Debatte um Einkaufszentrum und Parkplatz in der antiken Stadt Ephesos weitet sich aus

Der Bau eines Einkaufszentrums und eines Parkplatzes in der zum UNESCO-Welterbe gehörenden antiken Stadt Ephesos stößt in der Öffentlichkeit und auf internationaler Ebene auf großen Widerstand. Die Nachricht wurde erstmals von Gökmen Ulu in der Zeitung Sözcü veröffentlicht.

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Die antike Stadt Ephesos, einer der bedeutendsten archäologischen Schätze der Türkei, steht im Zentrum einer neuen Kontroverse.

Das Ministerium für Kultur und Tourismus lässt im Rahmen eines „Besucherempfangszentrums“ ein Einkaufszentrum sowie einen großen Parkplatz in der antiken Stätte errichten.

Das betreffende Projekt wird in der sensiblen Zone realisiert, in der sich die Siedlung Koressos und der antike Hafen in unmittelbarer Nähe zur antiken Stadt befinden. Experten betonten, dass georadarbasierte Untersuchungen in dem Gebiet zahlreiche historische Artefakte nachgewiesen haben, die bisher noch nicht ausgegraben wurden.

BAUARBEITEN BEGONNEN, GENEHMIGUNGEN SORGEN FÜR DISKUSSIONEN

Während der Rat für den Schutz von Kulturgütern Nr. 1 in Izmir den Weg für das Projekt ebnete, lehnte die Stadtverwaltung von Efes-Selçuk den Lizenzantrag ab. Daraufhin erhielt das Ministerium die Genehmigung von der Provinzdirektion Izmir des Ministeriums für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel. Auf dem Gelände wurden Arbeiten mit schwerem Gerät aufgenommen und die Baustelle mit Barrieren abgesperrt.

Es wird angegeben, dass sich das Projekt über eine riesige Fläche von etwa 130 Dekar erstrecken soll. Davon sind 33.000 Quadratmeter als Parkplatz und 1.265 Quadratmeter als Baufläche geplant.

Die Auffüll- und Infrastrukturarbeiten sind bereits deutlich sichtbar.

BEBAUUNG IN DER REGION STÖSST AUF REKORD-PROTESTE

In dem Projekt, das das Ministerium als „gewerbliche Einheiten“ bezeichnet, ist der Bau eines Einkaufszentrums mit 61 Geschäften sowie eines riesigen Parkplatzes für 180 Busse vorgesehen.

Die Bürgermeisterin von Efes-Selçuk, Filiz Ceritoğlu Sengel, bewertete das Projekt als „im Widerspruch zur Struktur der antiken Stadt und zum Gesetz“. Sengel äußerte ihren Protest mit den Worten: „Während es hier verboten ist, auch nur einen Baum zu pflanzen, geschweige denn zu bauen, wird heute durch das Ministerium Beton in das Herz der Geschichte und des menschlichen Erbes gegossen.“

Auch aus der Politik kam scharfe Kritik an dem Vorhaben.

Die CHP-Abgeordnete für Izmir und Vorsitzende des kultur- und tourismuspolitischen Ausschusses des Präsidentschaftskandidatenbüros, Seda Kaya Ösen, erklärte: „Dies ist kein Empfangszentrum, sondern ein kommerzieller Profitkomplex, der in die Geschichte von Ephesos eindringt. Es ist ein Projekt der Plünderung.“

Der CHP-Abgeordnete für Izmir, Deniz Yücel, argumentierte, dass im Rahmen des Projekts eine Fläche von der Größe von sechs Fußballstadien asphaltiert werde und der Ausschreibungsprozess fernab von Transparenz stattgefunden habe.

Yücel kommentierte das Projekt als „einen Vorstoß, der historischen Artefakten einen Schlag versetzt und die Reichtümer Anatoliens plündert“ und brachte das Thema in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM).

UMWELTSCHÜTZER BEREITEN SICH AUF RECHTLICHE SCHRITTE VOR

Die Umweltplattform der Ägäis (EGEÇEP) erklärte, dass das Projekt eine ernsthafte Bedrohung für die archäologische Integrität darstelle und sie rechtliche Schritte einleiten werde. Der Sprecher der Plattform, Rechtsanwalt Arif Ali Cangı, sagte: „Wir werden innerhalb der gesetzlichen Frist Klage einreichen. Wir laden alle Freunde von Ephesos ein, sich unserem Kampf anzuschließen.“

Es wurde bekannt, dass auch die UNESCO die Entwicklungen in Ephesos genau beobachten und eine Untersuchung zu diesem Thema einleiten wird. Es ist zudem bekannt, dass die antike Stadt Ephesos im vergangenen Jahr von etwa 2,7 Millionen Touristen besucht wurde.

(Hinweis: Dieser Bericht wurde erstmals von Gökmen Ulu in der Zeitung Sözcü veröffentlicht.)