Städtereisen abseits der Massen in Europa: 10 herausragende „Zweitstädte“

Für alle, die dem Touristenansturm entfliehen möchten, bieten sich Europas „Zweitstädte“ an – von Split bis Basel, von Thessaloniki bis Lille.

12punto

Europas meistbesuchte Hauptstädte und touristische Zentren können das Urlaubserlebnis in der Hochsaison durch lange Warteschlangen, überfüllte Plätze und steigende Kosten erschweren. Aus diesem Grund orientieren sich viele Reisende in den letzten Jahren an „Zweitstädten“, die weniger bekannt sind, aber starke Optionen in Bezug auf Kultur, Geschichte, Gastronomie und lokales Leben bieten.

Laut einer Zusammenstellung von Euronews schafft dieser Trend eine neue Karte für Städtereisen in Europa für diejenigen, die abseits der klassischen Touristenrouten unterwegs sein möchten. Auf der Liste, die von der kroatischen Adriaküste bis nach Nordfrankreich reicht, stechen 10 Adressen hervor, die fernab der Massen liegen, aber einen starken Charakter besitzen.

Die Schweizer Stadt Basel - © Photo by birdeye.ch on Unsplash

WAS BEDEUTET „ZWEITSTADT“?

Der Begriff „Zweitstadt“ bezieht sich nicht nur auf die zweitgrößte Stadt eines Landes nach Einwohnerzahl. In der Reisesprache beschreibt dieser Ausdruck oft Städte, die im Schatten der Hauptstädte oder der beliebtesten Reiseziele stehen, aber dennoch durch ihre authentischen Viertel, lokalen Märkte, familiengeführten Restaurants, Museen und ein ruhigeres Tempo bestechen.

Solche Routen können Besuchern ein persönlicheres und lokales Erlebnis bieten. Anstelle von überfüllten Straßen, Reservierungsdruck und hohen Preisen, wie man sie in großen Tourismuszentren antrifft, stehen hier fußläufig erkundbare Zentren, kleine Galerien, Küstenpromenaden, lokale Spezialitäten und erschwinglichere Unterkunftsmöglichkeiten im Vordergrund.

HERAUSRAGENDE ADRESSEN AUF DER ROUTE

Split, eine der ersten Stationen auf der Liste, verbindet an der kroatischen Adriaküste 2000 Jahre Geschichte mit dem Leben am Meer. In der Stadt, die sich um den Diokletianpalast herum entwickelt hat, ist es möglich, von den Straßen aus der Römerzeit bis hin zu den Küstenpromenaden und Cafés alles zu Fuß zu erreichen. Der Glockenturm der Kathedrale des Heiligen Domnius gehört zu den beliebtesten Anlaufstellen für diejenigen, die den Blick über die Stadt genießen möchten.

Split in Kroatien - Photo by Spencer Davis on Unsplash

Cork im Südwesten Irlands besticht durch sein fußläufig erkundbares Zentrum und eine starke Marktkultur. Der 1788 gegründete Cork English Market bietet eine breite Palette von lokalen Produkten über frischen Fisch bis hin zu Gewürzen und Süßwaren. Die Stadt dient zudem als Tor zur Südküste, die für ihre Atlantikpanoramen, bunten Hafenstädte und Meeresklippen bekannt ist.

Die österreichische Stadt Graz zeichnet sich durch ihre Renaissance-Innenhöfe, eklektische Architektur und eine lebendige Gastronomieszene aus. Die Schloßbergbahn, die seit 1894 in Betrieb ist, bietet Besuchern die Möglichkeit, die Altstadt von oben zu betrachten, während das futuristische Bauwerk Murinsel auf der Mur das zeitgenössische Gesicht der Stadt repräsentiert.

Die deutsche Hafenstadt Hamburg verbindet ihr maritimes Erbe mit Street Art und einer starken Viertelkultur. In Stadtteilen wie St. Pauli, dem Schanzenviertel und dem Karoviertel sind Wandmalereien und Installationen zu sehen, während eines der bekanntesten lokalen Gerichte der Stadt Fischbrötchen mit frischem Fisch sind.

Brünn in Tschechien, das im Schatten von Prag steht, bietet mit seinen mittelalterlichen Bauwerken und unterirdischen Gängen ein ruhiges, aber vielschichtiges Stadterlebnis. Während die Burg auf dem Spielberg das Stadtmuseum Brünn beherbergt, bilden die Wasserbehälter am Gelben Berg (Zluty Kopec) eine ungewöhnliche Route für diejenigen, die die Untergrundgeschichte der Stadt erkunden möchten.

Brünn in Tschechien - Photo by Leonhard Niederwimmer on Unsplash

Ypern in der belgischen Region Flandern ist ein Halt, der durch seine Geschichte aus dem Ersten Weltkrieg hervorsticht. Das Yper Museum erzählt anhand von archäologischen Funden, Karten und Kunsthandwerk die 11-jährige Geschichte von Ypern und der Region Westhoek. Die Wander- und Radwege rund um die Stadt führen durch Denkmäler, geschützte Schützengräben und grüne Landschaften.

Cambridge in England ist zwar meist als Universitätsstadt bekannt, die oft als Tagesausflug von London aus besucht wird, ist aber eine der Adressen, die einen längeren Aufenthalt verdienen. Fahrten mit dem Stocherkahn auf dem Fluss Cam bieten die Möglichkeit, die Rückseiten der Colleges und die Grünflächen zu sehen. Unabhängige Buchhandlungen, Museen und Märkte unterstützen ebenfalls das ruhige Tempo der Stadt.

Die griechische Stadt Thessaloniki vereint mit ihren byzantinischen Kirchen, römischen Ruinen und der Küstenlinie Kultur mit einer maritimen Atmosphäre. Der Galeriusbogen, der Aristoteles-Platz und der Weiße Turm gehören zu den Wahrzeichen der Stadt. Lokale Spezialitäten wie Koulouri, Bougatsa und Trigona machen Thessaloniki auch gastronomisch attraktiv.

Thessaloniki in Griechenland - Photo by Miltiadis Fragkidis on Unsplash

Basel, das an der Schnittstelle der Schweiz zu Frankreich und Deutschland liegt, zeichnet sich als eine der bedeutenden Kunststädte Europas aus. In der Stadt, in der die Art Basel, deren erste Ausgabe 1970 stattfand, geboren wurde, beherbergt das Kunstmuseum Basel eine der ältesten öffentlichen Kunstsammlungen der Welt, die bis ins Jahr 1661 zurückreicht.

Lille im Norden Frankreichs ist eine Stadt, in der man das flämische Erbe in der Architektur und Küche spüren kann. Die gepflasterten Straßen von Vieux-Lille, die bunten Stadthäuser und die lebendige Kunstszene machen die Stadt zu einer starken Option für Frankreich-Routen außerhalb von Paris. Auch die Umgebung des Quai du Wault bietet sich für diejenigen an, die den Tag mit einem ruhigen Spaziergang ausklingen lassen möchten.

Der gemeinsame Punkt in dieser Zusammenstellung ist, dass diese Städte nicht nur eine Flucht vor der Menge versprechen, sondern ein langsameres und lokales Reiseerlebnis. Für diejenigen, die eine Alternative zum schnellen Tempo der Hauptstädte suchen, bieten Europas „Zweitstädte“ eine breite Palette an Möglichkeiten, von Kurztrips bis hin zu längeren Kulturrouten.