Skandal-Schriftverkehr aufgetaucht: Anweisung für Erdoğan-Poster in Schulen

Dass einige dem Bildungsministerium unterstellte Direktionen anordneten, an offiziellen Feiertagen Poster von Präsident Erdoğan aufzuhängen, hat für Empörung gesorgt.

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Einige dem Bildungsministerium unterstellte Bezirksdirektionen haben Schulleitern eine Anweisung zukommen lassen, bei Veranstaltungen wie dem Tag der Republik am 29. Oktober und dem Atatürk-Gedenktag am 10. November neben der türkischen Flagge auch ein Poster von Präsident Erdoğan aufzuhängen. Diese Anweisung wurde ohne Grundlage in einer schriftlichen Verordnung oder einem Rundschreiben erteilt.

Die Bildungsgewerkschaft Eğitim-İş reagierte empört und erklärte, diese Praxis mache Schulen zu Orten politischer Propaganda. Bereits in der Vergangenheit hatte es ähnliche Debatten gegeben, bei denen behauptet wurde, dass Atatürk-Poster in einigen Schulen entfernt worden seien. Diesmal jedoch wurde eine Anweisung erteilt, die direkt nationale Feiertage betrifft.

Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Suat Özçağdaş bezeichnete die Maßnahme als "parteiische Aufdrängung". In einer Erklärung über soziale Medien sagte er: "Diese Anweisung hat keine rechtliche Grundlage und verletzt den Grundsatz der staatlichen Neutralität." Özçağdaş betonte, dass weder das Gesetz über die türkische Flagge noch die Verordnung über Zeremonien und Feierlichkeiten Bestimmungen zu einem Poster des Präsidenten enthalten.

EĞİTİM-İŞ: ATATÜRK IST MIT NIEMANDEM ZU VERGLEICHEN

Die Gewerkschaft Eğitim-İş erklärte in einer Stellungnahme: "Der Gründer unserer Republik, Atatürk, ist mit keinem Amt zu vergleichen", und wies darauf hin, dass die Anweisung dem Neutralitätsgebot des Staates widerspreche. Die Gewerkschaft rief ihre 17.000 Mitglieder zum Protest auf und erklärte, dass neben den Namen Atatürks keine politischen Identitäten, sondern die gemeinsamen Werte der Nation gehörten.

Während CHP-Politiker und Bildungsgewerkschaften diese Situation als ein neues Beispiel für die Politisierung des Bildungswesens bewerten, liegt vonseiten der Regierung bisher keine offizielle Stellungnahme vor.