Von 923 an Akın Gürlek gerichteten parlamentarischen Anfragen blieben 872 unbeantwortet
Den Aufzeichnungen der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) zufolge wurden von 923 an Justizminister Akın Gürlek gerichteten parlamentarischen Anfragen 872 nicht beantwortet; für 51 Anfragen läuft die Frist noch.
12punto
Es ist auffällig, dass Justizminister Akın Gürlek seit seinem Amtsantritt auf die an ihn gerichteten schriftlichen parlamentarischen Anfragen nicht reagiert. Den Informationen im System der TBMM zufolge wurden 923 parlamentarische Anfragen an Gürlek gestellt. Während für 51 dieser Anfragen die Antwortfrist noch läuft, sind 872 Anfragen laut den Aufzeichnungen unbeantwortet geblieben.
Gürlek wurde am 11. Februar von Präsident Recep Tayyip Erdoğan zum Justizminister ernannt. Bei den Anfragen an Mustafa Çiftçi, der zum gleichen Zeitpunkt zum Innenminister ernannt wurde, ergibt sich ein anderes Bild. Es wurde festgestellt, dass Çiftçi 215 parlamentarische Anfragen beantwortet hat, wenn auch teilweise nach Ablauf der Frist; 373 Anfragen ließ er jedoch unbeantwortet.
UNBEANTWORTETE THEMENBEREICHE
Gürlek, der von der Opposition insbesondere aufgrund seiner Tätigkeiten vor seiner Amtszeit als Minister und seiner Haltung in bestimmten Ermittlungsverfahren kritisiert wird, steht auch mit seinen Social-Media-Beiträgen häufig in der Kritik. Dass die schriftlichen Fragen, die Abgeordnete im Rahmen der parlamentarischen Kontrolle an ihn richten, nicht beantwortet werden, hat jedoch eine Debatte über das Funktionieren des Kontrollmechanismus in der TBMM ausgelöst.
Zu den an Gürlek gerichteten und unbeantworteten Anfragen gehören Fragen zur Freilassung von Yusuf Ziya Gümüşel, dem Gründer der Hiranur-Stiftung, zur Ermittlung im Fall Gülistan Doku, zu angeblichen Menschenrechtsverletzungen in Gefängnissen, zu Vorwürfen bezüglich der Auswahlverfahren für Richter und Staatsanwälte sowie zu den Ereignissen während des Prozesses gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB).
Zu den Themen, die auf eine Antwort warten, gehören zudem Daten zu Unternehmen, die seit 2023 ein Konkordatsverfahren beantragt haben oder in Konkurs gegangen sind, Ermittlungsverfahren gegen Komiker sowie Informationen zum Bildungsstand von Personen, die wegen Drogenhandels und vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt wurden.