Das Schleimproblem im Marmarameer wächst! Experte erklärt die Ursachen
Prof. Dr. Mustafa Sarı, Dozent an der Fakultät für Meereskunde der Bandırma Onyedi Eylül Universität, erklärte, dass die Schleimkrise im Marmarameer eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem und die Wirtschaft der Region darstellt, und rief zur Zusammenarbeit auf, um eine Lösung zu finden.
İHA
Prof. Dr. Mustafa Sarı, Dozent an der Fakultät für Meereskunde der Bandırma Onyedi Eylül Universität, erklärte, dass der Schleim durch Schadstoffe wie Stickstoff und Phosphor, die in das Meer gelangen, sowie durch stagnierende Wasserbedingungen und steigende Temperaturen entsteht. Er wies darauf hin, dass insbesondere Tiefsee-Einleitungssysteme und ungeklärte Abwässer aus dem Fluss Ergene die Situation weiter verschlechtern.
LÖSUNGSANSÄTZE FÜR DAS SCHLEIMPROBLEM
Sarı betonte, dass Industrieabfälle strenger kontrolliert, fortschrittliche biologische Kläranlagen aktiviert und die Einleitung von Schlamm in das Meer gestoppt werden müssen. Er erklärte, dass die Rettung des Marmarameers nicht nur für das Ökosystem, sondern für die Zukunft von Millionen Menschen entscheidend sei und eine Zusammenarbeit zwischen Zentral- und Kommunalverwaltungen, Nichtregierungsorganisationen und Einzelpersonen zwingend erforderlich sei.
Sarı merkte an, dass diese Situation auf eine falsche Beziehung zum Meer zurückzuführen sei, und äußerte sich wie folgt:
"Der Schleim, der als Ergebnis unserer falschen Beziehung zum Meer erneut aufgetreten ist, sollte uns alle beunruhigen. Als der Schleim 2021 auftrat, wurden ein wissenschaftlicher Beirat und ein Koordinierungsausschuss gebildet. Ein Aktionsplan zum Schutz des Marmarameers, bestehend aus 22 Maßnahmen, wurde unter breiter Beteiligung erstellt. Ein strategischer Plan wurde gemäß dem vom wissenschaftlichen Beirat festgelegten Rahmen entwickelt und all dies wurde in die Praxis umgesetzt. Unser Ziel war es, ein schleimfreies Marmarameer zu erreichen. Leider ist der Schleim am 23. Oktober 2024 wieder aufgetreten. Was wir getan haben, ist wertvoll und wichtig, aber es ist offensichtlich, dass es nicht ausgereicht hat", sagte er.
BEIRAT HATTE SICH AM 25. DEZEMBER GETROFFEN
Sarı wies darauf hin, dass der Wissenschaftliche Beirat am 25. Dezember erneut zusammengekommen sei und die Wissenschaftler noch einmal dargelegt hätten, was zu tun sei: "Wir müssen die Abwasserbelastung des Meeres reduzieren. Wie sollen wir das tun? Wir müssen dies in Zusammenarbeit unter Einbeziehung der Zentralverwaltung, der Kommunalverwaltung, des Privatsektors, der Nichtregierungsorganisationen und jedes einzelnen Bürgers, der rund um das Marmarameer lebt, erreichen. Die Abfälle von Industrieunternehmen werden nur unzureichend geklärt in die Flüsse eingeleitet. Wir müssen eine durchflussbasierte Einleitungsregelung einführen. Wir müssen die Abwassereinleitungen der Industrie durch Kontrollen sofort unterbinden. Wir haben viele Kläranlagen. Diese funktionieren nicht ordnungsgemäß. Wir müssen sie wieder funktionsfähig machen. Wer auch immer dafür zuständig ist, muss sofort handeln. Andererseits müssen wir eine landesweite Kampagne organisieren, um die Bürger dazu zu ermutigen, dem Meer zu helfen. Ich kann individuell dazu beitragen, das Marmarameer zu schützen, indem ich weniger Abfall produziere. Jeder andere kann das auch tun", sagte er.