Wachsende Empörung nach der Verhaftung von Alican Uludağ
Die Verhaftung des Journalisten Alican Uludağ aufgrund seiner Social-Media-Beiträge hat bei Presseorganisationen und Politikern für großes Aufsehen gesorgt. Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft haben in gemeinsamen Erklärungen die sofortige Freilassung von Uludağ gefordert.
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Zwölf verschiedene Presseorganisationen versammelten sich vor dem Justizpalast in Çağlayan, verurteilten die Verhaftung von Alican Uludağ und erklärten, dass die Entscheidung das Recht der Öffentlichkeit auf korrekte Information verletze. In der gemeinsamen Presseerklärung wurden scharfe Einwände gegen die zunehmende Kriminalisierung von Journalisten in der jüngsten Zeit erhoben.
In der gemeinsamen Erklärung wurde daran erinnert, dass Uludağ mehrfach von der Staatsanwaltschaft zur Aussage geladen worden war und sich keiner Untersuchung entzogen habe. Die Abläufe während der Ingewahrsamnahme sowie die in den Erklärungen der Staatsanwaltschaft verwendete Sprache wurden als inakzeptabel kritisiert. Die Berufsverbände betonten, dass solche Praktiken gegenüber Journalisten das Recht der Gesellschaft auf Information behindern und die Pressefreiheit bedrohen.
An der Erklärung beteiligten sich der Presserat (Basın Konseyi), der Journalistenverband (Gazeteciler Cemiyeti), der Verband Zeitgenössischer Journalisten (Çağdaş Gazeteciler Derneği), der Türkische Journalistenverband (Türkiye Gazeteciler Cemiyeti), die Türkische Journalistengewerkschaft (Türkiye Gazeteciler Sendikası), DİSK Basın-İş, KESK Haber-Sen, der Verband der Diplomatiekorrespondenten (Diplomasi Muhabirleri Derneği), der Verband der Wirtschaftskorrespondenten (Ekonomi Muhabirleri Derneği), der Verband für Medien- und Rechtsstudien (Medya ve Hukuk Çalışmaları Derneği), der Journalistenverband Izmir (İzmir Gazeteciler Cemiyeti) und der Verband der Parlamentskorrespondenten (Parlamento Muhabirleri Derneği).
REAKTIONEN VON POLITIKERN UND BERUFSVERBÄNDEN FOLGEN AUFEINANDER
Nach der Entscheidung zur Verhaftung von Alican Uludağ folgten zahlreiche Erklärungen aus politischen Kreisen und verschiedenen Berufsverbänden. In einer Nachricht, die Uludağ über seine Anwälte an die Öffentlichkeit richtete, hieß es: „Jeder soll wissen, dass Alican Uludağ nicht geschwiegen hat und auch nicht schweigen wird.“
Der CHP-Provinzvorsitzende von Istanbul, Özgür Çelik, wandte sich an den Justizminister, wies auf Zweifel an der Unparteilichkeit des Ministeriums hin und kritisierte die aktuelle Situation. Der Bürgermeister von Ankara, Mansur Yavaş, erklärte, dass Uludağ seine Social-Media-Beiträge von Ankara aus verfasst habe und dort wohnhaft sei. Er betonte, dass die Durchführung der Untersuchung in Istanbul und die Entscheidung zur Verhaftung Zweifel hinsichtlich der Zuständigkeit und des Verfahrens aufwerfen. Yavaş sagte: „Die Maßnahme der Verhaftung aufgrund journalistischer Tätigkeiten sollte eine Ausnahme sein.“
Der stellvertretende CHP-Vorsitzende Ulaş Karasu erklärte: „In einer demokratischen Ordnung sind nicht Fragen die eigentliche Bedrohung, sondern die Mentalität, die sich an Fragen stört. Alican Uludağ ist Journalist, Journalismus ist kein Verbrechen.“ Eine weitere stellvertretende CHP-Vorsitzende, Gül Çiftci, argumentierte, dass politischer Druck in jüngster Zeit die Justizentscheidungen beeinflusse, und forderte die sofortige Freilassung von Uludağ.
'SOFORTIGE FREILASSUNG GEFORDERT'
Der TİP-Vorsitzende Erkan Baş erklärte: „Diejenigen, die keine freie journalistische Tätigkeit dulden, werden sich verantworten müssen. Alican Uludağ muss sofort freigelassen werden.“
Die Türkische Ärztekammer (Türk Tabipleri Birliği) äußerte in einer Erklärung, dass der Versuch, Journalisten durch Ingewahrsamnahmen und juristische Drohungen zum Schweigen zu bringen, sowohl die Presse- und Meinungsfreiheit als auch den Zugang der Gesellschaft zu korrekten Informationen behindere.
In der vom Türkischen Journalistenverband veröffentlichten Erklärung hieß es: „Die Presse- und Meinungsfreiheit ist das Fundament einer demokratischen Gesellschaft. Diese Freiheit ist nicht nur für Journalisten, sondern für die gesamte Gesellschaft eine Garantie für den Zugang zu Informationen. Wir fordern die schnellstmögliche Freilassung unseres Kollegen.“
Die Türkische Journalistengewerkschaft erklärte: „Alican Uludağ wird nicht schweigen! Die vom Friedensgericht verhängte Verhaftungsentscheidung ist sowohl für unseren Berufsstand als auch für die Unabhängigkeit der Justiz besorgniserregend. Wir wiederholen die Worte von Uludağ vor Gericht und verteidigen den Journalismus!“
Der Journalistenverband Izmir erklärte seine Haltung wie folgt: „Journalisten üben eine Kontrollfunktion im öffentlichen Interesse aus, hinterfragen diejenigen, die öffentliche Macht ausüben, und teilen Informationen, die die Gesellschaft betreffen. Dies ist ein unverzichtbarer Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Dass Pressevertreter aufgrund ihrer Berichte oder Meinungen strafrechtlichen Ermittlungen ausgesetzt sind, ist ein schwerer Schlag gegen die Meinungs- und Pressefreiheit. Wir akzeptieren die Verhaftung von Alican Uludağ nicht und stehen an seiner Seite.“
Nach der Verhaftung von Uludağ wurden die Forderungen nach dem Schutz des journalistischen Berufs und der Meinungsfreiheit erneut lautstark geäußert. Verbände und Gewerkschaften wiederholten die Botschaft „Journalismus ist kein Verbrechen“ und erklärten, dass sie das Recht der Öffentlichkeit auf Information weiterhin verteidigen werden.