Der Zusammenbruch des Strömungssystems im Atlantischen Ozean könnte die Klimakrise „schwerwiegend“ beeinflussen

Einer neuen Studie zufolge hätte der Zusammenbruch des sich abschwächenden Strömungssystems im Atlantischen Ozean schwerwiegende Auswirkungen auf das Klima.

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Wissenschaftler prognostizieren, dass die Atlantische meridionale Umwälzbewegung (AMOC), das ozeanische Strömungssystem, das die Grundlage für den Golfstrom bildet und für die Erwärmung Nordwesteuropas sorgt, zunehmend schwächer wird. Ein Zusammenbruch hätte demnach sehr schwerwiegende Folgen für das Klima in der Nordatlantikregion.

In der im Fachmagazin Nature veröffentlichten Studie wurden Modellierungen zum Zusammenbruch der AMOC, die durch die negativen Auswirkungen des Klimawandels in den letzten Jahren kontinuierlich an Kraft verliert, sowie Berechnungen zu verschiedenen Szenarien hinsichtlich des möglichen Zeitpunkts eines solchen Kollapses durchgeführt.

Die Forscher untersuchten Daten zu dem in jüngster Zeit verzeichneten Verlust an Resilienz und der kritischen Verlangsamung, die als Frühwarnsignale für die AMOC gelten.

EIN VOLLSTÄNDIGER ZUSAMMENBRUCH IST UNWAHRSCHEINLICH

Die Forscher stellten fest, dass auf Basis von Beobachtungen in den letzten Jahren eine deutliche Abschwächung der Zirkulation nachgewiesen wurde. Sie wiesen jedoch darauf hin, dass Bewertungen des Weltklimarats (IPCC), die auf Simulationen des Projekts zum Vergleich von Klimamodellen (CMIP) basieren, einen vollständigen Zusammenbruch im 21. Jahrhundert für unwahrscheinlich halten.

Die Forscher warnten, dass ein zukünftiger Zusammenbruch des AMOC-Systems, das Wasser in einem großen Kreislauf von Norden nach Süden durch den Atlantik transportiert, schwerwiegende Auswirkungen auf das Weltklima haben würde, insbesondere auf die Nordatlantikregion.

Stefan Rahmstorf, Experte für physikalische Ozeanographie an der Universität Potsdam in Deutschland, erklärte gegenüber CNN, dass der Zusammenbruch der AMOC eine „wirklich große Gefahr“ darstelle, die man mit allen Mitteln vermeiden müsse.

'VIEL WAHRSCHEINLICHER ALS NOCH VOR EINIGEN JAHREN'

Rahmstorf wies darauf hin, dass er den Zusammenbruch des AMOC-Systems noch vor wenigen Jahren lediglich als ein theoretisches Risiko diskutiert habe, und fügte hinzu: „Und jetzt scheint es viel wahrscheinlicher, dass dies eintritt, als noch vor einigen Jahren.“

Rahmstorf erklärte, dass durch den Klimawandel große Mengen an Süßwasser in den Nordatlantik fließen, was sich negativ auf die Stabilität des AMOC-Systems auswirke.

Auch Rene van Westen, Forscher an der Universität Utrecht in den Niederlanden, bezeichnete die Szenarien eines AMOC-Zusammenbruchs als besorgniserregend und warnte: „Alle negativen Nebenwirkungen des anthropogenen Klimawandels (der durch menschliche Einflüsse bedingte Wandel) werden in Form von mehr Hitzewellen, mehr Dürren und mehr Überschwemmungen anhalten, und sollte zusätzlich ein AMOC-Kollaps eintreten, würde sich das Klima noch weiter verschlechtern.“