Hinter den Kulissen: Nach Hummer-Essen und Malediven-Urlaub entbrennt in der AKP eine Debatte über die „Berater im Palast“
Nach der Niederlage der AKP bei den Kommunalwahlen am 31. März soll innerhalb der Partei die Frage, was die rund 40 Berater im Präsidentenpalast eigentlich tun, immer häufiger gestellt werden.
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Nach der Niederlage bei den Kommunalwahlen am 31. März erschütterten ein Hummer-Foto und ein Malediven-Urlaub die AKP.
Während die Bürger mit der Wirtschaftskrise kämpfen, sorgte der luxuriöse und prunkvolle Lebensstil einiger AKP-Mitglieder auch innerhalb der Partei für Diskussionen.
Die Kolumnistin der Zeitung Gazete Pencere, Nuray Babacan, brachte nun ein weiteres Streitthema innerhalb der Partei zur Sprache.
Babacan erklärte, dass die Berater im Präsidentenpalast innerhalb der Partei zum Gegenstand von Gerüchten geworden seien, und schrieb: „Die Parteiführung spricht davon, das schlechte Bild, das in der Gesellschaft entstanden ist, zu korrigieren. So wird beispielsweise immer häufiger gefragt, was die rund 40 Berater im Präsidentenpalast eigentlich tun.“ Dies schrieb sie in ihrem Beitrag.
Babacan teilte dazu folgende Hintergrundinformationen:
„Es wird immer häufiger gefragt, was die rund 40 Berater im Präsidentenpalast eigentlich tun. Es heißt, Erdoğan habe nur fünf aktive Berater und man müsse sich von den anderen trennen. Auch die Führungskräfte und Bürokraten, die aufgrund von Vorstandsmitgliedschaften, die im öffentlichen Dienst wie Almosen verteilt werden, Gehälter von mehreren Stellen beziehen, sind innerhalb der Partei das beliebteste Gesprächsthema. Es sind wiederum AKP-Mitglieder, die Beispiele von Bürokraten anführen, die 540.000 Lira Gehalt von fünf verschiedenen Stellen beziehen. Sie sind es auch, die fordern, dass eine Begrenzung auf maximal zwei Gehälter, inklusive der Rente, eingeführt werden sollte. Zudem stoßen die Posten der stellvertretenden Minister, die meist mit ehemaligen AKP-Abgeordneten besetzt sind, zunehmend auf Kritik. Es wird diskutiert, dass diese Aufgabe, die als Mittel für Ämter und Gehälter missbraucht wird, auf maximal zwei Stellvertreter begrenzt werden sollte.“
Es wird analysiert, dass die Zahl der ehemaligen Minister und Abgeordneten, die als Führungskräfte oder Vorstandsmitglieder in Staatsbanken und Tochtergesellschaften von Ministerien eingesetzt wurden, auf fast 100 gestiegen ist und dass diese Personalpolitik, die keinerlei Bezug zur Institution oder zum Aufgabenbereich hat, in der Gesellschaft auf heftige Kritik stößt.
In den Parteiversammlungen gibt es auch Stimmen, die die soziologischen Gründe für das Debakel hinterfragen. Die Feststellung, dass „die Schere zwischen der Soziologie und der AKP-Politik immer weiter auseinandergeht“, ist bemerkenswert. Ihnen zufolge betrachtet die Gesellschaft die Lage so: „Ich verändere mich, aber ihr tretet auf der Stelle. Bei der CHP gab es einen Wandel. Es kam Bewegung in die Partei und die Basis. Es gibt neue Worte, neue Akteure. Ihr seid veraltet...“