10-jährige Verteidigungspartnerschaft zwischen Frankreich und der Ukraine
Frankreich und die Ukraine haben eine Absichtserklärung für eine 10-jährige Verteidigungspartnerschaft unterzeichnet, die unter anderem den Kauf von rund 100 Rafale-Kampfjets umfasst.
İHA
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist im Rahmen eines offiziellen Besuchs in Frankreich eingetroffen. Selenskyj wurde auf dem Militärflugplatz Villacoublay in der Hauptstadt Paris von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit militärischen Ehren empfangen.
Selenskyj und Macron trafen sich anschließend mit Vertretern der Verteidigungsindustrie.
Nach dem Treffen wurde eine Absichtserklärung über eine 10-jährige Verteidigungspartnerschaft zwischen Frankreich und der Ukraine unterzeichnet, die den Kauf von rund 100 Rafale-Kampfjets, SAMP/T-Luftverteidigungssystemen der neuen Generation, GMF 300-Radaren sowie unbemannten Luftfahrtsystemen umfasst. Im Anschluss hielten Selenskyj und Macron eine gemeinsame Pressekonferenz ab.
"WIR MÜSSEN DIE ABSCHRECKUNGSKRAFT DER UKRAINE STÄRKEN"
Präsident Macron erklärte in seiner Stellungnahme, dass Russland seine Angriffe fortsetze, und betonte: "Alles ist für den Frieden bereit, doch Russland ist die Seite, die die Entscheidung getroffen hat, den Krieg fortzusetzen. Unser Ziel ist es, die Ukraine in die Lage zu versetzen, ihren eigenen Luftraum zu schützen und neue Angriffe abzuschrecken." Macron kündigte zudem an, dass in den kommenden drei Jahren weiterhin Drohnenabwehrsysteme und gelenkte Munition an die Ukraine geliefert werden sollen.
Macron äußerte die Hoffnung, dass der Frieden zwischen Russland und der Ukraine vor 2027 erreicht werden könne. Um dieses Ziel zu erreichen, betonte er die Notwendigkeit, die Sanktionen zu verschärfen, die Aktivitäten der "Schattenflotte", die Russlands Energieeinnahmen stützt, zu unterbinden und die militärische Unterstützung durch Europa entschlossen fortzusetzen.
"EIN HISTORISCHER TAG"
Der ukrainische Präsident Selenskyj bezeichnete das Abkommen als "einen historischen Tag für die Verteidigung der Ukraine". Selenskyj erklärte, dass der Luftschutzschirm der Ukraine durch die 100 Rafale-Jets, die SAMP/T-Luftverteidigungssysteme der neuen Generation, Langstreckenradare und Startsysteme grundlegend verändert werde. Zudem werde die Möglichkeit geprüft, einige Produktionsprozesse in gemeinsamen Anlagen in der Ukraine durchzuführen. Selenskyj betonte, dass die Ukraine nicht allein sei und die Unterstützung Frankreichs entscheidend für den Verlauf des Krieges sei.
Nach der Zeremonie begaben sich Selenskyj und Macron zum Mont Valérien in Paris, um das multinationale Hauptquartier zu besuchen. Dort fand ein vertrauliches Beratungsgespräch mit hochrangigen französischen Militärvertretern statt.
UKRAINISCH-FRANZÖSISCHES DROHNENFORUM
Im Anschluss setzte Selenskyj seine Kontakte mit dem von Frankreich organisierten französisch-ukrainischen Drohnen- und Luftfahrtforum fort. Auf dem Forum wurden Themen wie der Waffenintegrationsprozess der Rafale, die Rolle der GMF 300-Radare im Einsatz, die gemeinsame Drohnenproduktion und die Errichtung neuer gemeinsamer Anlagen in der Ukraine erörtert. Die Parteien erklärten, dass die UAV-Technologie in Zukunft durch gemeinsame Produktion und Technologietransfer zwischen den beiden Ländern weiter ausgebaut werden könne.
In einer Erklärung des französischen Präsidialamtes hieß es, das Abkommen umfasse die Lieferung von Rafale-Kampfjets inklusive eines vollständigen Munitionspakets an die Ukraine, die Stationierung von SAMP/T-Luftverteidigungssystemen der neuen Generation, die Beschaffung von in Frankreich hergestellten GMF 300-Langstreckenradaren sowie die Bereitstellung neuer unbemannter Luftfahrzeuge und Drohnenabwehrsysteme für die ukrainische Armee. Zudem wurde betont, dass es sich bei der gesamten Ausrüstung um Neuproduktionen handele und diese nicht aus den Beständen der französischen Armee entnommen würden; die Lieferungen sollen bis 2035 schrittweise abgeschlossen werden.
Die ukrainische Seite erklärte, das Abkommen mit Frankreich sei Teil der langfristigen Luftwaffenstrategie des Landes. Die Regierung Selenskyj plant den Aufbau einer modernen Flotte von insgesamt 250 Kampfflugzeugen, die Plattformen wie F-16, Gripen und Rafale umfasst.