Selçuk Derelis Reaktion auf Mehmet Büyükekşi nach Halil Umut Meler-Vorfall: 'Du hast erst vor einem Monat vor den Beşiktaş-Fans...'
Der ehemalige Schiedsrichter Selçuk Dereli äußerte sich zu dem Faustschlag gegen den FIFA-Schiedsrichter Halil Umut Meler und übte scharfe Kritik an TFF-Präsident Mehmet Büyükekşi.
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Nach dem Spiel der 15. Woche der Süper Lig zwischen MKE Ankaragücü und Çaykur Rizespor wurde der Schiedsrichter Halil Umut Meler vom Präsidenten des Heimvereins, Faruk Koca, mit einem Faustschlag angegriffen.
Nach dem skandalösen Vorfall wurde Ankaragücü-Präsident Faruk Koca festgenommen und an das PFDK (Professionelles Fußball-Disziplinarkomitee) überwiesen.
Während der Faustschlag gegen Halil Umut Meler weltweit für Schlagzeilen sorgte, äußerte sich der ehemalige Schiedsrichter Selçuk Dereli mit bemerkenswerten Aussagen.
"VOM VEREINSPRÄSIDENTEN BIS ZUR SCHIEDSRICHTERKLASSIFIZIERUNG BESTIMMT DIE POLITIK ALLES"
Laut einem Bericht von Fatih Saygın von Gazete Duvar erklärte Selçuk Dereli, der sich als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Çankaya für die CHP beworben hat, dass die Probleme im türkischen Fußball nicht enden würden, solange die Politisierung nicht beseitigt sei.
Dereli betonte, dass die Autonomie des türkischen Fußballverbandes (TFF) nur auf dem Papier bestehe und dass Personen, die von der Politik unterstützt werden, an die Spitze dieser Institutionen und Organisationen gesetzt würden. Er unterstrich die Notwendigkeit eines ernsthaften Wandels.
"Die Politik nutzt den Fußball, und leider nutzt auch der Fußball die Politik", sagte Dereli und wies darauf hin, dass die Verwaltungsstruktur faktisch auf Ernennungen basiere: "Jeder weiß, wie Vereinspräsidenten, der TFF-Präsident und die Gremien ins Amt kommen. Ohne die Zustimmung Dritter können nicht einmal Trainer für die Vereine verpflichtet werden. Es wird ständig darüber gesprochen, dass die Politik auch bei der Festlegung der Schiedsrichterklassen einen großen Einfluss hat."
Dereli erklärte, dass die Besetzung jedes Gremiums durch die Politik dazu führe, dass sich 'die Schwänze ineinander verheddern', und fügte hinzu: "Es besteht ein dringender Bedarf für einen ernsthaften Wandel im türkischen Fußball, beginnend mit dem Prozess der TFF-Wahlen. Jemand zeigt auf jemanden, und diese Person wird TFF-Präsident. Dabei sollte der TFF-Präsident und dessen Vorstand durch den freien Willen der Schiedsrichter, Fußballer, Fanverbände, der Vereinigung der Vereine, der Trainer und anderer Basisverbände bestimmt werden."
KRITIK AN BÜYÜKEKŞİ: ES REICHT DIR!
Dereli merkte an, dass es niemandem in den Kram passe, über die aktuelle Struktur im Fußball zu sprechen, und betonte, dass die Geschehnisse in jeder Hinsicht diskutiert werden müssten. Er erklärte, man solle sich nicht darüber wundern, dass TFF-Präsident Mehmet Büyükekşi als ernannter Präsident dieses Verhalten an den Tag lege: "An jenem Tag trat TFF-Präsident Mehmet Büyükekşi auf und rief: 'Es reicht, es reicht!'. Eigentlich muss man zu Mehmet Büyükekşi 'Es reicht' sagen. Du hast erst vor einem Monat vor den Beşiktaş-Fans den Präsidenten von Beşiktaş mit dem Finger bedroht. Wenn du das als TFF-Präsident tust, dann macht das ein Vereinspräsident auch mit dem Schiedsrichter. Dass es so weit kommen würde, war absehbar."
Dereli forderte die zuständigen Institutionen und Personen auf, nicht nur Verurteilungen auszusprechen, sondern die Probleme zu lösen. Er warnte, dass sich nichts ändern werde, wenn keine Konsequenzen gezogen würden, und dass die Vorfälle in einer Woche wieder vergessen seien.
Dereli betonte, dass Fußball ein Sport sei, der mit Gefühlen von Frieden und Brüderlichkeit gespielt werde: "Als Sportlehrer habe ich das meinen Schülern jahrelang beigebracht. Im Sport darf es keine Parteipolitik geben. Wenn Vereinspräsidenten, TFF-Präsidenten, Schiedsrichterkader und Trainerstäbe nach der politischen Gesinnung von Personen bestimmt werden, dann funktioniert das nicht. Wenn ihr über den Sport keine richtigen Botschaften vermittelt und anderen Dingen nachjagt, dann sind das die Ergebnisse. Es ist ein Jammer für unseren Fußball, dass man Fußballer im Referendum für die Kampagne 'Ja für eine stärkere Türkei' instrumentalisiert hat, um sie an diesen Punkt zu bringen."