Sie hatten İmamoğlu unterstützt: Konzertverbot für Künstler auf der 'schwarzen Liste' des Ministeriums im Parlament

Dass das Ministerium für Kultur und Tourismus einigen Künstlern Auftritte untersagt hat, weil sie den Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, und die Proteste in Saraçhane unterstützt haben, wurde nun in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) eingebracht. Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Ulaş Karasu reagierte mit den Worten: "Das ist beschämend."

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Einige Künstler, die in diesem Jahr Konzerte in antiken Theatern geben wollten, wurden vom Ministerium auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie den Bürgermeister der Stadtverwaltung Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, unterstützt hatten.

Die Konzertanträge von Namen wie Yalın, Sertab Erener, Melek Mosso, Melike Şahin, Mabel Matiz und Cem Adrian wurden abgelehnt. Während dieser Umstand in der Öffentlichkeit und in der Kunstwelt für großes Aufsehen sorgte, liegt bisher keine offizielle Stellungnahme des Ministeriums vor.

DRUCK AUF KÜNSTLER

Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Ulaş Karasu, der das Thema in die TBMM einbrachte, kritisierte die Haltung der AKP-Regierung gegenüber Künstlern und sagte: "Diese Regierung nimmt jede Kritik als Feindseligkeit wahr und nimmt sie ins Visier. Diese Verbote gegen Künstler sind eine offene Erklärung der Zensur." Karasu erklärte, dass der Druck der Regierung auf Kunst und Kultur anhalten werde, und fügte hinzu: "Sie werden unsere Künstler nicht zum Schweigen bringen."

Karasu richtete Fragen an Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy und hinterfragte, ob es im Ministerium eine entscheidende Kommission für Konzertgenehmigungen gebe und welche Kriterien diese Kommission anwende. Zudem fragte er, ob die Social-Media-Beiträge der Künstler und ihre oppositionelle Haltung bei der Verbotsentscheidung eine Rolle gespielt hätten. Karasu äußerte sich zudem verwundert darüber, warum das Ministerium keine offizielle Erklärung abgegeben habe.

Karasu betonte, dass Kunst eine universelle Plattform sein müsse, und erklärte, es sei inakzeptabel, dass antike Theater mit Zensur und Verboten in Verbindung gebracht würden.

Karasu stellte Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy zusammenfassend folgende Fragen:

“Gibt es in Ihrem Ministerium eine entscheidende Kommission für die Durchführung von Konzerten? Falls eine Kommission existiert, welche Kriterien bestimmen deren Entscheidungen? Ist die Behauptung wahr, dass für das Jahr 2025 die Social-Media-Beiträge und Bühnenäußerungen der genannten Künstler geprüft wurden und dass bei der Ablehnung die oppositionellen Beiträge der Künstler, ihre Unterstützung für Ekrem İmamoğlu sowie für Studenten, die wegen der Teilnahme an den Saraçhane-Protesten verhaftet wurden, und ihre Unterstützung für LGBTI-Personen eine primäre Rolle spielten? Sind die in der Presse verbreiteten Behauptungen wahr, dass Ihr Ministerium zwar den von den Veranstaltungsfirmen für 2025 angefragten Künstlern schriftlich die Zustimmung erteilte, aber in der Praxis Hindernisse schuf? Falls dies wahr ist, was ist der Grund für diesen beschämenden Zustand? Falls nicht, was ist die Quelle und Grundlage dieser Behauptungen? Was ist der Grund dafür, dass Ihr Ministerium trotz der Berichterstattung in der Presse und des Echos in der Öffentlichkeit und der Kunstwelt keine offizielle Erklärung abgegeben hat? Was ist die Ansicht Ihres Ministeriums dazu, dass historische und kulturelle Stätten wie antike Theater, die eigentlich als universelle Plattformen der Kunst dienen sollten, aufgrund der Haltung Ihres Ministeriums nun mit Begriffen wie „Zensur“ und „Verbot“ in Verbindung gebracht werden?”