Sera Kadıgil an Bildungsminister Tekin: Erwägen Sie, das Bildungsministerium aufzulösen und dem Diyanet unterzustellen?

Die Sprecherin der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Sera Kadıgil, hat Bildungsminister Yusuf Tekin zur Änderung der Verordnung über vorschulische Bildung und Grundschulen befragt, durch die die Einrichtung von Gebetsräumen (Mescit) in Kindergärten und Grundschulen verpflichtend wurde.

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In ihrer parlamentarischen Anfrage fragte Kadıgil: „Erwägen Sie, das Bildungsministerium, das durch zahlreiche Beispiele wie die im Rahmen von ÇEDES-Projekten als ‚geistliche Berater‘ eingesetzten Imame, Prediger, Religionsdienstexperten und Koranlehrer, die unter dem Deckmantel der ‚Werteerziehung‘ an Schulen durchgeführten Aktivitäten, die von Personen mit Turban und Roben erteilten Unterweisungen, die Vergabe von Zertifikaten wie ‚Tochter des Islam‘ oder ‚Symbol der Keuschheit‘ sowie die getrennte Unterbringung von Jungen und Mädchen in Klassen und sogar auf Fluren faktisch verfassungswidrig handelt und seinen Existenzzweck sowie seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht erfüllt, aufzulösen und dem Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) unterzustellen?“

Sera Kadıgil hat die Verpflichtung zur Einrichtung von Gebetsräumen in Vorschul- und Grundschuleinrichtungen auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt.

Die Sprecherin der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Sera Kadıgil, hat die durch eine Änderung der Verordnung über vorschulische Bildung und Grundschulen des Bildungsministeriums (MEB) eingeführte Pflicht zur Einrichtung von Gebetsräumen in Kindergärten und Grundschulen vor die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) gebracht.

In der an Bildungsminister Yusuf Tekin gerichteten Anfrage heißt es: „Wie viel Budget hat Ihr Ministerium, das hinnimmt, dass Millionen von Kindern hungrig zur Schule gehen, für die Einrichtung von Gebetsräumen bereitgestellt, um die ‚religiösen‘ Bedürfnisse der Kinder zu decken?“

Das Bildungsministerium, das mit dem Projekt „Ich bin sensibel für meine Umwelt, ich schütze meine Werte“ (ÇEDES) Imamen den Weg in den Unterricht geebnet hatte, machte mit der Änderung der Verordnung über vorschulische Bildung und Grundschulen auch die Bereitstellung von Gebetsräumen in Kindergärten und Grundschulen zur Pflicht.

Der in der Verordnung enthaltene Passsatz „In den Internatsbereichen von regionalen Internatsmittelschulen werden Gebetsräume eingerichtet. In vorschulischen Bildungseinrichtungen und Grundschulen können auf Anfrage geeignete Räume zur Deckung der religiösen Bedürfnisse bereitgestellt werden“ wurde in „In vorschulischen Bildungseinrichtungen, Grundschulen sowie in den Internatsbereichen von regionalen Internatsmittelschulen werden zur Deckung der religiösen Bedürfnisse Gebetsräume in geeigneten Räumlichkeiten mit natürlicher Beleuchtung eingerichtet“ geändert.

‚WIE VIEL BUDGET WURDE FÜR DIE ‚RELIGIÖSEN‘ BEDÜRFNISSE VON KINDERN BEREITGESTELLT, DIE HUNGRIG ZUR SCHULE GEHEN?‘

TİP-Sprecherin Sera Kadıgil befragte Minister Yusuf Tekin zu dieser Verordnungsänderung des Bildungsministeriums. In der Anfrage, in der Kadıgil an das ÇEDES-Projekt erinnerte und die Frage „Erwägen Sie, das Bildungsministerium aufzulösen und dem Präsidium für Religionsangelegenheiten unterzustellen?“ hervorhob, wurden folgende Punkte aufgeführt:

1- Wie viel Budget hat Ihr Ministerium, das es nur für ein halbes Semester geschafft hat, eine kostenlose Mahlzeit und sauberes Wasser an Schulen bereitzustellen, während es gleichzeitig hinnimmt, dass Millionen von Kindern hungrig zur Schule gehen, für die Einrichtung von Gebetsräumen bereitgestellt, um die ‚religiösen‘ Bedürfnisse von 57 bis 68 Monate alten Kindern zu decken, bei denen sich das abstrakte Denken noch nicht entwickelt hat und Mechanismen zur Bewältigung von Angst und Sorgen noch nicht ausgereift sind?

2- Für wie viele Schulen ist die Einrichtung von Gebetsräumen mit dieser Regelung geplant?

3- Werden die vorgesehenen Gebetsräume nur während der Pausenzeiten geöffnet sein? Werden Aktivitäten organisiert, damit Kinder während des Unterrichts oder nach Schulschluss Zeit in den Gebetsräumen verbringen können?

4- Welches Vorgehen ist geplant, um sicherzustellen, dass Kinder unterschiedlicher Religionen und Konfessionen nicht diskriminiert werden? Wird für Kinder jeder Religion und Konfession ein eigener Gebetsraum zugewiesen? Ist beispielsweise geplant, auch Cem-Häuser für alevitische Kinder, Kapellen für christliche Kinder oder andere Gebetsstätten zu eröffnen?

‚ERWÄGEN SIE, DAS BILDUNGSMINISTERIUM AUFZULÖSEN UND DEM DIYANET UNTERZUSTELLEN?‘

5- Erwägen Sie, das Bildungsministerium, das durch zahlreiche Beispiele wie die im Rahmen von ÇEDES-Projekten als ‚geistliche Berater‘ eingesetzten Imame, Prediger, Religionsdienstexperten und Koranlehrer, die unter dem Deckmantel der ‚Werteerziehung‘ an Schulen durchgeführten Aktivitäten, die von Personen mit Turban und Roben erteilten Unterweisungen, die Vergabe von Zertifikaten wie ‚Tochter des Islam‘ oder ‚Symbol der Keuschheit‘ sowie die getrennte Unterbringung von Jungen und Mädchen in Klassen und sogar auf Fluren faktisch verfassungswidrig handelt und seinen Existenzzweck sowie seine Aufgaben und Verantwortlichkeiten nicht erfüllt, aufzulösen und dem Präsidium für Religionsangelegenheiten unterzustellen?