Sanktions-Dilemma: Türkei unterzeichnet kein Embargo gegen Israel
Auf dem Gipfeltreffen der Haager Gruppe in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá standen harte Sanktionen gegen Israel auf der Tagesordnung. Obwohl die Türkei den Text zur Verurteilung der Angriffe unterzeichnete, leistete sie keine Unterschrift unter die Verpflichtung zu einem Waffenembargo gegen Israel. 11 Länder akzeptierten die Sanktionen schriftlich.
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Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá war Schauplatz intensiver internationaler Diplomatie angesichts der israelischen Angriffe auf den Gazastreifen, den Libanon und Syrien. Auf dem Gipfel, der unter dem Dach der „Haager Gruppe“ stattfand, waren 32 Länder vertreten, darunter auch die Türkei. Das Hauptthema der Konferenz war die völkerrechtswidrige Natur der jüngsten israelischen Angriffe in der Region sowie mögliche gemeinsame Gegenmaßnahmen.
TÜRKEI UNTERZEICHNET VERURTEILUNGSTEXT
Zunächst wurde eine Verurteilungserklärung vorgelegt, die die Handlungen Israels in den palästinensischen Gebieten als Angriffe definierte, die „das Völkerrecht verletzen und auf Zivilisten abzielen“. Die Türkei unterzeichnete diese Erklärung und gehört damit zu den Ländern, die die Angriffe Israels offiziell verurteilen. Die Erklärung enthielt zudem einen Aufruf zum Schutz von Zivilisten und eine Forderung nach einem Waffenstillstand.
SANKTIONSPAKET AUF DEM TISCH: 11 LÄNDER UNTERZEICHNETEN, ABER DIE TÜRKEI NICHT
Der kontroverseste Punkt des Gipfels beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Verurteilung. Es wurde ein Paket mit harten Sanktionen gegen Israel diskutiert. Dieses Paket sah ein vollständiges Verbot des Exports von Waffen, Munition, militärischem Treibstoff sowie „Dual-Use“-Gütern, also Produkten, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können, nach Israel vor.
Damit die Sanktionen in Kraft treten konnten, mussten die Länder eine schriftliche Verpflichtung abgeben. 11 Länder, darunter Südafrika, Chile und Kolumbien, akzeptierten dieses Embargo gegen Israel schriftlich. Laut einem Bericht von Zeynep Gürcanlı von der Ekonomi Gazetesi hat die Türkei dieses Dokument jedoch nicht unterzeichnet.
HÄFEN WERDEN FÜR ISRAEL GESCHLOSSEN
Gemäß der Verpflichtung der Länder, die die Sanktionen akzeptiert haben, werden Schiffe, bei denen festgestellt wird, dass sie Waffen nach Israel transportieren, unabhängig von ihrer Flagge nicht in die Häfen gelassen. Diesen Schiffen werden keinerlei Hafendienstleistungen, einschließlich der Betankung, gewährt.
ÜBERPRÜFUNG ÖFFENTLICHER VEREINBARUNGEN
Der Embargotext enthielt nicht nur Lieferverbote, sondern auch weitreichendere Maßnahmen. Demnach werden die unterzeichnenden Länder alle bestehenden öffentlichen Abkommen mit Israel überprüfen. Falls erforderlich, werden diese Vereinbarungen ausgesetzt oder gekündigt.
ENTSCHEIDUNG ZUR ÄNDERUNG DES NATIONALEN RECHTS
Die unterzeichnenden Länder verpflichteten sich zudem, die notwendigen gesetzlichen Anpassungen in ihrem nationalen Recht vorzunehmen, um die Strafverfolgung israelischer Beamter zu ermöglichen, die in den besetzten palästinensischen Gebieten Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben. Diese Regelung bedeutet, dass israelische Beamte in den unterzeichnenden Ländern verhaftet werden könnten.