Scharfe Reaktion des Journalistenverbandes auf Drohungen gegen Murat Ağırel und seine Familie
Der Türkische Journalistenverband verurteilt die gezielten Angriffe und Drohungen gegen den Journalisten Murat Ağırel und seine Familie in den sozialen Medien und richtet einen Appell an die Behörden.
12punto
Der Türkische Journalistenverband (TGC) hat eine Erklärung zu den seit Langem anhaltenden systematischen Drohungen und der gezielten Diffamierung des Cumhuriyet-Autors Murat Ağırel und seiner Familie durch anonyme Konten abgegeben und seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Der Verband betonte, dass diese Drohungen eine erhebliche Gefahr für die Pressefreiheit darstellten.
In einer Bewertung des Vorstands hieß es: „Dass unser Mitglied, der Cumhuriyet-Autor Murat Ağırel, und seine Familie seit Langem im Internet systematisch ins Visier genommen und bedroht werden, ist aus Sicht der Pressefreiheit besorgniserregend. Es ist von großer Bedeutung, dass diese Versuche gegen unseren Kollegen und seine Angehörigen ernsthaft untersucht und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht werden. Als TGC fordern wir das Innen- und das Justizministerium auf, unverzüglich wirksame und präventive Mechanismen gegen Drohungen gegenüber Journalisten in Gang zu setzen; zudem rufen wir die Justizorgane dazu auf, ihre Aufgaben unter Wahrung der Pressefreiheit zu erfüllen.“
In der Erklärung wurde darauf hingewiesen, dass die Drohungen, denen Journalisten ausgesetzt sind, nicht nur eine Verletzung individueller Rechte darstellen, sondern auch einen Eingriff in das Recht der Gesellschaft auf Information bedeuten: „Journalisten ins Visier zu nehmen, sie zu bedrohen und unter Druck zu setzen, ist nicht nur eine Verletzung individueller Rechte, sondern auch ein schwerwiegender Eingriff in das Recht der Öffentlichkeit auf Information. Das türkische Strafgesetzbuch definiert Drohungen, Beleidigungen und gezielte Diffamierung als Straftaten und legt die Verpflichtung des Staates klar fest, gegen solche Handlungen wirksame Ermittlungen zu führen und Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“
BETONUNG DER PRESSEFREIHEIT
Es wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Presse- und Meinungsfreiheit durch die Artikel 26 und 28 der Verfassung sowie durch Artikel 10 der Europäischen Menschenrechtskonvention garantiert ist. Es wurde betont, dass die anhaltenden Drohungen gegen Ağırel und seine Familie durch anonyme Social-Media-Konten nicht mit demokratischen Werten vereinbar seien und diese Vorfälle der Pressefreiheit insgesamt schadeten. Die Verbandsführung forderte die Behörden auf, rasch die notwendigen Schritte einzuleiten.
In der Erklärung des Verbandes hieß es zudem:
„Wir erinnern noch einmal daran, dass Journalismus kein Verbrechen ist, Drohungen und gezielte Diffamierung hingegen schon; wir möchten der Öffentlichkeit mitteilen, dass wir uns gegen jede Form von Druck und Angriffen auf unsere Kollegen stellen werden. Wir appellieren an alle Politiker, einschließlich der Regierung und der Opposition, einen besonnenen Ansatz zu verfolgen, der die Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit achtet.“
Der TGC forderte eine effektive Untersuchung der fortgesetzten Drohungen gegen Murat Ağırel und seine Familie und wies darauf hin, dass derartige Vorfälle die Gedanken- und Meinungsfreiheit in der Türkei untergraben.