Abgeordneter, der den Londoner Bürgermeister beschuldigte, suspendiert

Ein Abgeordneter, der behauptete, „der Londoner Bürgermeister wird von Islamisten kontrolliert“, wurde suspendiert.

Taner Bildik

In England wurde ein Abgeordneter der Konservativen Partei aufgrund seiner umstrittenen Äußerungen über den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan, er werde „von Islamisten kontrolliert“, aus der Partei suspendiert. Der Abgeordnete Lee Anderson hatte Khan schwer beschuldigt und damit für großes öffentliches Aufsehen gesorgt.

PARTEI SUSPENDIERT ANDERSON, DER SICH WEIGERTE, SICH ZU ENTSCHULDIGEN

Die Regierungspartei Englands handelte, nachdem Anderson sich geweigert hatte, sich für diese Äußerungen zu entschuldigen. In einer Erklärung der Partei hieß es, dass Andersons Parteimitgliedschaft ausgesetzt wurde und er nun als unabhängiger Abgeordneter im Parlament fungiert.

WORTGEFECHT ZWISCHEN ANDERSON UND KHAN

Anderson hatte in einem Fernsehinterview über Khan gesagt: „Ich glaube nicht, dass Islamisten unser Land übernommen haben, aber ich glaube, dass sie die Kontrolle über Khan und London erlangt haben. Er hat unsere Hauptstadt seinen Freunden überlassen.“ Diese Äußerungen lösten in der politischen und sozialen Agenda Englands breite Diskussionen aus.

SPANNUNGEN ZWISCHEN KHAN UND PREMIERMINISTER SUNAK GESTIEGEN

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan betonte, dass Andersons Äußerungen den wachsenden Hass gegen Muslime im Land schüren würden. Zudem kritisierte er Premierminister Rishi Sunak und dessen Kabinett scharf für ihr Schweigen zu diesem Thema. Khan sagte: „Dieses Schweigen bestärkt den Glauben, dass es im Land eine Hierarchie beim Rassismus gibt.“

Dieser Schritt der Konservativen Partei wird als bedeutende Entwicklung im gesellschaftlichen und politischen Leben Englands gewertet, während die Bedeutung des Kampfes gegen Rassismus und Diskriminierung erneut in den Fokus rückte.