Protest gegen Rotwild-Jagdauktion in Bursa mit Hirschkostüm: „Es geht um das Leben als Ganzes“
Die Vorsitzende der Tierärztekammer Bursa, Melike Baysal, sprach sich gegen die Rotwild-Jagdauktion aus und betonte, dass die Natur nicht als wirtschaftliches Gut betrachtet werden dürfe.
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Umwelt- und Tierschützer haben sich in Bursa zu einer gemeinsamen Presseerklärung gegen die Rotwild-Jagdauktion versammelt. Bei dem Protest fielen ein Teilnehmer im Hirschkostüm sowie Schilder mit der Aufschrift „Töte mich nicht“ auf.
Die Vorsitzende der Tierärztekammer Bursa, Melike Baysal, erklärte in ihrer Stellungnahme, dass sich ihr Einspruch nicht nur auf eine einzelne Jagdauktion beschränke, und betonte, dass die Wälder, das Wasser, der Boden und die Tierwelt von Bursa geschützt werden müssten.
Wir sind heute nicht hier, um nur gegen eine Jagdauktion zu protestieren; wir sind hier, um die Wälder, das Wasser, den Boden, die Tierwelt und unsere gemeinsame Zukunft in Bursa zu verteidigen. Denn wir wissen: Es geht nicht nur um ein einzelnes Rotwild; es geht um das Leben als Ganzes.
Baysal betonte, dass die Natur nicht nach ihrem wirtschaftlichen Gegenwert bewertet werden dürfe, und sagte, dass die Betrachtung eines Lebewesens als Einnahmequelle das Ergebnis einer Denkweise sei, die die Natur lediglich als Ressource begreife. Sie erklärte, die Natur sei kein „Gut, das man kaufen, verkaufen oder versteigern kann“, sondern das Leben selbst.
Baysal ging auch auf die Umweltprobleme ein, mit denen Bursa konfrontiert ist, und wies darauf hin, dass durch die Erweiterung neuer Industriegebiete fruchtbare landwirtschaftliche Flächen schrumpfen, Waldökosysteme fragmentiert werden und die Lebensräume von Wildtieren abnehmen. Sie merkte an, dass Bergbauaktivitäten, Steinbrüche und unkontrollierte Bebauung den Druck auf natürliche Gebiete erhöhten.
BETONUNG VON „ONE HEALTH“
Baysal erklärte, dass die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt nicht getrennt voneinander betrachtet werden könne, und verwies auf den weltweit anerkannten „One Health“-Ansatz. Sie betonte, dass gesunde Menschen nur mit gesunden Tieren und gesunde Tiere nur in gesunden Ökosystemen leben könnten.
Baysal bezeichnete das Rotwild als unverzichtbaren Bestandteil des Waldökosystems und sagte, dass die Art zur Erneuerung des Waldes und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitrage. Laut Baysal bedeutet die Verteidigung des Lebensrechts des Rotwildes gleichzeitig die Verteidigung des ökologischen Gleichgewichts.
Baysal verwies auch auf Beispiele für ein mit der Natur harmonisches Leben in Bursa und erinnerte an den Storch „Yaren“, um zu verdeutlichen, dass es möglich sei, zu produzieren und sich zu entwickeln, ohne gegen die Natur zu kämpfen, sondern im Einklang mit ihr.
Wahrer Reichtum sind nicht die natürlichen Ressourcen, die wir verbrauchen, sondern das natürliche Erbe, das wir bewahren können. Die Natur zu schützen ist keine romantische Entscheidung; es ist eine wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Notwendigkeit. Die Natur ist kein Erbe unserer Vorfahren, sondern ein Anvertrautes unserer Kinder. Wir müssen Bursa mit diesem Bewusstsein für das Anvertraute schützen.