Bei Tsushima-Leopardkatzen wurde ein bisher nicht dokumentiertes Merkmal kurzer Schwänze festgestellt

Bei drei Exemplaren der vom Aussterben bedrohten Leopardkatzen auf der japanischen Insel Tsushima wurden ungewöhnlich kurze Schwänze beobachtet.

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Bei den auf der japanischen Insel Tsushima lebenden Tsushima-Leopardkatzen, deren Population auf etwa 100 Tiere geschätzt wird, wurde ein bisher nicht dokumentiertes körperliches Merkmal festgestellt. Forscher identifizierten bei Feldbeobachtungen in den Jahren 2024 und 2025 drei Individuen, deren Schwänze deutlich kürzer als normal waren.

Es wurde berichtet, dass die bei dieser vom Aussterben bedrohten Art beobachteten kurzen Schwänze etwa die Hälfte der durchschnittlichen Schwanzlänge aufweisen. Wissenschaftlern zufolge ist dies ein Merkmal, das bisher weder bei den Tsushima-Leopardkatzen noch bei anderen Leopardkatzen-Populationen gemeldet wurde.

Da derselbe Befund bei mehreren Individuen auftrat, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Schwanzverkürzung lediglich durch ein Trauma oder eine Verletzung erklärt werden kann. Aus diesem Grund untersuchten die Forscher neben genetischen oder entwicklungsbedingten Ursachen auch die Möglichkeit einer möglichen Hybridisierung mit kurzschwänzigen Hauskatzen auf der Insel.

GENETISCHE ANALYSE ERGAB KEINE HINWEISE AUF HYBRIDISIERUNG

Wissenschaftler verschiedener japanischer Institutionen sequenzierten das gesamte Genom eines der kurzschwänzigen Individuen und verglichen die Daten mit den genetischen Daten von 5 Hauskatzen auf Tsushima, 15 Tsushima-Leopardkatzen mit normaler Schwanzlänge und 4 Leopardkatzen vom asiatischen Festland.

In den Analysen wurde gezielt nach zwei Genen gesucht, die bei Hauskatzen mit kurzen Schwänzen assoziiert sind. Bei den untersuchten Leopardkatzen wurden jedoch keine Anzeichen für eine kürzliche Paarung mit Hauskatzen gefunden.

Die Forscher wiesen darauf hin, dass Inzucht in kleinen und isolierten Populationen zu einigen körperlichen Anomalien führen kann, stellten jedoch fest, dass das untersuchte kurzschwänzige Individuum keine höhere Inzuchtrate aufwies als die anderen Leopardkatzen.

Warum das Merkmal des kurzen Schwanzes auftritt, ist derzeit nicht bekannt. Die Wissenschaftler merkten an, dass eine geringfügige oder in der Vergangenheit stattgefundene Hybridisierung mit den derzeitigen Methoden möglicherweise nicht nachweisbar war; auch eine seltene Entwicklungsstörung oder andere Faktoren zählten zu den Möglichkeiten. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Global Ecology and Conservation veröffentlicht.