Rückzieher der AKP bei der 'Einflussagentur': CHP-Politiker Murat Emir gab Details bekannt...

Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Murat Emir erklärte, man habe von der AKP-Regierung die Zusage erhalten, dass die Regelung zur 'Einflussagentur' aus dem 9. Justizpaket gestrichen werde.

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Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), Murat Emir, gab bekannt, dass die Regelung zur Einflussagentur aus dem 9. Justizpaket gestrichen wird. Emir sagte: "Es gab die Sorge, dass die 'Erzwingungshaft', einer der wichtigsten Punkte des Gesetzes Nr. 6284, abgeschafft werden könnte. Es wurde zugesichert, dass dieser Punkt nicht im Paket enthalten sein wird."

Emir, der sich im türkischen Parlament mit Parlamentskorrespondenten traf, erklärte, dass ihnen diesbezüglich in Gesprächen mit der AKP-Fraktion ein Versprechen gegeben worden sei. Er fügte hinzu, dass auch die Regelung zur Abschaffung der Erzwingungshaft, einer der wichtigsten Pfeiler des Gesetzes Nr. 6284, nicht Teil des Pakets sein werde.

'ES WURDE EIN VERSPRECHEN GEGEBEN'

Emir äußerte sich auch zu den Behauptungen, dass die 'Erzwingungshaft', einer der wichtigsten Paragrafen des Gesetzes Nr. 6284 zum Schutz der Familie und zur Vorbeugung von Gewalt gegen Frauen, abgeschafft werden solle. Emir sagte: "Es wurde zugesichert, dass dieser Punkt nicht im Paket enthalten sein wird."

WAS IST DIE REGELUNG ZUR EINFLUSSAGENTUR?

Die Regelung zur Einflussagentur wurde in regierungsnahen Medien wie folgt dargestellt:

Wer Raum für schwarze Propaganda gegen die Türkei schafft, wird unter den Begriff 'Einflussagent' fallen. Auch diejenigen, die die wirtschaftliche, soziale und öffentliche Ordnung des Landes stören, werden in diesem Rahmen bewertet. Um eine abschreckende Wirkung zu erzielen, werden strafrechtliche Sanktionen eingeführt.

Experten und viele andere Personen äußerten jedoch, dass das eigentliche Ziel nicht die 'Verhinderung von Spionagetätigkeiten' sei, sondern die 'Zensur von Kritik'.

'FREIHEIT DER RECHTSSUCHE WIRD ALS SPIONAGE GEWERTET'

Der CHP-Parteisprecher und Abgeordnete für Izmir, Deniz Yücel, hatte sich wie folgt zum Paragrafen über die 'Einflussagentur' im 9. Justizpaket geäußert:

Sollte die im 9. Justizpaket erwartete Regelung zur Einflussagentur Gesetz werden, könnte jede Kritik an der AKP im Rahmen dieses Gesetzes strafrechtlich verfolgt werden. Zum Beispiel wird niemand mehr den Handel mit Israel kritisieren können. Niemand wird mehr Menschenrechtsverletzungen vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen können. Auf diese Weise wird die Freiheit der Rechtssuche unter den Begriff der Spionage fallen. Sie werden unkritisierbar und unantastbar sein. Das Inkrafttreten der Regelung zur Einflussagentur bedeutet, dass die AKP eine völlig neue Ära der Autoritarisierung einleitet.

"GESETZ ZUR VERHEIMLICHUNG DER WAHRHEIT VOR DEM VOLK"

Der CHP-Politiker Yücel wies darauf hin, dass diese Regelung im 9. Justizpaket repressive Praktiken verstärken werde. Er erklärte, dass es bei einer Verabschiedung des Entwurfs in dieser Form unmöglich werde, Kritik an der Regierung über soziale Medien zu äußern, und sagte: "Es wird sogar unmöglich werden, den Flüchtlingsstrom in unserem Land anzusprechen oder die Zahl der illegalen Einwanderer und Asylbewerber zu erwähnen. So könnte der Flüchtlingsstrom in unser Land vor dem türkischen Volk verborgen werden. Tatsächlich ist dieses Gesetz genau deshalb ein Gesetz, auf das man 'im Bedarfsfall zurückgreifen' kann. Wer auch immer Regelungen und Praktiken bekannt macht, die die Regierung nicht hören will, wird zum Agenten erklärt. Sowohl das Recht der Öffentlichkeit auf Information wird eingeschränkt als auch die Meinungsfreiheit geraubt."