26 EU-Mitgliedstaaten fordern Netanyahu zum Stopp auf
Als Reaktion auf den Evakuierungsbefehl, den Israel heute früh für den Osten der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens erteilt hat, haben die Außenminister von 26 EU-Mitgliedstaaten in einer gemeinsamen Erklärung den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu dazu aufgerufen, den Angriff nicht fortzusetzen.
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Israel hat heute früh einen Evakuierungsbefehl für den Osten der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens erteilt.
Die Reaktion auf Israel, das die Zivilisten, die vor den israelischen Bombardierungen in die Region geflohen waren, dazu aufforderte, in die Stadt Chan Yunis im Süden und in die Lager in der Region al-Mawasi zu gehen, ließ nicht lange auf sich warten.
Der Hohe Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell, erklärte: "Ein Waffenstillstand ist dringend erforderlich, um die Geiseln zu retten und den Zivilisten, die kurz vor dem Hungertod stehen, Hilfe zu leisten.“
Borrell, der die vollständige und sofortige Umsetzung der UN-Sicherheitsratsresolution 2728 forderte, die einen sofortigen, dauerhaften und nachhaltigen Waffenstillstand in der Region verlangt, fügte hinzu: „Israel ist weiterhin verpflichtet, den Bedürftigen einen vollständigen, sicheren, schnellen und ungehinderten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewährleisten.“
GEMEINSAME ERKLÄRUNG VON 26 EU-LÄNDERN
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte, ein israelischer Angriff auf Rafah wäre "völlig inakzeptabel".
In einer gemeinsamen Erklärung der Außenminister von 26 EU-Mitgliedstaaten wurde der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu aufgefordert, den Angriff nicht fortzusetzen, da dies die "ohnehin schon katastrophale humanitäre Lage weiter verschlechtern" würde.
'ANGRIFFE AUF RAFAH WÄREN DER LETZTE NAGEL IM SARG'
UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, Angriffe auf Rafah würden für die humanitären Hilfsoperationen im Gazastreifen 'den letzten Nagel in den Sarg schlagen'.
In einer Erklärung des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) hieß es zudem mit Blick auf die mehr als 1 Million vertriebenen Palästinenser, die in Rafah Schutz suchen: "Jede Bodenoperation wird noch mehr Leid und Tod bedeuten."
In einer Erklärung des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die vor den Folgen eines Angriffs auf Rafah warnte, hieß es: "Das UNRWA wird nicht evakuiert. Das Hilfswerk wird seine Präsenz in Rafah so lange wie möglich aufrechterhalten und den Menschen weiterhin lebensrettende Hilfe leisten."