Reaktion von Neptün Soyer: Der eigentliche öffentliche Schaden ist die Inhaftierung von Tunç Soyer
Neptün Soyer, die Ehefrau von Tunç Soyer, erklärte: „Die Projekte, deren Grundstein Tunç gelegt hat, werden heute von den Ministerien umgesetzt; der eigentliche öffentliche Schaden ist, dass er weiterhin festgehalten wird.“
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Die Inhaftierung des ehemaligen Bürgermeisters von Izmir, Tunç Soyer, dauert nun seit 9 Monaten an. Das Buch „Gelecek Olsun“ (Möge es Zukunft sein), das aus den Tagebüchern zusammengestellt wurde, die Soyer im Gefängnis geführt hat, ist nun unter dem Label des Kırmızı Kedi Verlags erschienen.
Neptün Soyer, die Ehefrau von Tunç Soyer, dessen Inhaftierung durch eine zweite Akte kurz vor seiner geplanten Entlassung verlängert wurde, sowie ihre Töchter Defne und Duygu Soyer sprachen bei Kırmızı Kedi TV mit Sercan Meriç.
Die als Anwältin tätige Tochter Defne Soyer erklärte, dass in der ersten Akte, in der ihr Vater aufgrund von Stadtentwicklungsprojekten beschuldigt wurde, keinerlei Straftatbestände gefunden wurden und dass sowohl die Berichte des Rechnungshofs als auch die Feststellungen der Stadtverwaltung besagten, dass „kein öffentlicher Schaden“ vorliege.
ZWEITE VERHAFTUNG 5 TAGE VOR DER ENTLASSUNG
Defne Soyer beschrieb den Prozess als eine „juristische Sackgasse“ und sagte dazu:
„Nach 6 Monaten Haft, nur 5 Tage vor der Entlassung am 5. Januar, wurde plötzlich eine zweite Akte gegen uns vorgebracht. Diese Akte betraf die internen Abläufe von Genossenschaften, für die Tunç Soyer keinerlei Befugnisse oder Verantwortung hatte. Sie versuchten, meinen Vater für einen Bereich verantwortlich zu machen, in den laut Genossenschaftsgesetz niemand von außen eingreifen kann. Dies ist eine reine 'Ersatzakte', die nur dazu dient, die Entlassung zu verhindern.“
Auf die Frage, warum das Buch nicht „Geçmiş Olsun“ (Gute Besserung/Alles Gute für die Vergangenheit), sondern „Gelecek Olsun“ heißt, antwortete Defne Soyer: „'Geçmiş olsun' zu sagen, bedeutet, den Schwierigkeiten der Vergangenheit nachzutrauern. Mein Vater hingegen glaubt, dass jede durchlebte Schwierigkeit eine Brücke in die Zukunft ist. Deshalb konzentriert er sich mit 'Gelecek Olsun' darauf, wie wir aus dieser Dunkelheit heraus eine Zukunft aufbauen können. Wer das Buch liest, wird kein Gefängnisdrama finden, sondern eine unerschütterliche Hoffnung und Vision.“
MINISTERIEN SETZEN SEINE PROJEKTE FORT
Neptün Soyer betonte, dass ihr Mann schon immer diszipliniert gearbeitet und sich Notizen gemacht habe: „Es ist, als würde er drinnen ein unglaubliches Back-Office-Management betreiben. Er liest alle zwei Tage ein Buch. Er verfolgt das Weltgeschehen und entwickelt Ideen. Er liest die Zeitungen Zeile für Zeile und geht sogar mit Zeitungsausschnitten in der Hand vor Gericht, um seine Verteidigung vorzubereiten.“
Neptün Soyer reagierte auf den Vorwurf des „öffentlichen Schadens“, der die Grundlage des Verfahrens bildet, und wies darauf hin, dass die Projekte, die Tunç Soyer in Izmir und Seferihisar ins Leben gerufen hat, heute von den Ministerien selbst in der ganzen Türkei umgesetzt werden:
„Dass Tunç drinnen sitzt, ist an sich schon ein öffentlicher Schaden. Das Projekt 'Cittaslow' (Sakin Şehir), für das er in Seferihisar den Grundstein legte, wird heute vom Tourismusministerium in Tunceli umgesetzt. Das von ihm in Izmir gestartete Projekt 'Schwammstadt' (Sünger Kent) wird vom Ministerium für Umwelt und Städtebau per Rundschreiben an alle öffentlichen Gebäude verschickt. Wenn man den Architekten dieser Vision 9 Monate lang festhält, stiehlt man der Zukunft des Landes etwas. Das ist der eigentliche öffentliche Schaden.“
VOLLER HOFFNUNG IM GEFÄNGNIS
Duygu Soyer, die andere Tochter von Soyer, erklärte, dass ihr Vater unter allen Umständen wisse, wie man das Leben genieße und seiner Familie Mut mache: „Wir haben ihn in den 9 Monaten kein einziges Mal niedergeschlagen gesehen. Er spricht zu uns von Blumen und dem Frühling und schenkt uns Hoffnung.“