Warnung von Experten zum Marmarameer: Meerwassertemperatur in 50 Jahren um 2,5 Grad gestiegen

Experten zufolge schlägt die Erwärmung im Marmarameer in vielen Bereichen Alarm – von Schleimbildung (Musilaj) über invasive Arten und Gesundheitsrisiken bis hin zum Tourismus.

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Es wurde berichtet, dass die Meerwassertemperatur im Marmarameer in den letzten 50 Jahren im Vergleich zu den langfristigen Durchschnittswerten um 2,5 Grad Celsius gestiegen ist. Experten betonen, dass dieser Anstieg einer der bemerkenswertesten Befunde in den türkischen Gewässern sei.

Während weltweit in den letzten Jahren ein durchschnittlicher Anstieg der Meerwassertemperaturen um 1,1 bis 1,5 Grad Celsius verzeichnet wurde, wird darauf hingewiesen, dass der Anstieg an den türkischen Küsten in einigen Regionen deutlich höher ausfällt. In der Ägäis und im Mittelmeer liege der Anstieg im Bereich von 1,5 bis 2 Grad, im Schwarzen Meer bei etwa 1,3 Grad.

Experten weisen darauf hin, dass der Anstieg der Meerwassertemperatur ein Risiko für das Ökosystem und die menschliche Gesundheit darstellt.

Experten zufolge deutet der Anstieg um 2,5 Grad im Marmarameer auf einen vielschichtigen Druck hin, der nicht allein durch den Klimawandel erklärt werden kann. Im Marmarameer, das als Binnenmeer gilt, werden Abwassereinleitungen, Umweltverschmutzung und menschengemachte Einflüsse als Faktoren genannt, die die ökologischen Folgen der Erwärmung verschärfen.

Die Erwärmung des Meerwassers birgt auch Risiken hinsichtlich der Vermehrung krankheitserregender Mikroorganismen. Experten weisen darauf hin, dass sich Krankheitserreger wie Salmonellen und Cholera unter günstigeren Bedingungen stärker ausbreiten können, und betonen, dass diese Situation insbesondere im Hinblick auf die Küstennutzung und die öffentliche Gesundheit überwacht werden müsse.

Auch die Auswirkungen auf das Ökosystem stehen im Zentrum der Warnungen. Der Temperaturanstieg kann den Gehalt an gelöstem Sauerstoff im Meer verringern; dies schränkt die Lebensräume sauerstoffempfindlicher Arten ein und kann den Weg für die Ausbreitung widerstandsfähigerer oder invasiver Arten ebnen. Die Zunahme von Arten wie Kugelfischen, Rotfeuerfischen und Quallen wird in diesem Zusammenhang bewertet.

Experten erklären, dass dieses Szenario auch Folgen für die Ernährungssicherheit und den Tourismus haben könnte. Während die Verschlechterung des marinen Ökosystems die Fischbestände und Proteinquellen beeinträchtigen kann, könnte die im Sommer steigende Wassertemperatur den Komfortbereich für Badegäste überschreiten. Es wird darauf hingewiesen, dass Temperaturen über 29 Grad die kühlende Wirkung verringern und belastende Bedingungen schaffen können.

Zu den Empfehlungen für das Marmarameer gehören die Reduzierung von Emissionen, der Übergang zu erneuerbaren Energien, die Einhaltung von Schonzeiten, die Einleitung von Abwässern erst nach fortgeschrittener biologischer Reinigung sowie die Ausweitung von Meeresschutzgebieten. Experten betonen insbesondere die Bedeutung des Schutzes von Gebieten mit Seegraswiesen.