5 vermeintlich richtige Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall

Ohrfeigen, Wasser über den Patienten gießen, Zwiebeln oder Knoblauch riechen lassen, versuchen, den Kiefer mit Löffeln oder Fingern aufzubrechen... Diese und ähnliche Fehler gehören zu den Verhaltensweisen, die Umstehende bei einem epileptischen Anfall – im Volksmund als „Fallsucht“ bekannt – in guter Absicht ausführen, die jedoch mehr schaden als nützen.

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Wenn Menschen plötzlich sehen, wie jemand starr wird, zu Boden fällt, der Kiefer verkrampft und Schaum vor dem Mund auftritt, was die Sorge auslöst, die Person könnte ersticken, geraten sie oft in Panik, wissen nicht, was zu tun ist, und versuchen, nach bestem Wissen zu helfen.

Doch falsch ausgeführte Maßnahmen können dazu führen, dass der Patient ernsthaft verletzt wird oder sogar stirbt.

WIRD OFT ALS 'GEISTESKRANK' EINGESTUFT

Es wird berichtet, dass der Mangel an gesellschaftlichem Bewusstsein für Epilepsie, eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen in unserem Land, dazu führen kann, dass diese Patienten sogar als „geisteskrank“ abgestempelt werden.

Epilepsie ist weder eine Geisteskrankheit noch ansteckend, doch insbesondere in weniger entwickelten Gesellschaften führt die fehlende korrekte Diagnose und Behandlung dazu, dass diese Patienten ausgegrenzt werden und Schwierigkeiten haben, am normalen Leben teilzuhaben.

Hier sind 5 vermeintlich richtige Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem epileptischen Anfall...

Ohrfeigen: FALSCH!

RICHTIG: Diese Erste-Hilfe-Maßnahme, die besonders auf der Straße häufig falsch angewendet wird, hat keinerlei Nutzen für den Patienten und kann stattdessen Traumata verursachen.

Die korrekte Vorgehensweise besteht darin, den Patienten hinzulegen, in die stabile Seitenlage zu bringen und abzuwarten. Auf diese Weise kann Speichel ungehindert abfließen, und mögliche Atemwegsprobleme (Aspiration von Speichel, Zungenverlagerung, die die Atemwege blockiert usw.) können verhindert werden.

Wasser über den Patienten gießen: FALSCH!

RICHTIG: Diese Methode, auf die Angehörige und Umstehende häufig zurückgreifen, bringt in keiner Weise einen Nutzen. Sie kann sogar dazu führen, dass Wasser in Mund oder Nase des Patienten gelangt und die Atmung beeinträchtigt wird. Anstatt Wasser über den Patienten zu gießen, sollten Sie einengende Kleidungsstücke am Hals lockern und ruhig und beruhigend auf den Patienten einwirken, um zu verhindern, dass er sich den Kopf am Boden stößt.

Den Patienten hochheben oder bewegen: FALSCH!

RICHTIG: Einer der häufigsten Fehler während eines epileptischen Anfalls ist der Versuch, den Patienten hochzuheben. Der Versuch, den Patienten während des Anfalls zu bewegen, kann aufgrund der starken Muskelkrämpfe dazu führen, dass der Patient stürzt und schwere Verletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma erleidet. Wenn sich der Patient nicht in einer gefährlichen Umgebung (Verkehrsbereich, Straßenrand, Sturzgefahr) befindet, ist es daher am besten, ihn in die stabile Seitenlage zu bringen und das Ende des Anfalls abzuwarten.

Zwiebeln/Knoblauch riechen lassen: FALSCH!

RICHTIG: Der weit verbreitete Glaube, dass das Riechen an Zwiebeln oder Knoblauch bei einem epileptischen Anfall hilft, ist falsch. Jegliche Gerüche von außen tragen nicht zur Beendigung des Anfalls bei; im Gegenteil: Wenn dadurch die Atemwege blockiert werden, kann dies die Atmung behindern und zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Daher sollte man davon absehen, den Patienten an Zwiebeln oder Knoblauch riechen zu lassen.

Gabeln/Löffel/Finger in den Mund stecken: FALSCH!

RICHTIG: Aufgrund der Kieferklemme, die nach der allgemeinen Muskelanspannung bei epileptischen Anfällen auftritt, lässt sich der Mund des Patienten für eine gewisse Zeit nicht öffnen. Der Versuch, den Kiefer mit Gabeln oder Löffeln aufzuhebeln, führt stattdessen zu abgebrochenen Zähnen sowie Lippen- oder Zungenverletzungen.

Angehörige, die versuchen, ihre Finger in den Mund des Patienten zu stecken, können sich aufgrund der heftigen Kieferkrämpfe selbst verletzen. Das Einzige, was in dieser Situation zu tun ist, ist den Patienten in die stabile Seitenlage zu bringen und das Abklingen der Krämpfe abzuwarten. Die Krämpfe hören meist nach wenigen Minuten auf, und auch die Kieferklemme löst sich dann von selbst.