Appell von Aslan (Zafer Partisi) zu Idyros: Erst die Wissenschaft, erst das Recht, erst das öffentliche Interesse

Esmaül Hüsna Aslan hat im Zuge der Diskussionen um ein Hotelprojekt in Kemer einen Fünf-Punkte-Appell zum Schutz des archäologischen Erbes, des Nationalparks und der Küste formuliert.

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Die Vorsitzende der Abteilung für Umwelt-, Stadtplanungs- und Kulturpolitik der Zafer Partisi, Esmaül Hüsna Aslan, hat eine Erklärung zu dem geplanten Hotelprojekt in der antiken Stadt Idyros und der Umgebung der Ayışığı-Bucht im Bezirk Kemer in Antalya abgegeben. Aslan betonte, dass Entscheidungen in der Region auf der Grundlage von „Wissenschaft, Recht und öffentlichem Interesse“ getroffen werden müssten, und richtete einen Fünf-Punkte-Appell an die Behörden.

Im Zentrum der Debatte steht eine geplante Tourismusinvestition auf dem ehemaligen Club-Med-Gelände direkt an der Ayışığı-Bucht. Nach öffentlich gewordenen Informationen wurde das Nutzungsrecht für das staatliche Waldgebiet, das innerhalb der Grenzen des Beydağları-Sahil-Nationalparks liegt, bis zum Jahr 2068 an Özak GYO übertragen. Es wird berichtet, dass auf einer Fläche von etwa 293.000 Quadratmetern ein Hotelprojekt mit einer Kapazität von 900 Betten geplant ist.

Dass das Projektgebiet untrennbar mit dem archäologischen Erbe der antiken Stadt Idyros verbunden ist, hat sich zu einem der Hauptpunkte der Diskussion entwickelt. Im Bericht zur antiken Stadt Idyros, der am 28. Juli 2026 von der Arbeitsgruppe für kulturelles Erbe des Stadtrats von Antalya veröffentlicht wurde, wurde festgestellt, dass sich das kulturelle Erbe nicht nur auf das Landgebiet beschränkt, sondern sich auch in den Meeresbereich erstreckt.

Es war bereits öffentlich bekannt geworden, dass bei über 190 archäologischen Sondierungen in der Region ein Thermenkomplex, Brückenruinen, Zisternen und verschiedene Funde entdeckt wurden. Auch der Archäologenverband hatte in einer früheren Stellungnahme argumentiert, dass Idyros nicht in Teilen, sondern als Ganzes betrachtet werden müsse.

Das Problem, das wir hier diskutieren, ist nicht, ob ein Hotel gebaut werden soll oder nicht. Das eigentliche Problem ist, ob die Republik Türkei ihre eigene Küste, ihre Wälder, ihren Nationalpark und ihr jahrtausendealtes kulturelles Erbe gegen den Investitionsdruck schützen kann oder nicht.

— Esmaül Hüsna Aslan

Aslan erklärte, es sei nicht die Aufgabe des Staates, angesichts von Investitionen auf Werte wie Küsten, Wälder, Nationalparks und kulturelles Erbe zu verzichten. „Die Küste, der Wald, die Geschichte und das kulturelle Gedächtnis einer Stadt sind keine Bilanzposten“, sagte Aslan und betonte, dass zubetonierte Küsten und zerstörte archäologische Schichten nicht wiederhergestellt werden könnten.

Eine weitere Dimension der Debatte bilden die Bauaktivitäten während der Tourismussaison. Im Rahmen der Praktiken des Ministeriums für Kultur und Tourismus werden in touristischen Gebieten zwischen dem 15. Mai und dem 15. Oktober Einschränkungen für Schwerlasttransporte, Erdarbeiten und Bauaktivitäten verhängt, die den Tourismusbetrieb beeinträchtigen könnten. Es wurde berichtet, dass die Stadtverwaltung von Kemer im Juni und Juli drei separate Protokolle bezüglich des Projektgebiets erstellt hat; für die Protokolle vom 10. Juni und 15. Juli wurden verwaltungsrechtliche Sanktionen beschlossen, am 22. Juli wurde ein drittes Protokoll ausgestellt.

Demgegenüber steht ein Beschluss des Regionalausschusses für den Schutz von Kulturgütern in Antalya vom 23. Juni 2026, der unter der Bedingung der Aufsicht durch das Museum eine positive Stellungnahme für einige temporäre Baustelleneinheiten sowie die Infrastruktur für Strom, Wasser und Abwasser im Bereich der archäologischen Stätte 3. Grades innerhalb des zugewiesenen Gebiets abgab. Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Beschluss zwar bestimmte Anwendungen im Rahmen der Gesetzgebung für archäologische Stätten erlaubt, die Debatte über die Baubeschränkungen während der Tourismussaison jedoch nicht beendet.

Aslan listete ihre Forderungen bezüglich der antiken Stadt Idyros und ihrer Umgebung in fünf Punkten auf:

  • 1. Die Ergebnisse aller archäologischen Sondierungen in der antiken Stadt Idyros und im Projektgebiet, die gefundenen Kulturgüter sowie die Expertenberichte müssen vollständig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
  • 2. Die Integrität der antiken Stadt an Land, an der Küste und unter Wasser muss durch umfassende archäologische Studien, an denen auch unabhängige Wissenschaftler beteiligt sind, offengelegt werden; die Grenzen der Stätte müssen auf Basis wissenschaftlicher Daten neu bewertet werden.
  • 3. Solange laufende Gerichtsverfahren und wissenschaftliche Untersuchungen nicht abgeschlossen sind, sollte von Anwendungen abgesehen werden, die zu irreversiblen Folgen für das kulturelle oder natürliche Erbe führen könnten.
  • 4. Die Baubeschränkungen während der Tourismussaison müssen unabhängig von der Größe der Investition für alle gleichermaßen gelten; Sanktionen bei Verstößen müssen abschreckend gestaltet werden.
  • 5. Bei Investitionsentscheidungen bezüglich Küsten, Nationalparks, Waldgebieten und archäologischen Stätten sollten statt wirtschaftlicher Erträge das öffentliche Interesse, die Tragfähigkeit, das kulturelle Erbe und die Rechte künftiger Generationen als Grundlage dienen.

Am Ende ihrer Erklärung betonte Aslan, dass Idyros nicht nur ein Problem von Kemer sei, und sagte: „Idyros ist ein Test dafür, wie die Türkei ihre eigene Geschichte und ihr eigenes Land betrachtet.“ Aslan erklärte, dass Küsten, Wälder und antike Städte das „gemeinsame Eigentum der Nation“ seien, und betonte, dass der Weg, der in Idyros eingeschlagen werden müsse, lautet: „Erst die Wissenschaft, erst das Recht, erst das öffentliche Interesse“.