Tausende tote Schalentiere am Ufer des Eğirdir-Sees angespült: 'Das Ökosystem bricht zusammen'

Am Eğirdir-See wurden in den letzten Tagen tausende tote Schnecken und Süßwassermuscheln an das Ufer gespült. Ursache hierfür ist eine starke Verschmutzung, die zu einem Sauerstoffmangel im See geführt hat, sowie eine dichte Schicht aus Wasserpflanzen und Algen, die die Oberfläche bedeckt und einen üblen Geruch verursacht.

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Im Eğirdir-See, einem der größten Süßwasserseen der Türkei und zugleich Trinkwasserquelle für die Provinz Isparta, hat eine extreme Verschmutzung in Verbindung mit einer massiven Ausbreitung von Wasserpflanzen und Algen, die die Seeoberfläche bedecken, zu einem drastischen Abfall des Sauerstoffgehalts geführt. Dies hat ein Massensterben zahlreicher Wasserlebewesen zur Folge.

An den Ufern des Sees, wo die Wasserpflanzen und Algen wie eine Decke die Oberfläche bedecken und sowohl für einen üblen Geruch als auch für eine visuelle Beeinträchtigung sorgen, wurden tausende tote Schnecken und Süßwassermuscheln entdeckt – Lebewesen, die für das Ökosystem des Sees von entscheidender Bedeutung sind.

EIN MASSENSTERBEN

Dr. Erol Kesici, wissenschaftlicher Berater des Vereins zum Schutz der Natur in der Türkei (TTKD), der sich seit Jahren für den Schutz des Eğirdir-Sees einsetzt, dessen Wasserstand aufgrund von Dürre und extremer Verschmutzung in den letzten Jahren stark gesunken ist, erklärte: „Die Wasserschnecken, die wir hier sehen, spielen eine direkte Rolle bei der Reinigung des Eğirdir-Sees von Schadstoffen wie Schwermetallen und landwirtschaftlichen Abfällen. Wir sehen nun tausende dieser Tiere tot am Ufer des Sees liegen. Diese Lebewesen haben zudem einen bedeutenden wirtschaftlichen Wert. Doch leider erleben wir hier ein Massensterben. Dies ist ein Zeichen dafür, dass das Ökosystem des Eğirdir-Sees zusammenbricht und der See im Sterben liegt.“

WASSERPFLANZEN HABEN SICH ÜBERALL VERBREITET

Dr. Kesici erläuterte die Hauptursache des Sterbens wie folgt: „Wir sehen, dass sich die Wasserpflanzen überall ausgebreitet haben. Diese Organismen leben, indem sie sich an Wasserpflanzen heften. Sie können nur wachsen und sich entwickeln, wenn sie sich im Wasser an Pflanzen festhalten. Wenn die Pflanzen abreißen und ihre Lebensfähigkeit verlieren, werden diese Tiere mit ihnen an die Ufer geschwemmt. Wir können sie überall am Strand sehen. Es ist wirklich sehr traurig. Das Ökosystem des Sees ist zusammengebrochen. Mit anderen Worten: Der See hat keine Widerstandskraft mehr. In Frankreich werden sechs bis sieben dieser Tiere als Suppe zubereitet und für 20 bis 30 Euro verkauft. Dasselbe sieht man in England, Italien und vielen Teilen Europas. Aber bei uns liegen sie leider massenhaft tot am Ufer.“