Meistertitel im türkischen Fußball könnten sich ändern: Brisante Vorwürfe im Zusammenhang mit Wett-Ermittlungen
Der Sportjurist Anıl Dinçer erklärte, dass im Rahmen der Wett-Ermittlungen im türkischen Fußball Meistertitel aberkannt werden könnten und die UEFA Sanktionen gegen türkische Vereine verhängen könnte.
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Nach den Wett-Operationen, die den türkischen Fußball erschüttert haben, richtet sich der Blick nun auf die Gültigkeit der Meistertitel. Der Sportjurist Anıl Dinçer brachte zur Sprache, dass sich die Meistertitel der vergangenen Jahre je nach Ausgang der Wett-Ermittlungen ändern könnten. Dinçer erklärte, dass Spiele rückwirkend annulliert werden könnten, falls Faktoren identifiziert werden, die die Fairness des Titelrennens und die Ergebnisse der Liga beeinträchtigt haben.
AUSWIRKUNGEN AUF DIE UEFA
Dinçer äußerte sich dazu, ob die von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul geführten Wett-Ermittlungen die Position türkischer Vereine bei der UEFA beeinflussen könnten. Er erklärte, dass er derzeit keine solche Gefahr sehe, da der Ermittlungsprozess transparent geführt werde und er nicht davon ausgehe, dass der türkische Fußball Probleme bei UEFA-Wettbewerben bekommen werde. Er warnte jedoch davor, dass die UEFA türkische Vereine von Wettbewerben ausschließen könnte, sollte es zu einer negativen Entwicklung kommen.
IST EINE ANNULLIERUNG VON MEISTERTITELN MÖGLICH?
Dinçer sagte: "Sollte sich im Zuge der Ermittlungen herausstellen, dass der Gerechtigkeitsmechanismus in den Ligen beeinträchtigt und das Titelrennen manipuliert wurde, könnte es zu einer Situation kommen, die bis zur rückwirkenden Annullierung von Spielen führen kann." Dinçer wies darauf hin, dass die Richtlinien des türkischen Fußballverbandes (TFF) Bestimmungen zur rückwirkenden Annullierung von Spielen enthalten, betonte jedoch, dass es für eine Annullierung ganzer Ligen keine eindeutige Rechtsgrundlage gebe.
"RÜCKWIRKENDE MASSNAHMEN MÖGLICH, ABER SCHWIERIG"
Dinçer erklärte, dass die praktische Umsetzung einer Aberkennung von Meistertiteln nicht einfach sei, insbesondere da große Unsicherheiten hinsichtlich der Teilnahme an europäischen Wettbewerben und der daraus erzielten Einnahmen bestünden. Er sagte, dass zahlreiche Fragen zu den Einnahmen der Vereine aus Europa aufkommen würden und Verwirrung darüber entstehen könnte, wie diese Einnahmen aufgeteilt werden sollen. Zudem wies er darauf hin, dass auch die Ligaplatzierungen und Sponsoreneinnahmen Teil dieses Prozesses sein würden.
Dinçer erklärte, dass mit neuen Beweisen im Ermittlungsverfahren viele weitere Personen in die Ermittlungen einbezogen werden könnten. Er betonte die Möglichkeit, dass neben Sportlern, Schiedsrichtern, Vereinspräsidenten und Spielervermittlern auch Sportdirektoren und Trainer in die Ermittlungen verwickelt sein könnten. Zudem merkte er an: "In einem Umfeld, in dem so viele Personen involviert sind, ist es unmöglich, dass die Straftaten nur individuell begangen wurden", und deutete an, dass die Ermittlungen in Richtung organisierter Kriminalität abdriften könnten.
Dinçer erklärte, dass am Ende der Ermittlungen die Antworten auf Fragen wie die, wer die illegalen Wetten organisiert hat, wer davon profitiert hat und wer die Spiele manipuliert hat, von entscheidender Bedeutung sein werden. Er warnte davor, dass die Antworten auf diese Fragen zu großen Veränderungen im türkischen Fußball führen könnten.