Alarmglocken im Tourismus

Die Wirtschaftskrise und steigende Preise haben sowohl inländische als auch ausländische Touristen vertrieben. Während die Türkei ihren „Preisvorteil“ im Tourismus verliert, rücken Griechenland, Ägypten und Spanien, die mit Servicequalität konkurrieren, in den Vordergrund. Die Hotels bleiben leer, und die Branche bereitet sich auf eine Schrumpfung vor.

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Die Tourismusbranche hat die Saison 2025 mit wenig Hoffnung begonnen. Während Urlaub aufgrund der Wirtschaftskrise für inländische Touristen fast zum Luxus geworden ist, gibt es auch einen bemerkenswerten Rückgang bei der Zahl der ausländischen Touristen, die die Türkei bisher dank des Währungsvorteils bevorzugten. Steigende Betriebskosten haben die Unterkunfts- und Servicepreise selbst für ausländische Gäste unerschwinglich gemacht. Insbesondere in Destinationen wie Antalya und Bodrum kostet ein fünftägiger Urlaub für eine vierköpfige Familie mittlerweile 150.000 TL. Dasselbe Paket ist in Griechenland für 100.000 TL und in Ägypten für 80.000 TL zu haben.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS HAT SICH ZU UNGUNSTEN DER TÜRKEI GEDREHT

Die Türkei zeichnete sich viele Jahre lang als ein Reiseziel aus, das ausländischen Touristen erschwingliche und qualitativ hochwertige Dienstleistungen bot. Dieser Vorteil ist jedoch nun verschwunden. Der Vorsitzende von TÜRSAB İzmir, Kıvanç Meriç, weist darauf hin, dass Hotelbetreiber aufgrund steigender Steuern und der Abhängigkeit von importierten Produkten ihre Kosten nicht mehr kontrollieren können. Der Vorsitzende des Tourismusverbandes Alanya (ALTİD), Burhan Sili, betont, dass die Preise dringend auf ein vernünftiges Niveau gesenkt werden müssen, da es andernfalls „unmöglich werde, bei gleichbleibender Qualität wettbewerbsfähig zu bleiben“.

AUSLÄNDISCHE TOURISTEN ORIENTIEREN SICH UM

Branchenvertreter warnen davor, dass die Servicequalität in der Türkei stagniert oder in einigen Bereichen sogar zurückgegangen ist, während die Preise steigen. Serdar Bayraktar, Türkei-Koordinator von LMX Touristik, unterstrich die Verluste insbesondere auf dem europäischen Markt mit den Worten: „Der Wechselkurs schafft keinen ausreichenden Anreiz mehr. Für das gleiche Geld erhält man in Spanien einen besseren Service.“

AUCH OFFIZIELLE DATEN ZEIGEN EINEN RÜCKGANG

Nach Angaben des Ministeriums für Kultur und Tourismus lag die Zahl der ausländischen Touristen, die in den ersten fünf Monaten des Jahres in die Türkei kamen, mit 17,8 Millionen um 0,15 % unter dem Vorjahreswert. Im Mai erreichte der Rückgang sogar 1,8 %. Insbesondere in den Hauptmärkten wie Russland, Deutschland und Großbritannien wurden zweistellige Verluste verzeichnet. Die für die Branche kritischen Monate Juli, August und September werden mit Hoffnung erwartet, doch die Erwartungen sind schwach.