Lobeshymnen der britischen Presse auf Arda Güler: Er ist ein Orchesterdirigent

Jonathan Liew, Autor der britischen Zeitung The Guardian, veröffentlichte eine Analyse zum Sieg gegen Österreich. In seinem Artikel lobte Liew die Leistung des jungen türkischen Stars Arda Güler in den höchsten Tönen.

12punto

Großbritanniens führende Zeitung The Guardian hat eine Analyse zum Achtelfinalspiel der EURO 2024 zwischen der Türkei und Österreich veröffentlicht.

Der Guardian-Autor Jonathan Liew, der das Spiel im Leipziger Stadion verfolgte, titelte in seinem Analyseartikel: "Während der aufregende Güler zum Vollstrecker wurde, dirigierte er die Türkei durch ihre größte Nacht seit Generationen".

Liew erinnerte an den Eckball in der 59. Minute, kurz bevor Merih Demiral sein zweites Tor und das zweite Tor für die Türkei erzielte. Er wies darauf hin, dass Arda trotz der Gegenstände, die aus dem österreichischen Fanblock geworfen wurden, zum Eckball antrat und unmittelbar nach dem zweiten Treffer den österreichischen Fans den "Soldatengruß" zeigte.

WIR WUSSTEN, WAS ER KANN

Liew erklärte, dass Arda beim spanischen Fußballverein Real Madrid gegen Ende der Saison richtig aufgeblüht sei: "Wir wussten bereits alles über Arda. Wir haben das Lob seiner Teamkollegen und Trainer gesehen. Wir kennen sein Tor gegen Georgien, das Tor aus großer Distanz. Wir wussten, was er mit dem Fußball anstellen kann. Was wir noch nicht wussten, war, wann er das alles zeigen würde", sagte er.

In seinem Artikel ging Liew darauf ein, dass Österreich die zweite Halbzeit, die mit einer 1:0-Führung für die Türkei endete, schnell begann, aber trotz der Annäherung von Marko Arnautovic kein Tor erzielen konnte. Liew betonte, dass Arda nach dem zunehmenden Druck Österreichs von der Bank um "Hilfe" gebeten habe und Trainer Montella mit der Einwechslung von Salih Özcan auf diesen Hilferuf reagiert habe.

ER WAR DER MARSCHALL AUF DEM FELD

Liew äußerte sich wie folgt: "In einer Nacht voller Chaos und erbitterter Kämpfe war Arda nicht nur der kreative Spieler, sondern auch der Orchesterdirigent. Er war nicht nur ein Passgeber, er war ein Pascha. Er war die Lunge, das Herz und der Marschall hinter der Energie auf dem Platz in der größten Nacht des türkischen Fußballs seit Generationen."

IN ABWESENHEIT VON HAKAN

Liew berichtete, dass Hakan Çalhanoğlu, der mit seinem Team Inter in der italienischen Liga Erfolge feierte, in diesem wichtigen Spiel aufgrund einer Sperre nicht auflaufen konnte: "In Abwesenheit von Hakan Çalhanoğlu blieb die Frage offen, ob einer der brillantesten jungen Spieler Europas gegen eines der besten Teams des Turniers die Führung übernehmen könnte. Würde dieser aufregende Star ein Vollstrecker sein können? Die Antwort erhielten wir sofort", sagte er.

Liew erklärte, dass Arda nach dem Tor in der 1. Minute den Ball weit weg vom gegnerischen Tor annahm, die Rolle des Spielmachers übernahm und gegen Österreich einen ähnlichen Schuss versuchte wie den, den er in der spanischen Liga gegen Osasuna aus dem Mittelfeld an die Latte gesetzt hatte.

Liew betonte, dass Arda seinen Ehrgeiz während des gesamten Spiels nie verloren habe und selbst dann, wenn er nicht am Ball war, ständig seine Mitspieler dirigierte und sich über einfache Fehler seiner Teamkollegen ärgerte.

EINE UNGLAUBLICHE PARADE

Liew berichtete, dass die Angriffe Österreichs zunahmen, als Arda 13 Minuten vor Spielende ausgewechselt wurde.

Liew sagte, dass Österreich dem Ausgleich sehr nahe war, und kommentierte die Parade von Torhüter Mert Günok in den letzten Sekunden mit den Worten: "Mert hat in den letzten Sekunden eine unglaubliche Parade gezeigt."