Was bedeutet die Ernennung von Akın Gürlek für die Politik? İsmail Saymaz mit der These einer vorgezogenen Wahl
Der Journalist İsmail Saymaz bewertete die Ernennung von Akın Gürlek zum Justizminister im Kontext des bevorstehenden Wahlprozesses, der Verfahren gegen die CHP und der in Istanbul praktizierten Rechtsprechung. Saymaz erklärte, diese Ernennung könne als Vorbereitung auf eine vorgezogene Wahl interpretiert werden und könnte eine neue Phase bei den CHP-Verfahren sowie den Diskussionen um Zwangsverwalter einleiten.
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Der Journalist İsmail Saymaz hat die Ernennung von Akın Gürlek zum Justizminister im Rahmen der juristischen Praktiken in Istanbul, der laufenden Verfahren gegen die CHP und des bevorstehenden Wahlprozesses analysiert. Saymaz betonte, dass es sich bei dieser Ernennung nicht nur um eine administrative Änderung handele, sondern sie als ein Schritt mit potenziellen politischen Konsequenzen betrachtet werden müsse.
„SIND DIESE ZWEI ERNENNUNGEN EIN SCHRITT ZUR VORGEZOGENEN WAHL?“
Unter Hinweis darauf, dass das Parlament eine Entscheidung für vorgezogene Wahlen treffen muss, damit der Präsident erneut kandidieren kann, erklärte Saymaz, dass die jüngsten Änderungen im Justiz- und Innenministerium im Hinblick auf die Wahlen gelesen werden könnten. Saymaz äußerte sich dazu wie folgt:
„Ein Termin im November 2027 ist wahrscheinlicher. Denn die AK-Partei kam am 3. November 2002 an die Macht. Sie möchten also zum 25. Jahrestag erneut wählen. Die Maßnahmen im Justiz- und Innenministerium werden ab jetzt ein wenig in diesem Sinne interpretiert.“
Saymaz erinnerte daran, dass auch der stellvertretende Vorsitzende der AKP, Mustafa Elitaş, vor Kurzem auf eine vorgezogene Wahl im November 2027 hingewiesen hatte.
BEGINNT AUF DEM WEG ZUR WAHL EINE NEUE UND SCHWIERIGE ZEIT FÜR DIE CHP?
Saymaz stellte fest, dass es bisher unterschiedliche juristische Ansätze zwischen der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul und der Generalstaatsanwaltschaft Ankara gegeben habe, wobei die Praxis in Istanbul politisch motiviertere Entscheidungen treffen könne. Er erklärte, dass dieser Ansatz nun auf die zentrale Bürokratie übertragen werden könnte und es zu neuen Entwicklungen bei den Verfahren gegen die CHP und den Diskussionen um Zwangsverwalter kommen könnte.
Saymaz betonte, dass die Nichtigkeitsklage bezüglich des Parteitags der CHP sowie die Mitteilung an den Kassationshof zur „Parteiauflösung“ für die türkische Politik von entscheidender Bedeutung seien, und wies darauf hin, dass diese Prozesse eine ähnliche Richtung wie die Praktiken in Istanbul einschlagen könnten.
Unter Verweis auf die Ermittlungen gegen Kommunalverwaltungen mit Sitz in Istanbul erklärte Saymaz, dass es möglich sei, dass sich diese Akten auf andere Provinzen ausweiten. Er sagte, es würde ihn nicht überraschen, wenn die Ermittlungen gegen verschiedene CHP-geführte Kommunen, allen voran die Stadtverwaltung Ankara, beschleunigt würden.
Auf den Unterschied zwischen der Rechtsprechung in Istanbul und Ankara aufmerksam machend, traf Saymaz folgende Einschätzung:
„Die Istanbuler Rechtspraxis kann politisch motiviertere Entscheidungen treffen. Ankara hingegen nimmt eher bürokratische Haltungen ein.“
WAS WIRD AUS DER NICHTIGKEITSKLAGE?
