Spannungen im Parlament wegen Deniz Göktaş: Wortgefecht zwischen AKP- und CHP-Abgeordneten
Die Stand-up-Show „Ölü Deniz“ von Deniz Göktaş hat im Parlament zu hitzigen Debatten zwischen AKP- und CHP-Abgeordneten geführt.
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Die Show „Ölü Deniz“ des Komikers Deniz Göktaş, die in letzter Zeit für Schlagzeilen sorgt, zeigt ihre Wirkung nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch in der Politik. In der Generalversammlung der Großen Nationalversammlung der Türkei führten Äußerungen aus Göktaş’ Show sowie die Kommentare des CHP-Vorsitzenden Özgür Özel zu dieser Show zu einer Konfrontation zwischen AKP- und CHP-Abgeordneten. Im Mittelpunkt der Debatte standen die Themen Respekt vor heiligen Werten und Meinungsfreiheit.
Der AKP-Abgeordnete für Kütahya, Mehmet Demir, kritisierte in seiner Rede am Rednerpult, dass der CHP-Fraktionsvorsitzende und Parteichef Özgür Özel Deniz Göktaş verteidigt habe, und wählte dabei scharfe Worte. Demir betonte die Sensibilität gegenüber religiösen Werten und sagte: „Humor, Kunst oder Meinungsfreiheit geben niemandem das Recht, den Glauben von Milliarden von Menschen zu beleidigen.“ Demir fügte hinzu: „Diejenigen zu verteidigen, die unseren Glauben angreifen, ist kein Respekt vor der Kunst, sondern ein Angriff auf die Wurzeln dieses Volkes.“
Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Gökhan Günaydın reagierte auf diese Worte, indem er zunächst die Bezeichnung „CHP-Abgeordneter aus Manisa“ für Özgür Özel kritisierte und betonte, dass Özel der Fraktionsvorsitzende und gewählte Parteichef der Republikanischen Volkspartei (CHP) sei. Günaydın sagte: „Der Fraktionsvorsitzende und gewählte Parteichef der Republikanischen Volkspartei ist Özgür Özel. Recep Tayyip Erdoğan wurde seinerzeit auch nicht als ‚AKP-Abgeordneter aus Istanbul‘ bezeichnet; es wäre nützlich, ein wenig Respekt zu lernen.“ Zudem verwies er auf die durch Artikel 25 der Verfassung garantierte Gedanken- und Meinungsfreiheit und fügte hinzu: „Wenn ihr es nicht versteht, dann kommt wenigstens nicht hierher und redet seltsames Zeug.“
Der stellvertretende AKP-Fraktionsvorsitzende Muhammet Emin Akbaşoğlu hingegen erklärte, dass die Äußerungen des Abgeordneten keine Mängel aufwiesen und verteidigte, dass der Begriff „Abgeordneter aus Manisa“ kein Problem darstelle. In Bezug auf Göktaş’ Show betonte Akbaşoğlu, wie wichtig es sei, zwischen Humor und Beleidigung zu unterscheiden: „Man muss zwischen Humor, Beleidigung und Herabwürdigung unterscheiden. Niemand darf den Glauben, die Sitten und Gebräuche sowie alle heiligen Werte dieses Volkes beleidigen, herabwürdigen oder verspotten. Mit Narretei auf der Bühne zu stehen, fällt nicht unter die Meinungsfreiheit. Humor und Witze haben ihren eigenen Platz. Die Herabwürdigung und Beleidigung der Werte des Volkes ist jedoch etwas anderes“, sagte er.
Der stellvertretende CHP-Fraktionsvorsitzende Gökhan Günaydın entgegnete Akbaşoğlu, dass die AKP die letzte Partei sei, die Lektionen über heilige Werte erteilen könne, da diese Werte jahrelang für politische Zwecke instrumentalisiert worden seien. Günaydın widersprach auch der Bezeichnung der Stand-up-Show als „Narretei“ und erklärte: „Wir stellen fest, dass es keinen Sinn hat, eine inhaltliche Debatte mit jemandem zu führen, der Meinungsfreiheit und Stand-up als Narretei bezeichnet.“