Das Schicksal des Gidengelmez-Gebirges wird in Ankara entschieden: Cengiz Holding fordert massive Kapazitätserweiterung
Das Gidengelmez-Gebirge im Bezirk Akseki in Antalya, das Gegenstand zahlreicher Legenden ist, droht durch ein Projekt zur Kapazitätserweiterung einer Bauxitmine zu verschwinden. Das Projekt, für das jährlich 1,7 Millionen Lkw-Fahrten geplant sind, bedroht die Tierwelt und die Wasserressourcen der Region.
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Für die Bauxitmine in Akseki, Antalya, die Rohstoffe für das zu Mehmet Cengiz gehörende Unternehmen Seydişehir Eti Alüminyum liefert, ist eine Kapazitätserweiterung geplant. Sollte das Projekt, das ein riesiges Lizenzgebiet von etwa 8 Millionen Quadratmetern umfasst, umgesetzt werden, stünden das einzigartige Ökosystem und die Tierwelt der Region vor einer irreversiblen Zerstörung.
Die Daten in den Projektunterlagen verdeutlichen das Ausmaß der Zerstörung. Sollte die Kapazitätserweiterung realisiert werden, würden in der für ihre Wasserressourcen kritischen Region jährlich 32,5 Millionen Tonnen Abraum (Abfallmaterial) anfallen. Der Transport des geförderten Erzes zu den Anlagen in Seydişehir könnte sich für den Verkehr und die Luftqualität in der Region als absoluter Albtraum erweisen; Berechnungen zufolge bedeutet dieser Transport durchschnittlich 1,7 Millionen Lkw-Fahrten pro Jahr.
Das Projektgebiet ist eng mit dem Gidengelmez-Gebirge-Wildtierschutzgebiet (YHGS) verflochten, einem der empfindlichsten Ökosysteme der Türkei. Dass in dem Gebiet, das das Hauptbrut- und Lebensraum der in Legenden erwähnten Wildziegen ist, "Sprengarbeiten" durchgeführt werden sollen, wird von Experten als "Höllenszenario" für die dortige Fauna bezeichnet.
UMSTRITTENE „POSITIVE“ STELLUNGNAHME DES MINISTERIUMS
Während die positive Stellungnahme des Forstministeriums zu diesem sensiblen Gebiet im Jahr 2022 auf Kritik stieß, läuft das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) des Projekts bereits seit etwa zwei Jahren. Trotz der Einwände der lokalen Bevölkerung und von Umweltschützern ist nun ein kritischer Punkt im Verfahren erreicht.
ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNG AM 21. MAI
Der Moment der Entscheidung für das Projekt, bei dem eine irreparable Zerstörung der Geografie von Akseki befürchtet wird, rückt näher. Die Sitzung der Prüfungskommission (İDK) des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel findet am 21. Mai 2026 in Ankara statt. Nach dieser Sitzung wird feststehen, ob das Gidengelmez-Gebirge ein Rückzugsort für Wildtiere bleibt oder in eine riesige Bergbau-Baustelle verwandelt wird.