Türkei führt FIFA-Liste der Transfersperren an: Jeder fünfte aktive Eintrag betrifft türkische Vereine

Auf der Live-Liste der FIFA finden sich 256 aktive Transfersperren gegen 32 türkische Vereine; das Problem verschärft sich insbesondere in den unteren Ligen.

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Während die Transferagenda vor der neuen Saison an Fahrt gewinnt, spiegelt sich die finanzielle Lage des türkischen Fußballs auch in der Liste der FIFA-Transfersperren wider. Auf der regelmäßig aktualisierten Live-Liste der FIFA sind zum Stand vom 25. Juli 2026 weltweit 1279 aktive Sperreinträge verzeichnet. Davon entfallen 256 Einträge auf 32 Vereine aus der Türkei.

Dieser Statistik zufolge ist jeder fünfte im FIFA-System sichtbare aktive Transfersperreintrag einem türkischen Verein zuzuschreiben. Die Türkei übertrifft damit sogar die Gesamtzahl der Einträge von Libyen (114) und Griechenland (69), die auf den Plätzen zwei und drei folgen. Rumänien folgt mit 42 und China mit 40 Einträgen.

Es wird darauf hingewiesen, dass die Liste eher die Anzahl der angesammelten Akten als die reine Anzahl der Vereine widerspiegelt. So stehen zwar 38 Vereine aus Libyen auf der Liste, während es aus der Türkei 32 sind, doch die Anzahl der aktiven Einträge türkischer Vereine ist bei weitem höher.

DIE MEISTEN EINTRÄGE BEI ADANA DEMİRSPOR

Die schwerwiegendste Bilanz auf Vereinsebene weist Adana Demirspor auf. Der Verein aus Adana hat 34 aktive Einträge auf der FIFA-Liste. Diese setzen sich aus 28 Sperren, die bis zur Erfüllung der Verpflichtungen andauern, und sechs Sanktionen, die drei Transferperioden umfassen, zusammen.

Auf Adana Demirspor folgen MKE Ankaragücü mit 27 Einträgen, Yeni Malatyaspor mit 25 und Altay mit 21 Einträgen. Die insgesamt 107 Einträge dieser vier Vereine entsprechen etwa 42 Prozent aller aktiven Sperren in der Türkei.

Betrachtet man die Verteilung nach Provinzen, so zeigt sich, dass die Einträge auf 19 Provinzen verteilt sind. Adana führt die Liste mit 45 Einträgen an, wovon 34 auf Adana Demirspor und 11 auf Adanaspor entfallen. In Ankara gibt es 29, in Izmir 26, in Malatya 25 und in Antalya 21 aktive Einträge. Die Summe der ersten fünf Provinzen erreicht 146 und macht damit 57 Prozent der Sperren in der Türkei aus.

Im weiteren Verlauf der Liste stechen Antalyaspor mit 15, Adanaspor und Denizlispor mit jeweils 11, sowie Hatayspor, Gaziantepspor, Kardemir Karabükspor und Şanlıurfaspor mit jeweils 10 Einträgen hervor. Akhisarspor hat neun und Pendikspor sieben aktive Einträge.

KRISE IN DEN UNTEREN LIGEN TIEFER

Unter den Vereinen, die in der Saison 2026-2027 in der Süper Lig antreten werden, stehen lediglich Gaziantep FK und Eyüpspor auf der Liste. Gaziantep FK hat drei und Eyüpspor vier aktive Einträge. Im Gegensatz dazu liegt die Gesamtzahl der Einträge der neun Vereine in den beiden höchsten Männer-Profiligen bei lediglich 43.

Die verbleibenden 213 Einträge betreffen Vereine aus den professionellen unteren Ligen, dem Frauenfußball, Vereine, die in den Amateurbereich abgestiegen sind, oder solche, die nicht mehr in den nationalen Ligen vertreten sind. Dass Gaziantepspor und Kardemir Karabükspor jeweils 10, Akhisarspor neun und die ehemalige juristische Person Mersin İdman Yurdu vier aktive Einträge haben, zeigt, dass ein Abstieg aus den Ligen die Verpflichtungen gegenüber der FIFA nicht aufhebt.

Ein erheblicher Teil der aktiven Sperren gegen die Türkei trat in jüngster Zeit in Kraft. Von den 256 Einträgen haben 78 ein Startdatum im Jahr 2025 und 99 im Jahr 2026. Mit anderen Worten: 69 Prozent der heute aktiven Sperren begannen in den letzten zwei Jahren. Im Juli wurden neue Einträge für Adana Demirspor, Giresunspor, Sivasspor, Hatayspor, Kayserispor, Giresun Sanayispor und Eyüpspor hinzugefügt.

Obwohl die FIFA-Sanktion in der Öffentlichkeit als „Transfersperre“ bekannt ist, bedeutet sie technisch gesehen ein Verbot der Registrierung neuer Spieler. Selbst wenn ein Verein einen Vertrag mit einem Spieler unterzeichnet, kann er den Lizenzierungsprozess nicht abschließen und den Spieler nicht in offiziellen Spielen einsetzen, solange die Sperre nicht aufgehoben ist.

Bei 139 der 256 Einträge, die die Türkei betreffen, ist die Dauer als „bis zur Aufhebung“ angegeben. Dieser Ausdruck bedeutet keine lebenslange Sperre, sondern bezieht sich auf eine Sanktion, die davon abhängt, dass der Verein die im FIFA-Beschluss genannte Zahlung oder eine andere Verpflichtung erfüllt. 113 Einträge umfassen drei und vier Einträge zwei Transferperioden.

Die FIFA-Liste zeigt den Namen des Vereins, den zugehörigen Verband, das Startdatum und die Dauer der Sperre an; sie gibt jedoch keinen Aufschluss über den Gläubiger, die Höhe der Schuld, die Währung oder den Grund des Rechtsstreits. Daher zeigt die Anzahl der Einträge zwar die Verbreitung der Krise, doch für ein vollständiges Verständnis des finanziellen Ausmaßes ist weiterhin mehr Transparenz erforderlich.

Auch der Frauenfußball ist von diesem Bild nicht ausgenommen. Auf der FIFA-Liste finden sich 10 Einträge aus dem Frauenfußball von sieben türkischen Vereinen. Ataşehir Belediyespor hat drei, Gölbaşı Belediyespor zwei, während Bornova Hitab Spor, Giresun Sanayispor, Konak Belediyespor, Telsiz Spor und Yeni Malatyaspor jeweils einen Eintrag haben.