Studie: Quallen ohne Gehirn können aus Fehlern lernen
Einer wissenschaftlichen Studie zufolge können Quallen, obwohl sie kein zentrales Gehirn besitzen, aus ihren Erfahrungen lernen und aus Fehlern Schlüsse ziehen – genau wie Menschen, Mäuse oder Fliegen.
12punto
Forscher haben die Karibische Würfelqualle (Tripedalia cystophora) darauf trainiert, Hindernisse zu erkennen und diesen auszuweichen.
Während man bisher davon ausging, dass für fortgeschrittene Lernfähigkeiten ein zentrales Gehirn erforderlich sei, stellen die neuen Erkenntnisse diese Ansicht infrage und beleuchten die evolutionären Wurzeln von Lernen und Gedächtnis.
Diese einfach erscheinenden Quallen, die etwa so groß wie ein Fingernagel sind, verfügen über ein komplexes visuelles System mit 24 Augen in ihrem glockenförmigen Körper. Die Tiere leben in Mangroven-Sümpfen und nutzen ihren Sehsinn, um durch trübes Wasser zu navigieren und ihre Beute zwischen den untergetauchten Baumwurzeln zu jagen.
Wissenschaftler haben gezeigt, dass Quallen durch assoziatives Lernen die Fähigkeit erwerben können, Hindernissen auszuweichen. Bei dieser Lernform bilden Lebewesen mentale Verbindungen zwischen sensorischen Reizen und Verhaltensweisen.
Jan Bielecki, Hauptautor der Studie von der Universität Kiel in Deutschland, sagt: „Lernen ist die Höchstleistung für Nervensysteme.“
„WENN WIR KOMPLEXE STRUKTUREN VERSTEHEN WOLLEN...“
Anders Garm, leitender Autor von der Universität Kopenhagen, fasst die Situation wie folgt zusammen:
„Wenn man komplexe Strukturen verstehen will, ist es immer gut, so einfach wie möglich anzufangen. Wenn wir uns diese vergleichsweise einfachen Nervensysteme bei Quallen ansehen, haben wir eine viel höhere Chance, alle Details zu verstehen und zu begreifen, wie sie zusammenwirken, um ein Verhalten zu erzeugen.“