Reaktion der CHP auf Parteitag und Ermittlungen: 'Das Chaos soll zum Dauerzustand werden'

Führungskräfte der CHP argumentieren, dass die Klage gegen den Parteitag und die aufeinanderfolgenden Ermittlungen gegen Kommunalverwaltungen eine bewusste Strategie der Regierung seien. Sie kommentierten: „Sie wollen, dass die Menschen rund um die Uhr über die CHP sprechen. Das ist politisches Agenda-Engineering.“

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Die Klage auf Annullierung des 38. ordentlichen Parteitags der CHP wurde vor dem 28. Zivilgericht erster Instanz in Ankara verhandelt und auf den 8. September vertagt. Nach der Klage gegen den Parteitag war eine weitere bemerkenswerte Entwicklung die Serie von Ermittlungen gegen Kommunalverwaltungen.

Nach den Festnahmen und Haftbefehlen in der Stadtverwaltung von Istanbul sowie in zahlreichen CHP-geführten Bezirksverwaltungen löste die jüngste umfassende Operation gegen die Stadtverwaltung von Izmir heftige Reaktionen innerhalb der CHP aus.

CHP-FÜHRUNGSKRÄFTE: „SIE WOLLEN, DASS STÄNDIG ÜBER DIE CHP DISKUTIERT WIRD“

Dem Bericht von Sarp Sağkal von der Zeitung Cumhuriyet zufolge bewerten hochrangige CHP-Mitglieder diesen Prozess nicht nur als juristisch, sondern auch als politische Strategie. Parteifunktionäre kommentierten die Ereignisse wie folgt:

„Sie versuchen, das Chaos zur Routine zu machen. Die Regierung will, dass die Menschen ständig über die CHP sprechen. Denn sie wollen nicht, dass die wirklichen Probleme des Landes – Inflation, die wirtschaftlichen Nöte der Rentner, Gehaltserhöhungen für Beamte – auf der Tagesordnung stehen. Deshalb setzen sie uns jeden Tag mit neuem Druck zu.“

„WIR HABEN ES MIT EINER STRUKTUR ZU TUN, DIE DIE WAHL ALS WENDEPUNKT BETRACHTET“

Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Gökan Zeybek äußerte sich ebenfalls bemerkenswert zum Parteitagsprozess und den Korruptionsermittlungen. Zeybek betonte, dass sie zahlreiche Korruptionsakten aus der AKP-Ära in Ankara und Istanbul an die Staatsanwaltschaften übermittelt hätten, jedoch keine Fortschritte erzielt worden seien, und sagte:

„Wir betrachten die gewonnenen Kommunalwahlen als eine Verantwortung. Doch wir haben es mit einer Struktur zu tun, die den 31. März als Wendepunkt betrachtet und nicht auf die Zeit davor zurückblickt. Die Justiz beschäftigt sich nur mit uns. Mit dieser Doppelmoral sabotieren sie sowohl den politischen Wettbewerb als auch die Gerechtigkeit.“