Verbote wegen Leitungswasserverschmutzung in Frankreich ausgeweitet
Die PFAS-Belastung im Leitungswasser im Nordosten Frankreichs hat in 12 Städten zu einem Trinkwasserverbot geführt.
12punto
In der französischen Region Ardennes wurde die Nutzung von Leitungswasser in 12 Ortschaften untersagt, nachdem hohe Konzentrationen von PFAS-Substanzen nachgewiesen wurden. Diese Entscheidung wurde am 10. Juli von der Präfektur Ardennes in Kraft gesetzt. Zuvor war bereits ab dem 5. Juli ein ähnliches Verbot in vier Städten der Region Meuse in Kraft getreten.
PFAS sind Chemikalien, die seit den 1950er Jahren in der Industrie weit verbreitet sind und in vielen Produkten vorkommen, von antihaftbeschichteten Küchenutensilien bis hin zu wasserabweisender Kleidung. Wenn diese Stoffe jedoch in die Umwelt gelangen, bleiben sie dort dauerhaft bestehen und können sich im menschlichen Körper anreichern, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Experten weisen darauf hin, dass PFAS den Cholesterinspiegel erhöhen, das Krebsrisiko steigern und Fruchtbarkeitsprobleme verursachen können.
Bei Messungen in der Region Ardennes wurde festgestellt, dass die PFAS-Werte den gesetzlichen Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter um das 27-fache überschritten. Die Bürgermeisterin von Malandry, Annick Dufils, bezeichnete die Situation als Gesundheitsskandal und sagte: „Wir zahlen den Preis für eine mindestens 25-jährige Verschmutzung.“
Diese Entwicklungen haben die Notwendigkeit strengerer Maßnahmen in den Bereichen Umweltverschmutzung und öffentliche Gesundheit in Frankreich erneut auf die Tagesordnung gesetzt.