie sowie einer ‚starken Führung‘ preist, steht in einem klaren Widerspruch zu den historischen und gesellschaftlichen Realitäten der Türkei und ist inakzeptabel.
Die Republik Türkei ist aus der Asche einer Monarchie entstanden und das Werk eines Willens, der die Souveränität bedingungslos dem Volk übertragen hat. Demokratie ist auf diesem Boden ein hart erkämpftes Gut, für das ein hoher Preis gezahlt wurde. Daher wird jeder Ansatz, der diesen Errungenschaften nicht gerecht wird oder alternative Regimeformen legitimiert, bei unserem Volk die entsprechende Antwort finden.
Dass dieser Botschafter, der seit seinem Amtsantritt nicht davor zurückschreckt, einen Fauxpas nach dem anderen zu begehen, von der Regierung immer noch als Gesprächspartner akzeptiert wird, ist ein Zeichen von Schwäche. Der Weg der Türkei ist klar. Unser Kompass steht fest: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Wille des Volkes.“
WAS HATTE BARRACK GESAGT?
Barrack hatte auf dem Forum erklärt: „Das Einzige, was im Nahen Osten funktioniert hat, waren Regime mit starker Führung: Entweder barmherzige Monarchien oder Strukturen in Form einer konstitutionellen Monarchie. Länder hingegen, die sich den Mantel der Demokratie umhängen und im Namen der Menschenrechte unter Druck gesetzt werden, sind gescheitert.“