Strafanzeige der Stadtverwaltung Üsküdar gegen den ehemaligen Bürgermeister Hilmi Türkmen

Die Stadtverwaltung von Üsküdar hat bei der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anadolu Strafanzeige gegen den ehemaligen Bürgermeister Hilmi Türkmen wegen "Amtsmissbrauchs" und "Beeinflussung der Vertragserfüllung" erstattet. Türkmen wird vorgeworfen, durch einen Vertrag über den Verkauf eines städtischen Grundstücks und die damit verbundene Gewinnbeteiligung einen Schaden für die Öffentlichkeit verursacht zu haben.

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Die Stadtverwaltung von Üsküdar hat Strafanzeige gegen den ehemaligen Bürgermeister Hilmi Türkmen wegen "mehrmaligen Amtsmissbrauchs" und "Beeinflussung der Vertragserfüllung" erstattet. Die Anzeige wurde bei der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul-Anadolu eingereicht.

In dem Antrag wurde daran erinnert, dass der ehemalige AKP-Bürgermeister Hilmi Türkmen das Amt des Bürgermeisters von Üsküdar in den Jahren 2014 bis 2024 innehatte. In der Strafanzeige wurde auf einen am 13. Oktober 2016 mit der Firma Kalyon İnşaat Sanayi ve Ticaret A.Ş. (Auftragnehmer) unterzeichneten "Bauvertrag mit Gewinnbeteiligung gegen Grundstücksverkauf" bezüglich einer Immobilie im Eigentum der Stadtverwaltung Üsküdar hingewiesen.

Dem Vertrag zufolge sollte das beauftragte Unternehmen auf dem städtischen Grundstück ein dem Bebauungsplan entsprechendes Bauprojekt realisieren. Die Einnahmen aus dem Verkauf der entstehenden Wohnungen, Büros, Gewerbeflächen und Läden sollten zu 45 Prozent an die Stadtverwaltung und zu 55 Prozent an das beauftragte Unternehmen fließen.

In dem Antrag wurde dargelegt, dass sich der Auftragnehmer verpflichtete, den Bau innerhalb von 750 Tagen fertigzustellen und zu den festgelegten Zahlungsterminen insgesamt 395 Millionen 325 Tausend Lira zuzüglich Mehrwertsteuer an die Stadtverwaltung zu zahlen.

VERTRAGSÄNDERUNGSANTRAG UND SCHADEN FÜR DIE ÖFFENTLICHKEIT 

Nachdem der Auftragnehmer die erste Zahlung geleistet hatte, beantragte er am 6. April 2017 bei der Stadtverwaltung eine Verlängerung der Bauzeit sowie eine Verschiebung der Zahlungstermine. Mit Zustimmung von Hilmi Türkmen wurde die Bauzeit von 750 auf 1270 Tage verlängert und eine Verschiebung der Zahlungstermine beschlossen. In dem Antrag, in dem darauf hingewiesen wurde, dass durch diese Änderungen ein Schaden für die Öffentlichkeit entstanden sei, wurde behauptet, dass durch die am 10. Mai 2017 notariell beglaubigten Änderungen die Forderungen der Stadtverwaltung aufgeschoben und ohne Zinsforderung vertagt wurden, was zu einem öffentlichen Schaden führte.

NEUER ÄNDERUNGSANTRAG 

Der Auftragnehmer beantragte am 17. Januar 2019 bei der Stadtverwaltung erneut wesentliche Änderungen am Vertrag. Mit der Zustimmung von Türkmen wurde die Arbeitszeit von 1270 auf 2270 Tage verlängert und die Zahlungsfristen wurden erneut angepasst.

In der Eingabe wurde dargelegt, dass bei ausbleibenden Vertragsänderungen alle Forderungen der Stadtverwaltung bereits beglichen worden wären, die Stadt jedoch infolge der vorgenommenen Änderungen ihre Forderungen nicht einziehen konnte.

VERZICHT AUF FORDERUNGEN DER STADTVERWALTUNG

In dem Antrag wurde erklärt, dass die Stadtverwaltung Forderungen in Höhe von 135 Millionen 896 Tausend 250 Lira ohne Zinsforderung aufgeschoben und auf Forderungen in Höhe von 18 Millionen 043 Tausend Lira verzichtet habe. Als Ergebnis dessen sei ein erheblicher öffentlicher Schaden entstanden, und der ehemalige Bürgermeister Hilmi Türkmen, der diesen Schaden verursacht habe, habe sein Amt missbraucht und die Vertragserfüllung beeinflusst.

Zudem wurde darauf hingewiesen, dass Verkäufe auf Basis niedriger Preise in einem Immobilienbewertungsbericht getätigt wurden und dieser Bericht von einer Bewertungsgesellschaft erstellt wurde, die am selben Standort wie das beauftragte Unternehmen ansässig ist. Es wurde festgestellt, dass die Verkaufsabwicklungen nicht im Namen der Stadtverwaltung, sondern unter der Verfügungsgewalt des Auftragnehmers erfolgten und die Stadtverwaltung bei der Überwachung ihrer Einnahmen unzureichend agierte.

In der Eingabe wurde die strafrechtliche Verfolgung von Hilmi Türkmen und anderen verantwortlichen Personen im Zusammenhang mit den Transaktionen gefordert, die zu einem großen öffentlichen Schaden geführt haben.