Bezüglich möglicher Entwicklungen nach der Nichtigkeitsklage in Ankara wies Saymaz auf die Praxis der Zwangsverwaltung in Istanbul hin. Er erinnerte daran, dass Gürsel Tekin im Rahmen der Ermittlungen zum Istanbuler Provinzparteitag weiterhin als Zwangsverwalter tätig ist, und äußerte sich wie folgt:
„Zum Beispiel wurde in Ankara eine Nichtigkeitsklage eingereicht. Nehmen wir an, diese Klage geht zugunsten der CHP aus. In Istanbul gibt es jedoch immer noch eine Zwangsverwaltung. Das heißt, Gürsel Tekin setzt seine Tätigkeit als Zwangsverwalter aufgrund der Ermittlungen zum Istanbuler Provinzparteitag fort. Wenn Sie sich erinnern, wurde damals viel darüber diskutiert, ob ein Zwangsverwalter für die CHP-Parteizentrale ernannt werden würde. Man war sogar kurz davor, nahm dann aber davon Abstand. Es würde mich nicht überraschen, wenn es ab jetzt Entwicklungen gäbe, die sich von der gestrigen Praxis unterscheiden.“
DIE ANKLAGESCHRIFT ZUR IBB UND DER ANTRAG AN DEN KASSATIONSHOF
Saymaz ging auch auf die Anklageschrift zur Stadtverwaltung Istanbul (İBB) ein, die während der Amtszeit von Akın Gürlek als Generalstaatsanwalt von Istanbul erstellt wurde, und wies auf die Bedeutung des Antrags bei der Generalstaatsanwaltschaft beim Kassationshof in diesem Zusammenhang hin.
Saymaz erinnerte daran, dass dieser Antrag auf der Annahme beruhe, dass aus Straftaten erlangte Einkünfte für politische Aktivitäten verwendet wurden, und dies als Beginn eines Parteiauflösungsverfahrens gewertet werde. Er betonte, dass der Verlauf dieses Prozesses für die türkische Politik von Bedeutung sei.
Saymaz bezeichnete die Amtszeit von Gürlek als Generalstaatsanwalt von Istanbul als „außergewöhnlich intensiv“ und sagte, diese Ernennung könne auch als eine Art Belohnung gelesen werden. Er erklärte, dass die juristischen Praktiken in Istanbul bei dieser Bewertung ausschlaggebend gewesen seien.
Saymaz betonte, dass trotz der kurzen Amtszeit wirksame Ermittlungen durchgeführt wurden, und äußerte sich wie folgt:
„Er hat Ermittlungen unterzeichnet, die den Verlauf des türkischen politischen Lebens verändert haben. Das sind die Ermittlungen gegen İmamoğlu und die CHP-Kommunen.“
„DER ZWEITE MANN DER TÜRKISCHEN BÜROKRATIE“
Saymaz erklärte, dass die neue Position von Akın Gürlek an der Spitze der Justizbürokratie stehe, und sagte, dass dies politische Konsequenzen haben könne:
„Lassen Sie mich das sagen: Wir würden uns nicht irren, wenn wir sagen, dass Akın Gürlek derzeit der zweite Mann in der türkischen Bürokratie ist.“
KULISSENINFORMATIONEN ZUR GENERALSTAATSANWALTSCHAFT ISTANBUL
Bezüglich möglicher Personalwechsel bei der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul berichtete Saymaz, dass die Namen Fatih Dönmez und Barış Duman im Vordergrund stünden, während Can Tuncay für die Generalstaatsanwaltschaft Ankara gehandelt werde. Saymaz erklärte, dass Dönmez einen Schritt voraus sei und diese Namen aus dem engen Arbeitsumfeld von Gürlek stammten.
„AUCH FÜR DIE TÜRKEI EINE NEUE ÄRA“
Zusammenfassend erinnerte Saymaz daran, dass mit der Zeit von Gürlek als Generalstaatsanwalt von Istanbul ein neuer Prozess für Istanbul begonnen habe, und erklärte, dass mit dem Amt des Justizministers nun auch landesweit eine neue Ära begonnen habe.