Forderung von Tuncer Bakırhan, die die Regierung verärgern wird: Aufruf zu Ekrem İmamoğlu

Der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncer Bakırhan, teilte auf der Konferenz „Ein neuer Anfang für den Aufbau des Friedens“ in Diyarbakır seine Ansichten zum neuen Lösungsprozess und forderte konkrete Schritte für İmamoğlu, Demirtaş und Figen Yüksekdağ.

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Die von der Anwaltskammer Diyarbakır und verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen organisierte Konferenz „Ein neuer Anfang für den Aufbau des Friedens“ fand in einem Hotel statt. An der Veranstaltung nahmen der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei Tuncer Bakırhan, der Vorsitzende der Anwaltskammer Diyarbakır Abdulkadir Güleç, Abgeordnete der DEM-Partei, regionale Anwaltskammerpräsidenten sowie Vertreter verschiedener NGOs teil. Der weitere Verlauf der Konferenz fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

In seiner Rede vor Ort verpflichtete sich Bakırhan dazu, den Prozess „gemeinsam zu gestalten“. Er betonte, dass Hindernisse auf dem Weg mit derselben Verantwortung und Entschlossenheit beseitigt würden, und sagte: „Frieden betrifft die gesamte Gesellschaft; beim Aufbau müssen wir alle Dynamiken der Gesellschaft in den Prozess einbeziehen.“ Er verwies auf die Bedeutung des seit einem Jahr andauernden Prozesses, erklärte, dass dieser fortbestehe und die Schaffung einer Dialoggrundlage wertvoll sei.

Tuncer Bakırhan betonte, dass das nahezu vollständige Ausbleiben von Konflikten im vergangenen Jahr und die Etablierung einer Dialogbasis wichtige Errungenschaften seien. Er fügte jedoch hinzu, dass im selben Zeitraum mutigere Schritte hätten unternommen werden können und dass Regelungen zur Stärkung von Recht, Gesetz und lokaler Demokratie auf sich warten ließen. Er erklärte, man messe der in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) eingerichteten Kommission Bedeutung bei, doch hätten innerhalb eines Jahres weitergehende Schritte unternommen werden können; er sprach von einem „Zustand des Stillstands“.

AUFRUF ZU GESETZESÄNDERUNGEN

Bakırhan forderte, dass nach der Wiederaufnahme der Parlamentsarbeit Gesetzesänderungen zu Übergangsgesetzen, dem Anti-Terror-Gesetz, dem türkischen Strafgesetzbuch, der Strafprozessordnung, der Stärkung der Kommunalverwaltungen, dem Strafvollzugsgesetz sowie Regelungen zur Klärung von Verfahren ohne Untersuchungshaft schnell auf die Tagesordnung gesetzt werden müssten. Er merkte an, dass diese Regelungen die Infrastruktur für eine demokratische Integration schaffen würden; demokratische Integration bedeute weder Assimilation noch Unterwerfung, sondern dass jeder als gleichberechtigter Bürger lebe.

WARNUNG VOR AUSWIRKUNGEN AUF SYRIEN UND DEN PROZESS

Bakırhan erklärte, dass die Entwicklungen in Syrien den Lösungsprozess in der Türkei nicht „blockieren“ dürften. Er betonte, dass die Dynamiken in Syrien anders seien und ein erfolgreicher Prozess in der Türkei auch die Region positiv beeinflussen würde. Ein Erfolg des Prozesses in der Türkei könne auch Orte wie Qamischli, Erbil und Aleppo entlasten.

Bakırhan rief zur Anwendung des „Rechts auf Hoffnung“ für den PKK-Terroristenführer Abdullah Öcalan auf und sagte, dass die von Herrn Bahçeli zuvor geäußerte Forderung in dieser Angelegenheit umgesetzt werden müsse. Er betonte, dass Demokratie und Frieden die beiden Grundpfeiler des Prozesses seien und diese nicht voneinander getrennt werden könnten: „Ohne Frieden kann es keine Demokratie geben; ohne Demokratie kann auch der Frieden nicht dauerhaft sein.“

KONKRETE FORDERUNGEN BEZÜGLICH INHAFTIERTER

Im Rahmen von Schritten zur Verringerung der gesellschaftlichen Spannungen listete Bakırhan seine vorrangigen Forderungen auf: „Herr İmamoğlu sollte ohne Untersuchungshaft verhandelt werden. Herr Selahattin Demirtaş, Frau Figen Yüksekdağ und unsere Freunde in den Gefängnissen müssen ihre Freiheit zurückerlangen. Dass gewählte Personen inhaftiert sind, ist mit der Demokratie nicht vereinbar.“ Er fügte hinzu, dass kranke Häftlinge sofort freigelassen und die Gefängnisse geleert werden müssten.

BOTSCHAFTEN ZUR GLOBALEN UND LOKALEN POLITIK

Bakırhan erklärte, dass der Prozess trotz Provokationen fortgesetzt werde; einige Kreise hofften auf ein Scheitern des Prozesses, doch dies werde nicht zugelassen. Unter Betonung der Bedeutung demokratischer Prozesse und der Wahlurne sagte er: „Wir werden diesen Zug nicht verpassen“; er verwies auf die Entwicklungen vom 22. Oktober und 27. Februar und betonte, dass der Prozess inklusiv sein müsse.