Dürre-Alarm an Staudämmen: 'Im Taurusgebirge liegt kein Schnee'
In Adana, einer der heißesten Provinzen der Türkei, ist der Wasserstand in den Staudämmen aufgrund mangelnder Niederschläge gesunken. Prof. Dr. Mesut Başıbüyük vom Fachbereich Umweltingenieurwesen der Çukurova-Universität äußerte sich zu der Situation.
İHA
In Adana, einer der heißesten Provinzen der Türkei, war der Februar laut Daten des staatlichen meteorologischen Dienstes (Meteoroloji Genel Müdürlüğü) der wärmste Februar der letzten 255 Jahre.
Darüber hinaus wurde Adana, das im Februar mit 28,7 Grad einen Temperaturrekord aufstellte, laut dem 24-monatigen Standard-Niederschlagsindex des meteorologischen Dienstes zu den Provinzen mit außergewöhnlicher Dürre gezählt.
In der Stadt, in der es kaum regnet, ist zu beobachten, dass der Wasserstand in den Staudämmen sinkt. Drohnenaufnahmen haben die Realität der Dürre erneut verdeutlicht. Prof. Dr. Mesut Başıbüyük vom Fachbereich Umweltingenieurwesen der Çukurova-Universität äußerte sich zu diesem Thema.
"KANN ZU ERNSTHAFTEN PROBLEMEN FÜHREN"
Prof. Dr. Mesut Başıbüyük betonte, dass auf den Wasserverbrauch geachtet werden müsse und sagte: „Die Verdunstung in den Staudämmen während der Sommermonate kann zusammen mit dem Wasserverbrauch für landwirtschaftliche Bewässerung und Energieerzeugung zu ernsthaften Problemen führen.“
"IM TAURUSGEBIRGE LIEGT KEIN SCHNEE"
Prof. Dr. Başıbüyük betonte, dass das Ausbleiben von Schneefällen die Staudämme beeinträchtige: „In diesem Jahr gab es leider nicht genügend Schneefall. Aus diesem Grund war es nicht möglich, den gewünschten Füllstand in den Staudammseen zu erreichen. In der Çukurova-Ebene sehen wir zwar kein allzu großes Problem, aber im Taurusgebirge liegt überhaupt kein Schnee. Es liegt nur etwa 10 Prozent der üblichen Schneemenge. Der Februar war sehr warm und die vorhandene Schneedecke ist geschmolzen. Wenn das so weitergeht, kann die Verdunstung in den Staudämmen in den Sommermonaten, kombiniert mit dem Wasserbedarf für Landwirtschaft und Energie, zu ernsthaften Problemen führen“, erklärte er.
"WILDER BEWÄSSERUNG MUSS ENTGEGENGEWIRKT WERDEN"
Prof. Dr. Mesut Başıbüyük wies darauf hin, dass die Türkei in bestimmten Zeiträumen solche Naturereignisse erlebe, und fügte hinzu:
„Dies ist eines der Naturereignisse, die wir in der Türkei von Zeit zu Zeit häufig erleben. Unser Land ist kein wasserreiches Land. Einerseits haben wir eine wachsende Bevölkerung, andererseits ein durch die Klimakrise bedingtes wechselhaftes Niederschlagsregime. Wir müssen individuell auf unseren Trinkwasserverbrauch achten. Autos sollten nicht mit Staudammwasser gewaschen werden. Der wilden Bewässerung muss entgegengewirkt werden. Wir müssen unser Wasser sorgsam nutzen. Wenn wir das nicht tun, wird uns der Wassermangel vor ernsthafte Probleme stellen.“
"WIR MÜSSEN UNSER WASSER SORGSAM UND SAUBER NUTZEN"
Başıbüyük wies darauf hin, dass die Çukurova-Region aufgrund des Niederschlagsmangels jederzeit in eine Wasserkrise geraten könne: „Wenn man sich die Çukurova-Region ansieht, ist sie im Vergleich zum Rest unseres Landes reicher an Wasserressourcen. Aber aufgrund dieses negativen Niederschlagsregimes kann sich diese Situation jederzeit ändern. Deshalb müssen wir unser Wasser sorgsam und sauber nutzen“, sagte er.
"ES HÄTTE 2 METER HÖHER SEIN MÜSSEN"
Murat Yapku, der am Seyhan-Stausee fischt, erklärte, dass der Wasserstand im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken sei: „Normalerweise müsste das Wasser um diese Zeit im März höher stehen. In diesem Jahr gab es nicht den erwarteten Schneefall. Unsere Kanäle wurden verspätet mit Wasser versorgt und auch im See ist das Wasser zurückgegangen. Der Pegel müsste eigentlich 2 Meter höher sein als jetzt. Letztes Jahr gab es sehr gute Niederschläge und es war kalt. Dieses Jahr blieb der erwartete Winter aus. Es gab nur eine kurze Kälteperiode, die aber nicht spezifisch für Adana war. Eine Kaltfront zog über unser Land und wir waren davon betroffen“, sagte er.