Haftstrafe für den Journalisten Bahadır Özgür!
Der Journalist Bahadır Özgür wurde wegen einer Rede, die er auf der Buchmesse in Mudanya gehalten hatte, zu einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten und 22 Tagen verurteilt.
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Gegen den Journalisten Bahadır Özgür wurde aufgrund einer Rede, die er 2022 auf einer Buchmesse gehalten hatte, eine Haftstrafe verhängt.
Wie die Zeitung Evrensel berichtet, wurde von der Staatsanwaltschaft Mudanya ein Verfahren gegen Özgür eingeleitet, da er am 2. Oktober 2022 auf der Buchmesse in Mudanya eine Rede gehalten hatte, in der ihm vorgeworfen wurde, „die Republik Türkei, die Große Nationalversammlung der Türkei, die Regierung der Republik Türkei und die Justizorgane herabgewürdigt“ zu haben.
Es wurde eine Anklageschrift mit einer Forderung von 6 Monaten bis zu 2 Jahren Haft gegen Özgür erstellt. Das 1. Strafgericht erster Instanz in Mudanya nahm die Anklageschrift an und eröffnete das Strafverfahren am 22. Mai 2024.
Das Gericht verhängte in der letzten Verhandlung eine Freiheitsstrafe von 3 Monaten und 22 Tagen. Das Urteil wurde aufgrund der „Aussetzung der Urteilsverkündung“ zur Bewährung ausgesetzt.
WAS WAR PASSIERT?
Bahadır Özgür hatte vor etwa zweieinhalb Jahren gemeinsam mit dem Abgeordneten der Arbeiterpartei der Türkei (TİP), Ahmet Şık, an einem Gespräch auf der Buchmesse in Mudanya teilgenommen.
Özgür sprach über den Inhalt des Buches „Duvar: Sedat Peker’in İtiraf, İfşa ve İddiaları“ (Die Mauer: Geständnisse, Enthüllungen und Behauptungen von Sedat Peker), das er gemeinsam mit Timur Soykan, Ahmet Şık, Ertuğrul Mavioğlu und Hakkı Özdal verfasst hatte. Das Buch enthält umfassende Recherchen, die bei Susurluk beginnen und bis zum heutigen Drogenhandel, dem Geldwäscheprozess gegen Sezgin Baran Korkmaz, dem Aufstieg von Ayhan Bora Kaplan als Anführer einer kriminellen Vereinigung und den Beziehungen zwischen Mafia und Politik reichen. In seiner Rede auf der Messe erläuterte Özgür die seit Uğur Mumcus Recherchen zu „Papst-Mafia-Ağca“ bestehenden und bis heute andauernden Verbindungen zwischen Mafia, Politik und Staat sowie die Gründe, warum die in diesem Zusammenhang eröffneten Verfahren nicht zu einem Abschluss gebracht werden konnten.