Regeln im Schengen-Raum ändern sich

Die im Rahmen des EES während der Sommermonate gewährte vorübergehende Flexibilität endet am 6. September. Reisenden wird empfohlen, insbesondere bei Anschlussflügen mehr Zeit einzuplanen.

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Für Millionen von Reisenden, die nach Europa reisen, beginnt eine neue Phase bei den Schengen-Grenzkontrollen. Die vorübergehenden Erleichterungen, die für das EES-System gewährt wurden – welches im Oktober 2025 schrittweise eingeführt und am 10. April 2026 vollständig in Betrieb genommen wurde –, sollen ab dem 6. September auslaufen.

Für Reisende nach Europa rückt der Prozess der biometrischen Datenerfassung bei Grenzkontrollen in den Vordergrund.

Während der Sommermonate wurde den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eingeräumt, die Erfassung biometrischer Daten an einigen Grenzübergängen vorübergehend auszusetzen, falls die Auslastung ein inakzeptables Niveau erreichen sollte. Mit dem Wegfall dieser Flexibilität wird der Handlungsspielraum der Grenzbeamten bei Kontrollen, die Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder für kurzfristige Besucher aus Nicht-EU-Ländern nutzen, eingeschränkt.

FLEXIBILITÄT ENDET AM 6. SEPTEMBER

Die Europäische Kommission teilte mit, dass das EES-System den Sommer über insgesamt gut funktioniert habe.

Die Europäische Kommission erklärte, dass das System den Sommer über insgesamt gut funktioniert habe, und wies darauf hin, dass die Gespräche mit einigen Mitgliedstaaten über die Umsetzung fortgesetzt würden. Die Reisebranche warnt hingegen, dass die Aufhebung der Flexibilität insbesondere an stark frequentierten Flughäfen die Wartezeiten wieder verlängern könnte.

Im Rahmen des EES können von Reisenden biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsbilder erfasst werden.

Mit dem EES werden die Passdaten, Ein- und Ausreisedaten sowie biometrische Daten von kurzfristigen Besuchern aus Nicht-EU-Ländern, die die Außengrenzen des Schengen-Raums überqueren, elektronisch erfasst. Das System zielt darauf ab, die 90-Tage/180-Tage-Regel im Schengen-Raum elektronisch zu überwachen und Reisende, die die zulässige Aufenthaltsdauer überschreiten, automatisch zu identifizieren.

Mit dem neuen System wurde die manuelle Passstempelung durch eine digitale Registrierung ersetzt.

Durch das digitale Registrierungssystem wurde die Praxis der manuellen Stempelung von Pässen durch eine elektronische Nachverfolgung ersetzt. Diese Änderung bedeutet, dass Reisende bei Grenzübertritten umfassenderen Datenkontrollen unterzogen werden.

Laut IATA-Daten kann die Standard-Passkontrolle im Rahmen des EES bis zu etwa 90 Sekunden dauern.

WARNUNG VOR WARTEZEITEN

Nach Angaben der International Air Transport Association (IATA) kann die Standard-Passkontrolle, die zuvor etwa 20 bis 25 Sekunden dauerte, im Rahmen des EES auf bis zu etwa 90 Sekunden ansteigen. Daher wird davon ausgegangen, dass es insbesondere zu Stoßzeiten an den Grenzübergängen zu längeren Warteschlangen kommen könnte.

Reisenden, die eine Schengen-Reise mit einem türkischen Pass planen, wird empfohlen, die neuen Grenzkontrollen zu berücksichtigen.

Laut einer Untersuchung der Financial Times und der Reiseanalyse-Gruppe Qsensor erreichte die durchschnittliche Wartezeit am Flughafen Frankfurt im Juli 120 Minuten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres lag dieser Wert bei 60 Minuten. Es wurde berichtet, dass die Wartezeit in München von 31 Minuten auf bis zu 60 Minuten anstieg, während die maximale Wartezeit in Amsterdam von 80 auf 120 Minuten zunahm.

Die Reisebranche empfiehlt Reisenden mit Anschlussflügen, größere Zeitfenster einzuplanen.

Vertreter der Reisebranche empfehlen Reisenden, die nach dem 6. September die europäischen Grenzkontrollen passieren, bei ihren Flugplänen größere Zeitfenster einzuplanen. Insbesondere kurze Umsteigezeiten könnten aufgrund möglicher Verzögerungen an der Grenze riskant werden.

Eine Verbindung, die auf dem Papier völlig vernünftig aussieht, kann sehr schnell problematisch werden, wenn man an der Grenze eine Stunde oder länger verliert.

— Himmelmann, CEO von Global Work & Travel

Die IATA und Organisationen der Reisebranche fordern die Europäische Union dazu auf, die Flexibilität, die bei hohem Aufkommen eine teilweise Aussetzung der biometrischen Kontrollen ermöglicht, auch nach dem 6. September beizubehalten.