Ersun Yanal zur Ausländerregelung: „Die Krankheit ist klar, eine radikale Therapie ist erforderlich“

Ersun Yanal, einer der ehemaligen Trainer der türkischen Nationalmannschaft, äußerte sich zur neuen Ausländerregelung, die vom türkischen Fußballverband (TFF) bekannt gegeben wurde.

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Trainer Ersun Yanal sagte: "Wir haben in 10 Jahren über 2.500 ausländische Spieler verpflichtet. Wir haben für diese Spieler grob geschätzt 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Was haben wir erreicht? Ein großes Nichts. Die Krankheit ist sehr klar, eine radikale Therapie ist erforderlich. Wir müssen den Fußball nicht mit Schmerzmitteln retten, sondern indem wir die Faktoren beseitigen, die die Krankheit verursachen."

Yanal erinnerte in seiner Erklärung daran, dass der türkische Fußballverband die neue Ausländerregelung bekannt gegeben habe, und wies darauf hin, dass die Türkei in der FIFA-Weltrangliste auf Platz 37 und in der UEFA-Rangliste auf Platz 9 stehe.

"UNSERE TRAINERZAHL IST NULL"

Yanal teilte mit, dass die Anzahl der türkischen Spieler in den fünf großen europäischen Ligen bei 10 liege, und fügte hinzu:

"Unsere Anzahl an Trainern ist null. Die Anzahl unserer Schiedsrichter, die bei der Weltmeisterschaft 2022 Spiele geleitet haben, ist ebenfalls null. Die Süper Lig zieht weniger Zuschauer an als die 2. Bundesliga. Wir stehen mit 133 Strafakten bei der FIFA an erster Stelle. Sieben unserer Süper-Lig-Vereine haben Transfersperren. Die Gesamtverschuldung der drei großen Vereine liegt bei über 30 Milliarden. Wir sind die älteste Liga Europas. Wir sind die Liga, die die ältesten ausländischen Fußballer einsetzt und den wenigsten jungen Spielern Platz bietet. Wir haben in 10 Jahren über 2.500 ausländische Spieler verpflichtet. Wir haben für diese Spieler grob geschätzt 1,5 Milliarden Euro ausgegeben. Was haben wir erreicht? Ein großes Nichts. Die Krankheit ist sehr klar, eine radikale Therapie ist erforderlich. Wir müssen den Fußball nicht mit Schmerzmitteln retten, sondern indem wir die Faktoren beseitigen, die die Krankheit verursachen."

Yanal betonte, dass es von nun an Stabilität in der Verwaltung brauche, und fuhr wie folgt fort:

"WIR MÜSSEN EINE 'FUSSBALL-ENTWICKLUNGSPOLITIK' ENTWICKELN"

"Eine langfristige Strukturierung in jeder Abteilung, allen voran in der TFF-Hauptverwaltung, ist der erste Schritt dazu. Denn diejenigen, die heute die Entscheidungen treffen, werden morgen leider nicht einmal die Spiele im Fernsehen verfolgen. Der zweite Schritt: Pläne und Programme zu entwickeln, die es breiten Massen ermöglichen, Fußball zu spielen. Natürlich sollte man dies nicht nur für den Fußball, sondern als Sportstrukturierung eines Landes betrachten. Wir müssen in Fußballstädten wie Trabzon, Izmir, Kocaeli, Sakarya, Bursa, Eskişehir, Ankara, Istanbul, Antalya und Adana eine Basisorganisation sicherstellen. Auf diese Weise können wir eine ausreichende Anzahl und Qualität an Ressourcen schaffen, die den Fußball speisen. Danach müssen wir diese Ressource mit einer guten Organisation auf ein Elite-Niveau heben, neue Talente entdecken und mit einer für unser Land geeigneten akademischen Struktur eine 'Fußball-Entwicklungspolitik' produzieren."

Yanal merkte an, dass eine Struktur wie die des Vereins Rennes in Frankreich auch in der Türkei umgesetzt werden könne, und bewertete dies wie folgt: "Haben Sie jemals einen Herd gesehen, der den Topf von oben erhitzt? Doch genau das tun wir seit Jahren. Das heißt, wir stellen den Topf auf den Herd und servieren von der Seite, die warm wird. Die Unterseite ist immer kalt, geschmacklos und fad. Kurz gesagt: Wir brauchen einen im ganzen Land anwendbaren Fußballwandel. Wir müssen die Mission der Süper Lig auf mindestens fünf Jahre plus weitere fünf Jahre festlegen, unveränderliche Regeln aufstellen und diese Regeln nicht den Interessen der Vereine opfern. Aber wir müssen auch eine Zukunft für unsere Vereine aufbauen und dringend entscheiden, für wen wir den Fußball verwalten."