Weitere Stellungnahme von Fenerbahçe! 'Wir standen aufrecht gegen die Ungerechtigkeit'

Fenerbahçe hat im Finale des Supercups durch den Einsatz seiner U19-Mannschaft ein Zeichen gegen die seit 20 Jahren andauernden Ungerechtigkeiten gesetzt.

12punto

Nachdem der Fenerbahçe Sportclub das Spielfeld in den ersten Minuten des Supercup-Finales verlassen hatte, betonte der Verein in einer zunächst auf Englisch und anschließend auf Türkisch veröffentlichten Erklärung den Kampf, den er seit 20 Jahren gegen ein ungerechtes Fußballsystem in der Türkei führt. Das Team, das am 7. April 2024 vom türkischen Supercup-Finale gegen Galatasaray zurücktrat, begründete diese Entscheidung mit einer Vergangenheit voller Schwierigkeiten und Ungerechtigkeiten.

Die Erklärung von Fenerbahçe lautet wie folgt:

"Der Fenerbahçe Sportclub kämpft seit 20 Jahren gegen ein ungerechtes Fußballsystem in der Türkei. Die Fenerbahçe-Gemeinschaft setzt ihren Standpunkt gegen das ungerechte System im türkischen Fußball sowohl auf sportlicher als auch auf rechtlicher Ebene fort.

In den vergangenen 20 Jahren war Fenerbahçe mit verschiedenen Schwierigkeiten konfrontiert:

-Insbesondere in den letzten Spieltagen der Saison 2006 gegen Denizlispor, als das Spiel aufgrund von auf das Spielfeld geworfenen Fremdkörpern mehrfach unterbrochen wurde, verlor der Verein in sieben Spielzeiten dreimal die Meisterschaft.

-In der Saison 2010-2011 wurden sie von einer in den Staat infiltrierten Terrororganisation zu Unrecht der Spielmanipulation beschuldigt und es wurden Gerichtsverfahren gegen sie eingeleitet.

-Von 2011 bis 2021 mussten sie einen zehnjährigen Rechtsstreit führen, bis sie ihre Unschuld beweisen konnten.

-Aufgrund der dem Verein gestellten Falle erlitten sie erhebliche wirtschaftliche Verluste und der Wert ihrer Unternehmen halbierte sich.

-Sie wurden vom Türkischen Fußballverband für zwei Spielzeiten von der Teilnahme an der Champions League ausgeschlossen, ohne das Ergebnis der Gerichtsverfahren abzuwarten.

-Gegen die illegale Organisation, die den Verein ins Visier nahm, leiteten sie ein neues Gerichtsverfahren unter dem Namen 'Fenerbahçe-Komplott-Prozess' ein und setzen ihren Kampf für Gerechtigkeit fort.

-Aufgrund der erlittenen materiellen und immateriellen Schäden reichten sie Schadensersatzklagen gegen verschiedene Behörden in der Türkei ein, darunter auch gegen den Türkischen Fußballverband.

-Am 4. April 2015 wurde in einem in der Weltfußballgeschichte beispiellosen Vorfall auf den Mannschaftsbus geschossen, doch die Täter sind auch neun Jahre später noch unbekannt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kampf von Fenerbahçe gegen Ungerechtigkeit in den jüngsten Ereignissen gipfelte:

Beim Spiel gegen Trabzonspor am 17. März 2024 versuchten Hunderte von Menschen aufgrund unzureichender Sicherheitsvorkehrungen, das Spielfeld zu stürmen und die Spieler anzugreifen.

Trotz der Verteidigungsmaßnahmen der Fußballer gegen die organisierten Angriffe in Trabzon befand der Türkische Fußballverband diese Handlungen für strafwürdig.

Nach diesen Ereignissen beschloss der Vorstand des Fenerbahçe Sportclubs am 18. März 2024, mit den Vereinsmitgliedern zusammenzukommen und sich zu beraten.

In Übereinstimmung mit dieser Entscheidung hielt Fenerbahçe am 2. April 2024 eine außerordentliche Generalversammlung mit einer Rekordbeteiligung (über 23.000 Mitglieder) ab, um den weiteren Weg festzulegen.

Einer der auf der außerordentlichen Generalversammlung gefassten Beschlüsse war die Forderung, das Supercup-Finale aufgrund der Viertelfinalspiele der UEFA Conference League auf ein späteres Datum zu verschieben und darauf zu bestehen, dass das Spiel von einem ausländischen Schiedsrichter geleitet wird, um gegen das ungerechte Klima im Fußball zu protestieren.

Andernfalls würde das Team entweder mit der U19-Mannschaft antreten oder gar nicht teilnehmen.

Der diesbezügliche Antrag des Vereins wurde vom Türkischen Fußballverband abgelehnt.

Nach diesen Entscheidungen und als Reaktion auf die endgültige Ablehnung durch den Türkischen Fußballverband sowie auf alle erlittenen Ungerechtigkeiten schickte Fenerbahçe seine U19-Mannschaft auf das Spielfeld und nahm die Möglichkeit in Kauf, das Supercup-Finale zu verlieren.

Das Spiel endete mit dem Rückzug unserer Mannschaft vom Spielfeld.

Wir sagen, dass wir nicht angetreten sind, um zu gewinnen, sondern um die Wahrheit zu verteidigen, und wir möchten an diesem historischen Tag für den türkischen Fußball unseren Standpunkt unterstreichen:

“So wie wir in unserer 117-jährigen Geschichte in jeder Sportart, in der wir angetreten sind, dem türkischen Sport mit Tausenden von Pokalen in unserem Museum gedient haben, die die Spuren von Mühe und Hingabe tragen.

Als der größte Sportverein der Welt mit 30 Millionen Fans, die die nationalen Werte ihres Landes in sich tragen,

So wie wir gestern und heute aufrecht gegen Gesetzlosigkeit und Ungerechtigkeit gestanden haben, werden wir auch morgen weiterhin so stehen.”