Tuncer Bakırhan fordert Rahmengesetz

Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, hat in seiner Rede bei der Fraktionssitzung seiner Partei im Parlament wichtige Botschaften zum Friedensprozess, zu einem möglichen Rahmengesetz und zu Schritten der Demokratisierung übermittelt.

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Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, äußerte sich bei der Fraktionssitzung in der Großen Nationalversammlung der Türkei zu aktuellen Themen. Während der Sitzung bildeten ein Rahmengesetz, die Lösung der kurdischen Frage und die notwendigen Schritte zur Demokratisierung die Hauptthemen von Bakırhans Rede.

Bakırhan ging auf die wirtschaftlichen Probleme ein und richtete sich an die Regierung mit der Feststellung, dass "die Gesellschaft den Preis für den Konfliktprozess seit 2015 zahlt". Bakırhan sagte: „Wir richten uns an die Regierung. Erinnern Sie sich, seit 2015 fragten sie uns wegen des Konfliktumfelds immer nach den Preisen für Munition, nicht wahr? Wir können nicht über die Runden kommen, sagten sie, 'Was kostet eine Kugel?'. Sie haben sogar in den Moscheen Fatwas dazu erlassen. Wir fragen nun auch: Seit 2 Jahren habt ihr keine einzige Kugel abgefeuert. Seit 2 Jahren habt ihr keinen einzigen Cent ausgegeben, keine einzige Last getragen. Bitte, geben wir die Ressourcen, die ihr in den letzten 2 Jahren für diesen Konflikt ausgegeben habt, den Rentnern, geben wir sie den Mindestlohnempfängern. Sollen sowohl die Rentner als auch die Mindestlohnempfänger profitieren, und soll die Hoffnung auf Frieden wachsen und gewinnen. Seien Sie versichert, die Ebenen dieses Landes, die Ressourcen dieses Landes und die Solidaritätskultur in diesem Land reichen aus, damit 86 Millionen Menschen satt zu Bett gehen können, aber es wird nicht verwaltet.“

Bakırhan betonte, dass die DEM-Partei auf die Lösung der Probleme vorbereitet und entschlossen sei, und brachte zum Ausdruck, dass sie über das Wissen und die Erfahrung verfüge, die für den Aufbau einer gerechten und demokratischen Ordnung erforderlich seien.

BETONUNG DER HISTORISCHEN VERANTWORTUNG

Bakırhan wies darauf hin, dass bei der „Lösung der kurdischen Frage“ Fortschritte erzielt worden seien, und sagte, dass politische Akteure und die Gesellschaft mit historischer Verantwortung handeln müssten. Unter Verweis auf in der Vergangenheit unterzeichnete, aber nicht umgesetzte Abkommen unterstrich Bakırhan, dass ein neuer Anfang für den Frieden mit einem Rahmengesetz gemacht werden müsse.

Bakırhan äußerte sich wie folgt: „Der Ausgangspunkt für den Aufbau einer demokratischen Türkei ist ein Rahmengesetz. Sehen Sie, die Geschichte macht manchmal zweimal eine Notiz auf derselben Seite. Das passiert nicht oft... 105 Jahre später, wieder an einem 22. Oktober, wurde unter dem Dach dieses Parlaments eine neue Hand ausgestreckt und ein historischer Aufruf getätigt. Wir lesen dies als eine Erklärung, dass das bei der Gründung gegebene Versprechen hundert Jahre später erfüllt wird. Der erste Schritt zur Umsetzung dieser Erklärung muss ein Rahmengesetz sein.“

In Bakırhans Rede trat hervor, dass der Demokratisierungsprozess mit einem Rahmengesetz beginnen und eine Roadmap erstellt werden müsse, auf die sich alle Parteien einigen. Zudem bewertete er: „Ein Rahmengesetz ist kein Ende, sondern ein wesentlicher Anfang. Es ist eine Tür, die wir benutzen werden, um in eine neue Ära einzutreten. Um durch diese Tür zu gehen, muss das Rahmengesetz sofort verabschiedet und mit der Umsetzung begonnen werden...“

Bakırhan wies auf die Bedeutung hin, politische und rechtliche Regelungen unverzüglich zu treffen, um Frieden und demokratische Integration zu gewährleisten, und erklärte, dass Methodenfehler, die dem Prozess schaden, nicht wiederholt werden dürften.

In einem Teil seiner Rede ging Bakırhan auch auf das Treffen mit Abdullah Öcalan im Gefängnis von Imralı ein und teilte Öcalans Worte „Wenn du den Kurden vom Türken trennst, bleibt kein Kurde übrig. Wenn du den Türken vom Kurden trennst, bleibt kein Türke übrig“ mit der Öffentlichkeit.

Bakırhan drückte seine Überzeugung aus, dass dieser Prozess auf gesunde Weise geführt werden müsse, um einen gesellschaftlichen Konsens zu erreichen.

Bakırhan unterstrich zudem, dass das Parlament seine Rolle spielen werde, sobald das entsprechende Gesetz im Rahmen des Friedensprozesses verabschiedet sei.

BETONUNG DER LOKALEN VERWALTUNGEN UND GRENZÜBERGÄNGE

In seiner Rede betonte Bakırhan auch, dass die Treuhänder (Kayyum) abgesetzt werden müssten und die lokale Verwaltung an die vom Volk gewählten Vertreter übergeben werden müsse. Zudem erklärte er, dass die Öffnung der Grenzübergänge Nusaybin-Qamischli und des Osttors in Kars wirtschaftlich und gesellschaftlich zur Region beitragen würde.

Bakırhan forderte die unverzügliche Umsetzung von Gerichtsurteilen und die Wiedereinsetzung von Akademikern und Beamten, gegen die Entlassungsbeschlüsse vorliegen, und unterstrich die Notwendigkeit, die Benachteiligungen derjenigen zu beheben, die den Friedensprozess unterstützen.

Nach Bakırhans Erklärungen richteten sich die Blicke auf das zur Diskussion stehende Rahmengesetz und die nächsten Phasen des Prozesses.